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Hier könnt ihr euch über mein Leben als Mountainbikerennfahrer informieren. Viel Spass und Ride on.

Rennbericht Iron Bike Einsiedeln Langstrecke 24. September 2017

 

 

Heute startete ich zum Saisonabschluss am Iron Bike in Einsiedeln über die lange Strecke. Ich freute mich auf einen tollen Herbsttag auf dem Bike in meiner Heimregion. Am Samstag holten mein Vater und ich die Startnummern ab in Einsiedeln und machten zusammen mit Mami einen schönen Spaziergang und schauten noch den Kids bei ihrem Rennen am Klosterhügel zu. Dies weckte auch Erinnerungen an früher, die Zeit vergeht extrem schnell und nun schliesse ich bereits meine 15. Saison auf dem Bike ab. Für das Rennen hatte ich keine grossen Ziele, die Saison verlief eher zwiespältig. Doch ab dem August spürte ich bei mir einen kleinen Aufwärtstrend: An der Alpenchallenge Lenzerheide fuhr ich überraschend sehr stark und am Nationalpark Bike Marathon hinderten mich nur starke Rückenschmerzen an einem ähnlichen Resultat wie in den Vorjahren. Das kurze Einfahren mit meinem Vater am Vortag genoss ich sehr und ich fühlte mich gut. Am Renntag selber konnte ich den Start von meinem Vater über die 53 km Distanz sehen, ehe ich mich parat machte und mich in die grosse Runde um den Sihlsee stürzte. Auf der flachen Passage entlang des Sihlsees konnte ich mich im Feld sehr weit vorne einreihen. Als das Rennen bei der Teufelsbrücke in Egg richtig los ging, fand ich schnell einen guten Rhythmus. Ich versuchte zügig zu fahren aber nicht am Limit um auch der Gefahr von frühzeitigen Rückenschmerzen aus dem Weg zu gehen. Diese kamen zum Glück nicht auf und die kühle Herbstluft taten meiner Atmung sehr gut. Ich habe diese Bedingungen sehr gerne. Schnell fand ich eine gute Gruppe in der auch mein Kollege Marco Mächler drin war. Die nassen Abfahrten bereiteten mir mit dem super Simplon Fully keine Probleme. Im dritten Aufstieg zur Sattelegg staunte ich ab meiner Leistung, plötzlich fuhr ich wieder mit Leuten, mit welchen ich vor zwei Jahren mit viel Trainingszeit und Studium gefightet habe. Auch im Anstieg zur Wisstannen erwischte ich einen guten Zug mit zwei Lizenzfahrern. So hatte ich über die Fläche nach Studen einen super Schnellzug. Dann stand der lange harte und steile Aufstieg zum Spirstock an. Ich fuhr meinen eigenen Rhythmus und kam anständig voran. Kurz vor dem Adlerhorst nach einem sehr steilen Abschnitt kehrte es mir urplötzlich den Magen. Ich musste stoppen und mich geschlagene 4x übergeben. So war ich total leer und ärgerte mich über die super Ausgangslage, welche ich mir zu diesem Zeitpunkt gelegt hatte. Nach einer kurzen Pause fuhr ich ganz langsam weiter, es überholten mich jedoch viele Fahrer und nach ca. 20 min stand ein Zuschauer mit einer grossen Cola Flasche am Streckenrand. Ich trank ganz langsam drei Becher und ruhte mich kurz aus. Danach ging es weiter und schon kurz unter dem Gipfel des Spirstockes kam langsam das Leben in meinem Körper zurück. Nun folgte die lange ruppige Abfahrt mit kurzen Gegensteigungen über die Ibergeregg und Holzegg ins Brunni. Ich dosierte mit Vorsicht mein Tempo bergauf und bergab spielte ich die Vorteile des Fullys aus. So verlor ich kaum mehr einen Rang und durch den ständigen Cola Nachschub ging es mir trotz leerem Magen immer besser. Die letzten zwei Anstiege im Alpthal und Trachslau kam ich in dosiertem Tempo auch noch hoch und konnte das Rennen nach 5h 45 min auf dem guten 8. Kategorienrang beenden. Damit war ich sehr zufrieden. Stolz machte mich die tolle Performance auf den ersten 70 km, jedoch auch die ganze Situation nach dem Erbrechen beim Adlerhorst. Ich blieb ruhig, fuhr 20 min sehr langsam und versuchte mich zu erholen und mit dem Cola Einschub zum richtigen Zeitpunkt rette ich das Rennen. Ca. 15 min kostete mich dieses Malheur, somit wäre der fünfte Kategorienrang drin gelegen. Aber irgendwie passt die Situation zur Rennsaison 2017. Es war jedoch schön die Saison noch so zu beenden und Gratulation auch meinem Vater zum tollen Ergebnis. Danke Marco für den super Support im Team – ich schätze dies sehr. Ride on- Benno

 

Rennbericht Nationalpark Bike Marathon Langstrecke - Rang 14 in der Kategorie nach einem Geknorze :-)

 

Heute startete ich zum vierten Mal hintereinander auf der Langstrecke am Nationalpark Bike Marathon im Engadin. Nach der geglückten Alpenchallenge freute ich mich auf ein weiteres Rennen im schönen Kanton Graubünden. Das Wetter zeigte sich von der besten Seite und die Temperaturen waren sehr angenehm. Um 7:15 Uhr erfolgte der Start im Dorfbereich von Scuol. Nach einer kurzen neutralisierten Phase ging das Rennen im Aufstieg zum Val-Scharl richtig los. Ich war zum ersten Mal an diesem Rennen mit einem Fully unterwegs und freute mich daher sehr auf die Abfahrten. Im ersten Anstieg konnte ich einer guten Gruppe folgen. Dabei war auch mein Kollege Roger. Schnell merkte ich jedoch, dass ich sehr viel investieren musste um mich in dieser Gruppe zu halten. Der Tritt war irgendwie unrund und ich hatte das Gefühl nicht richtig vorwärts zu kommen. Nach und nach begann mein Rücken immer mehr zu schmerzen, im Lendenwirbelbereich fühlte ich mich stark verkrampft. So fuhr ich nach dem Weiler Scharl mein eigenes Tempo und versuchte die tolle Kulisse zu geniessen. Viele Fahrer überholten mich, doch ich wusste das Rennen geht noch sehr lange. Nach dem ersten Pass konnte  ich in der Abfahrt wieder Zeit gut machen. Im Aufstieg zum Val Mora wiederholte sich leider das Szenario mit den starken Rückenschmerzen. Ich hatte teilweise auch Mühe meine Kraft in den Beinen so zu entfalten. Es war ein Geknorze, doch die tolle Landschaft motivierte mich weiter zu kämpfen. Nach dem Alpisella folgte die Abfahrt nach Livigno, bei welcher ich wieder aufholen konnte. In der Fläche versuchte ich so gut es ging den Rücken zu entlasten. Ich freute mich ab der Unterstützung von Ronja und Christa in Livigno und begab mich zum berüchtigten Aufstieg zum Chaschauna. Noch nie konnte ich mich mit diesem steilen Aufstieg anfreunden, auch heute nicht. Das untere Drittel war schon zäh, im Mittelteil ging es besser als erwartet und das obere Drittel war wieder einmal meine ganz persönliche Todeszone. Trotzdem kam ich irgendwie über den Berg und versuchte mich gut zu verpflegen. Die Abfahrt machte mir viel Spass und wiederum konnte ich mein Fully ausspielen. Unten im Tal fand ich eine gute Dreiergruppe Richtung Zernez. In den kurzen Anstiegen verlor ich jedes Mal den Kontakt, doch bergab konnte ich wieder aufschliessen. Durch die eher defensive Fahrweise ging es meinem Rücken allmählich besser. Im Aufstieg zum Fernsehturm bei Zernez spürte ich wieder richtig Energie. So dass es mir immer mehr Freude machte. In den letzten längeren Aufstiegen nach Guarda und Ftan konnte ich wieder Druck aufs Pedal bringen und Positionen gutmachen. Dieser Streckenabschnitt durch die malerischen Engadinerdörfer mit den angenehmen Steigungen gefällt mir immer sehr gut. So stach ich zügig in die Schlussabfahrt und freute mich, das Rennen mit einem guten Gefühl beendet zu haben. Schlussendlich reichte dies zum 14. Kategorienrang in einem stark besetzten Feld, Overall schaffte ich die Top100 knapp nicht. Das Resultat entspricht nicht ganz meinen Vorstellungen, doch das letzte Renndrittel bereitete mir viel Freude. Freude machte mir auch das Rennen von Vera und Papi, sowie Ronja und Armin. Toll sind immer auch die Kontakte in der Rennszene, welche ich sehr schätze. Danke allen für die Unterstützung. Ride on- Benno

 

Rennbericht Alpenchallenge Classic 116 km 2800 Hm - Rang 21 Overall, Platz 12 Kategorie - Yeah :-)

 

Heute startete ich zum Alpenchallenge Strassenrennen in der Lenzerheide. Nach dem defektbedingten Ausscheiden in Andermatt und der gesundheitsbedingten Aufgabe am Engadin Bike Giro kamen die Ferien ohne Bike in Norwegen genau richtig. Ich genoss das schöne Land in vollen Zügen und konnte mich gut erholen. Anschliessend fuhr ich die letzten Wochenenden coole Trails im Wallis, im Engadin und zuletzt vor der Alpenchallenge einen Tag in Davos. Ich hatte mächtig Spass auf dem Bike und doch wollte ich rennmässig etwas anderes ausprobieren und zog spontan die Alpenchallenge in der Lenzerheide in Betracht. Dies ist ein Strassenrennen mit Start und Ziel bei der neuen Biathlonanlage in Lantsch / Lenz. Ich entschied mich für die Kurzstrecke, welche doch beachtliche 120 km und 2800 Hm misst. Die Strecke führt zuerst neutralisiert Richtung Alvaneu Bad und anschliessend über den Albulapass ins Engadin. Über den Julierpass erreicht man Savognin bevor man anschliessend die Hauptstrasse verlässt und drei malerische kleine Dörfer durchquert. Die folgende Abfahrt nach Tiefencastel führt direkt in den Schlussanstieg zum Ziel hoch. Kollege Luca konnte ich für dieses Abenteuer überreden, wir durften in der Ferienwohnung seiner Familie in der Lenzerheide übernachten. Die Wetterprognose für den Renntag war unsicher, nach dem frühen Aufstehen zeigte der Wetterradar für die folgenden Stunden praktisch keinen Niederschlag. So machten wir uns auf ins Startgelände und meldeten uns nach, wir durften anschliessend aus dem zweiten Block ins Rennen starten. Nach der Neutralisierungsphase ging am Fusse des Albulapasses gleich die Post ab. Luca und ich konnten eine hohe Pace anschlagen und fuhren in der gleichen Gruppe. Ich fühlte mich sehr gut und sehr wohl auf meinem coolen Argon18 Rennvelo. Seit langem montierte ich wieder mal die Carbonlaufräder und hatte Spass an der Sache. Ich fand einen guten Rhythmus und eine gute Gruppe. Das gleichmässige Tempo behagte mir sehr. So erreichten wir die Passhöhe und stachen danach in die Abfahrt. Mittlerweile begann es stark zu regnen, daher war in der Abfahrt Vorsicht geboten. Ich fand eine gute Linie und kam unten im Tal im vorderen Teil der Gruppe an, leider verpasste Luca den Postabgang. Das Engadin hoch in Richtung Silvaplana schlugen sie ein horrendes Tempo an. Ich fühlte mich aber gut und beteiligte mich bei den Ablösungen vorne in der Gruppe. Das ungemütliche Wetter setzte sich fort, teilweise lagen Hagelkörner auf der Fahrbahn. Zum Glück hatte ich das dicke Gilet und die Regenjacke dabei. Im Aufstieg zum Julierpass konnte ich der immer kleiner werdenden Gruppe gut folgen, verpasste aber am Fusse des Passes die offizielle Verpflegung. Die Abfahrt nach Savognin war grenzwertig, die Temperatur sank und der starke Regen forderte alles ab. Zum Glück hatte ich einigermassen warm, in Savognin merkte ich aber, dass ich ein bisschen zu wenig gegessen und getrunken hatte. Die äusseren Bedingungen zehrten extrem an den Energiereserven. Nach der Abzweigung von der Passstrasse hinauf nach Salouf explodierte die Gruppe vollständig und jeder fuhr in seinem Tempo die Steigung hoch. Ich musste sehr auf meinen Körper hören, denn teilweise flimmerte es mir vor den Augen. Die Beine waren aber sehr gut und die Schlussabfahrt zum Zielaufstieg gelang mir auch problemlos. Im Schlussaufstieg überholten mich noch zwei Fahrer, ich setzte nicht nach da das Flimmern vor den Augen sich nicht verzog. Müde aber sehr zufrieden erreichte ich das Ziel auf dem Overallrang 21 von 600 Fahrern, in der Hauptklassenkategorie bedeutete dies den 12. Rang. Ich war sehr erstaunt und glücklich über das tolle Resultat. Es machte trotz den widrigen Wetterbedingungen viel Spass, gerne bin ich wieder einmal bei einem solchen Wettkampf dabei. Ride on-Benno

 

24.06.2017 + 30.06.-02.07.2017 Swiss Bike Cup Andermatt und Engadin Bike Giro - Ausfälle nach Defekt und Krankheit

 

Dieses Wochenende stand mit dem Engadin Bike Giro mein erster Saisonhöhepunkt an. Das dreitägige Etappenrennen mit hohem Trailanteil feierte letztes Jahr seine Premiere und gefiel mir äusserst gut. Die Vorbereitung richtete ich auf dieses Rennen aus und konnte in den letzten Wochen noch einmal gut trainieren. Vor zwei Wochen absolvierte ich mit einem Kollegen eine lange Pässefahrt über Schallenberg – Glaubenbielen – Brünig und Grosse Scheidegg zurück nach Spiez. Die Tour ergab über 4000 Hm und machte mir viel Freude. Das Wochenende vor dem Bike Giro absolvierte ich noch das Swiss Cup Rennen in Andermatt. Die neue Strecke war sehr anspruchsvoll und gefiel mir sehr. Leider erwischte ich in der zweiten Runde eine Bachdurchfahrt nicht optimal und holte mir einen Hinterraddefekt, dies zwang mich zur Aufgabe des Rennens. Ich war natürlich enttäuscht, doch bei weitem nicht der einzige Fahrer, welcher sich an dieser Stelle einen Defekt einhandelte. Ich hackte das Rennen schnell ab und schaute optimistisch dem Engadin Bike Giro entgegen. Leider wurde mein Optimismus am Mittwoch vor dem Rennen stark getrübt. Ich fühlte mich am Vorabend sehr müde und am nächsten Morgen wachte ich mit einer kleineren Magen-Darm Grippe auf. Ich verbrachte den ganzen Tag im Bett und versuchte mich zu erholen. So konnte ich am Donnerstagmorgen noch arbeiten und anschliessend mit Kollege Roger ins Engadin fahren. Der erste Tag des Engadin Bike Giros bestand aus einem Prolog in Form eines Bergzeitfahrens. Der Start erfolgte in St. Moritz, anschliessend fuhr man hoch zur Corviglia. Danach durfte man den WM- Flowtrail bis zur Hälfte runter fahren um anschliessend über eine steile Rampe wieder zurück zur Corviglia zu gelangen. Über den anderen Flowtrail fuhr man runter zum Ziel in Salastrains. Der Prolog war also sehr abwechslungsreich und ziemlich hart. Ich konnte im Voraus kaum was essen und trinken. Trotzdem wollte ich unbedingt starten um es zu versuchen. Ich konzentrierte mich nie zu überdrehen und fuhr ein gleichmässiges Tempo den Berg hoch. Die Abfahrten konnte ich trotz einzelnen Staus geniessen und erreichte das Ziel auf dem 18. Kategorienrang. Ich verlor ca. 6 min auf meine normalerweise ebenbürtigen Konkurrenten. Auch am Abend konnte ich nur ein wenig Reis essen. Für einen folgenden, langen harten Bikemarathontag viel zu wenig. Mein Ziel bestand nun darin, die kommende Etappe im zügigen Trainingstempo zu fahren und die Trails zu geniessen. Es waren komische Vorzeichen für mich am Start in Silvaplana. Einerseits freute ich mich auf die Trails und andererseits wusste ich, dass es ein Wunder bräuchte um die über 2000 Hm zu bezwingen. Ich suchte mir nach dem Start eine angenehme Gruppe und fuhr mit dieser die erste Rennhälfte. In den Abfahrten hatte ich Spass, bergauf waren die Beine jedoch leer. Ich freute mich, als ich in Pontresina von meiner Familie angefeuert wurde. Nach ca. 2 h war mein Tank jedoch definitiv leer und ich musste einsehen, dass es keinen Sinn mehr machte. So beendete ich enttäuscht das Rennen in Bever. Am nächsten Tag brauchte ich ein bisschen Abstand und fuhr noch einige coole Trails im Raum St. Moritz und Pontresina. Schade ging der Plan nicht auf, doch ich muss es akzeptieren, dass mein Körper nicht wollte. Mit der Brechstange kann man da nichts erzwingen, es kommen weitere Chancen und Ziele. Ride on- Benno

 

 

 

 

10.06.2017 Swiss Bike Cup Gränichen - Platz 24 bei einer Hitzeschlacht :-)


Heute startete ich am Swiss Cup in Gränichen bei tollem heissem Sommerwetter zu meinem zweiten Bikerennen in diesem Jahr. Die Motivation dazu war sehr hoch, der organisierende RC Gränichen zaubert jedes Jahr eine geniale Cross Country Strecke in die Kiesgrube des Moortales. Sie zählt zu den technisch anspruchsvollsten Strecken der Schweiz und erlaubt kaum einen Augenblick Erholung auf der Runde. Zusätzlich stieg die Motivation am Freitagmittag extrem an, da mein neues Bike bei Marco im Shop eintraf. Mit dem Simplon Cirex120 habe ich nun ein extrem tolles Bike, welches mir viel Freude bereitet. Am Samstagmittag habe ich das Bike zum ersten Mal ausgefahren und dies direkt bei der Streckenbesichtigung des Rennens. Ich drehte mit Mathias, Luca, Andrea und Romaine zwei Runden und fühlte mich sofort wohl auf dem Bike und freute mich auf das Rennen. Dass ich seit langem wieder mal ein Cross Country Rennen mit Luca bestreiten durfte führte dazu, dass wir bis zum Hallwylersee einfuhren und dort uns kurz abkühlten. Anschliessend diente der Rückweg gleich dem Einfahren für das Rennen. Um 16:30 Uhr erfolgte der Startschuss ins Rennen mit dem langen Startaufstieg auf Asphalt. Ich merkte schnell, dass mir die Fähigkeit, zu explodieren in einem Cross- Country Rennen fehlt. Während des ganzen Rennens konnte ich ein gleichmässiges Tempo fahren und fühlte mich sicher in den schwierigen Abfahrten. Das Rennen vorne mitprägen konnte ich aber nicht. Da mein Fokus auf den langen Marathonrennen liegt, hatte ich wenig Mühe dies zu akzeptieren. Mitte des Rennens erlitt ich noch einen unglücklichen Sturz auf dem Asphalt in einer Kurve. Trotzdem hatte ich Freude an der Strecke, dem neuen Bike und der Rennatmosphäre. Schlussendlich beendete ich das Rennen auf dem 24. Rang. Vom Rang her bin ich überhaupt nicht zufrieden. Das Gefühl war aber gut und ich konnte weiter an meinen Schwächen arbeiten. Dies stimmt mich zuversichtlich für mein erstes Highlite Ende Monat, dem Engadin Bike Giro. Das Rennen von Gränichen war gleichzeitig das letzte Rennen im Credo- Dress. Marco Woecke richtet sein Geschäft neu aus. Ich darf weiterhin unter seiner Flagge fahren und freue mich riesig den neuen Look in Andermatt beim nächsten Swiss Cup auszufahren. Vielen Dank Marco ich freue mich extrem auf die kommende Zeit! Danke auch an Mathias für die super Verpflegung. Ride on- Benno.

 

07.05.2017 Swiss Bike Cup Solothurn - Saisonstart mit Platz 15 im Schlamm :-)


Heute begann für mich die Bikesaison 2017 mit dem Cross Country Rennen in Solothurn. Wie letzte Saison eröffnete ich meine Rennsaison im strömenden Regen und mit viel Schlamm. Da mein Fokus wiederum auf den Marathonrennen im Juli bis September liegt, nutze ich diese kurzen intensiven Cross Country Rennen vor allem als Vorbereitungsrennen auf die Ziele im Sommer. In der Woche vor dem Rennen hatte ich Ferien und genoss anfangs tolle Tage in Rom. Anschliessend konnte ich schöne Trainings in meiner Heimat absolvieren. Am Freitag vor dem Rennen genoss ich das frühlingshafte Wetter und machte eine schöne Rennvelotour über Ibergeregg – Sattelegg und Ratenpass. So war mir klar, dass vermutlich die Spritzigkeit am Renntag nicht voll da sein wird, dies störte mich aber nicht. Die beiden ersten Rennen des Swiss Bike Cups habe ich nicht absolviert, ich meldete mich für das Rennen nach und musste daher aus der hintersten Startreihe in den Wettkampf starten. Da wir Herren zusammen mit den Masters starten, war ich mit Startposition 60 sehr weit hinten. Das Rennen in Solothurn ist in die Bike Days eingebettet, dies ist eine grosse Bike Ausstellung und findet während drei Tagen unmittelbar vor den Stadtmauern der Solothurner Altstadt statt. Während unseres Rennens regnete es stark und der Boden war bereits durch die vielen Rennen sehr tief und schlammig. Ich erwischte einen optimalen Start und konnte bereits ein paar Positionen gut machen. Anschliessend reihte ich mich im Feld ein. Durch die vielen Engstellen gab es immer kurze Staus und auch in den Abfahrten konnte man in der ersten Runde kaum sein volles Tempo fahren. Ich stresste mich jedoch nicht und probierte einen guten Rhythmus anzuschlagen. Mit dem Fully war ich in den Wurzelaufstiegen im Wald sehr gut bedient und hatte damit ordentlich Gripp. In den Abfahrten fühlte ich mich sicher und konnte mich gut erholen. Ich fand eine gute Gruppe und hatte Spass am Rennenfahren trotz den garstigen Wetterbedingungen. Die hohe Intensität dieser Rennen machte mir aber zu schaffen, immer wenn ich am Anstieg einen ordentlichen Tritt fand, begann bereits wieder die Abfahrt. Um hier vorne mitzufahren, müsste ich spezifischer in dieser Disziplin meine Schnellkraft trainieren. In der dritten Runde hatte ich auf einer Wiesenpassage eine kleine Unachtsamkeit, dies führte zu einem harmlosen Sturz. Leider verlor ich dort die gute Gruppe und verbog mir leicht den Lenker. Die letzte Runde fuhr ich daher mit einem leicht verbogenen Lenker, was aber nicht so stark störte. So erreichte ich am Ende den soliden 15. Platz. Auf die Top 10 fehlten mir knapp 90 sec. Damit war ich zufrieden und sehe in mir noch Steigerungspotenzial für die nächsten Rennen. Mein junger Clubkollege Robin Janser zeigte ein geniales Rennen mit dem 2. Rang- herzliche Gratulation. Besten Dank an Ronja für die super Betreuung in der Kälte von Solothurn. Ride on- Benno

 

 

Saisonrückblick 2016 Benno Heussi

 

Wenn draussen die Blätter von den Bäumen fallen und der erste Schnee bereits sichtbar ist, so ist es Zeit einen Rückblick über die vergangene Bikesaison zu schreiben. In den letzten zwei Jahren konnte ich in meinen Rückblicken jeweils von schönen Erfolgen und Fortschritten im und neben dem Sport berichten. Es ist nicht zu verwundern, dass mein grosser Enthusiasmus für den Beruf und den Sport extrem Energie verbrauchten. In diesem Winter bekam ich das zu spüren. Trotz grossem Trainingsrückstand ging es ab Februar mit dem erfolgreichen Trainingslager in Gran Canaria wieder aufwärts. Die sensationelle Truppe und die angenehme Atmosphäre steigerten mein Selbstvertrauen. Die Motivation und die Gewissheit es nicht verlernt zu haben, zeigten mir auf, dass ich diesen Sport immer noch mit all seinen Facetten liebe. Richtig rennbereit fühlte ich mich aber erst im Juni. Ich startete meine Rennsaison beim Swiss Bike Cup in Gränichen. Bei garstigen Verhältnissen auf einer der anspruchsvollsten Strecken der Schweiz zu fahren, war eine Herausforderung. Es fühlte sich gut an wieder dabei zu sein. Richtig explodieren konnte ich aber nicht. Es gelang mir ein konstantes Tempo zu fahren und die technischen Passagen ohne Probleme zu meistern. Mehr als ein Rang im Mittelfeld lag aber nicht drin. Mein Kampfgeist erwachte wieder, dies stimmte mich mehr als positiv. Eine Woche später startete ich am EKZ Cup in Gossau. In einem weiteren Schlammrennen konnte ich ab der zweiten Runde richtig den Flow finden und stetig Plätze gut machen. So beendete ich das Rennen auf dem Podest. Ich freute mich riesig über dieses Resultat. Anfangs Juni stand mit dem dreitägigen Etappenrennen Engadin Bike Giro mein erstes Saisonziel an. Ein toller Event mit vielen technischen Trailabschnitten, welche mein Bikerherz erfreuten. Ich konnte mich in diesen Tagen stetig steigern und am Ende belegte ich den 8. Kategorienrang und ein Top 60 Resultat in einem Weltklassemarathonfeld. Als Vorbereitung zu meinem grossen Ziel, dem Swiss Epic, war der Nationalpark Bikemarathon im Engadin eine wichtige Standortbestimmung. In den Ferien davor erlitt ich eine Bakterieninfektion, welche eine Antibiotikakur zur Folge hatte. Damit wurden meine Erwartungen etwas gedämpft. Mir gelang eine super erste Hälfte im langen Marathonklassiker. Danach reichte die Substanz noch nicht ganz aus um die Pace zu halten. Mit dem 6. Kategorienrang und dem drittmaligen Finishen in Serie unter sieben Stunden war ich mehr als zufrieden. Mitte September fuhr ich wiederum das Swiss Epic im Wallis. Mit dem Ziel viel Spass zu haben und das harte Rennen zu Ende zu fahren, machten wir uns in Zermatt auf den Weg nach Verbier. Dank einer klugen Fahrweise, sowie einem sehr guten Teamzusammenhalt wurde die Woche zu einem grossen Erfolg. Wir hatten riesig Spass, konnten ein konstantes Tempo fahren und blieben glücklicherweise von grösseren Defekten und Stürzen verschont. Am Ende erreichten wir ein Top 25 Resultat in einem Herrenfeld, welches mit Olympiasieger, Weltmeister und Weltcupsieger extrem stark bestückt war. Damit waren wir sehr glücklich und stolz. Diese Marathonrennen auf technischen Trails machen mir grossen Spass. Die Faszination und Motivation diesen Sport ausüben zu dürfen, begeistern mich immer wieder. Ich freue mich bereits auf die nächste Saison und bedanke mich bei allen für die grossartige Unterstützung. Ganz besonderen Dank gilt Marco Woecke von Credo Bikes. Seit bereits vier Jahren darf ich diese individuellen Bikes ausfahren. Die kollegiale Zusammenarbeit und das tolle Equipment bereiten viel Freude. Ride on- Benno

 

12. - 17. September 2016 Perskindol Swiss Epic - riesiges Erlebnis - ganz toll - super Platz 26 :-)

 

 

Mit dem Swiss Epic stand zum Ende der Saison mein absoluter Höhepunkt an. Ich freute mich riesig auf das Rennen. Im Vorjahr bei meiner Premiere an einem Etappenrennen hätte es nicht besser laufen können und wir finishten beinahe in den Top 20. Dementsprechend war die Anspannung im Vorfeld sehr gross, obwohl unser Hauptziel „mit Spass durch die Woche auf den besten Trails fahren“ kein Rangziel beinhaltete. Ich absolvierte dieses Rennen wieder mit meinem langjährigen Bikekollegen Oliver Schär. Letztes Jahr harmonierten wir super, dies sollte sich auch dieses Jahr bewähren. Mit Olympiasieger und Weltmeister Schurter, der BMC Armada um Flückiger und Indergand, mit dem Team Centurion Vaude dem besten Marathon Team der Welt, dem Marathonweltmeister Lakata, den Legenden Hermida, Sauser, Frischknecht und weiteren sehr hochkarätigen Teams / Fahrer war das Rennen unglaublich stark besetzt. Wir freuten uns in einem Weltklassefeld starten zu können, wussten aber dass eine Top 30 Klassierung doch sehr schwierig werden würde.

 

Prolog Zermatt 26 km +500 m, -2000 m

 

Der Prolog startete auf dem Zermatter Rothorn von 3100 m ü. M. und führte hinunter zum Sunnegga, nach mehreren giftigen Gegenanstiegen und tollen Abfahrten erreichte man das Ziel in Zermatt im Dorfzentrum. Die Stimmung in Zermatt ist immer einmalig und die Sicht auf das atemberaubende Matterhorn und die umliegenden 4‘000 er Berge atemberaubend. Vor einer grossartigen Bergkulisse begann unser Rennen nach dem Mittag. Unsere Taktik war im ersten Teil sehr vorsichtig zu fahren und keine Risiken einzugehen. Diese Taktik ging super auf, Oli fuhr eine saubere sichere Linie vor und wir kamen zügig voran und dies sturz- und defektfrei. Nach etwas mehr als eine Stunde auf den tollen Trails erreichten wir das Ziel auf dem 30. Rang in der Hauptkategorie Men. Damit waren wir sehr zufrieden, die vielen Rahmenbrüche und Stürze bestätigten, dass wir auf die richtige Taktik gesetzt hatten.

 

Zermatt – Leukerbad 95 km 2900 Hm

 

Mit der ersten langen Etappe ging das Rennen richtig los. Bei wunderschönem Wetter wurden wir um 8.00 Uhr auf den langen Renntag geschickt. Ich fühlte mich sehr gut und nach einem dosierten Start konnten Oli und ich im bereits langgezogenen Feld etliche Plätze gut machen. Es folgte nach einem kurzen Aufstieg eine lange schnelle Abfahrt in Richtung Stalden. Wir erwischten einen schnellen Zug und konnten uns in der Gruppe festsetzen. Die staubigen Bedingungen erforderten höchste Vorsicht beim Fahren in der Gruppe. Nach der ersten Verpflegung folgte der erste lange Anstieg zur Moosalp. Bis Törbel konnten wir auf der Strasse fahren, wir fanden einen guten Rhythmus, anschliessend war der zweite Teil bis zur Moosalp sehr kräfteraubend, da waren wir definitiv angekommen im Rennen – Epic Modus wie immer im Wallis. Nach der zweiten Verpflegung folgte eine extrem lange Abfahrt bis zum Talboden vor Leuk. Sie machte sehr viel Spass und war Mountainbiken pur. Mit unseren Fullys mit 120 mm Federweg und absenkbarer Sattelstütze hatten wir das perfekte Setup. Es folgte der letzte lange Aufstieg hinauf ins Ziel nach Leukerbad. Nach einem guten Start in den Berg bekam ich plötzlich sehr starke Probleme, die brütende Hitze setzte mir sehr zu. Mein Magen wollte nicht mehr so richtig und ich fühlte mich immer kraftloser. Bei der letzten Verpflegung drehte es mir fast den Magen um, doch ich dosierte richtig und Oli fuhr ein gutes dosiertes Tempo vor. Schleppend kam ich den Berg hoch, doch im letzten Viertel fühlte ich mich endlich wieder ein bisschen besser und so erreichten wir doch noch den 29. Tagesrang. Wir verloren in der Phase als ich stark wankte keine Plätze, dies zeigt wie hart dieses Rennen ist, das Feld wird extrem auseinandergezogen. Nach dem harten Tag versuchte ich mich so gut wie es ging zu erholen und munterte mich auf. Hierbei waren die Erfahrungen vom letzten Jahr Gold wert. Ich wusste, nach einem schlechten Tag kann sehr schnell wieder ein sehr guter folgen.

 

2. Etappe Rinderhütte – Leukerbad 43 km +1500 m – 2400 m

 

Einen Tag vor der Königsetappe stand eine kürzere Stage an. Sie startete nach einer Bahnfahrt von der Rinderhütte und führte von dort runter ins Tal nach Leuk und anschliessend hoch nach Leukerbad. Da in umgekehrter Reihenfolge des Klassements gestartet wurde, waren wir erst am Nachmittag an der Reihe. Der erste Teil der Abfahrt führte über den Flowtrail. Oli fuhr super stark in diesem Part und ich hatte Mühe in das Rennen zu kommen. Eine lange Abfahrt nach dem Start ist doch sehr ungewohnt. Nach einer kurzen Gegensteigung folgte die lange sehr technische Abfahrt ins Tal. Wir fuhren sehr sauber und schnell. So konnten wir sehr viele vor uns gestartete Teams ein- und überholen. Wir hatten riesig Spass und knallten den Berg runter. Im Flachstück versuchten wir uns für den steilen Schlussaufstieg ein bisschen zu schonen. Bei der Verpflegung am Fusse der Steigung versuchte ich mich so gut es ging zu kühlen, der Respekt vor der Hitze war wieder sehr gross. Es folgte im unteren Drittel ein sehr steiler Aufstieg, ich fand einen guten Tritt und fühlte mich viel besser als am Vortag. Oli blieb immer super dran und pushte in den technischen Zwischenpassagen, so erreichten wir das Ziel wieder auf dem soliden 29. Rang.

 

3. Etappe Leukerbad – Verbier 96 km 3000 Hm

 

Am Tag der Königsetappe war unser Respekt vor dem Tag sehr gross. Die unsichere Wetterlage verstärkte dies noch. Ich fühlte mich bei den föhnigen Bedingungen am Start überhaupt nicht gut. Im Startaufstieg lief es aber erstaunlich gut, die folgende Laufpassage entlang der Felsen war sehr eindrücklich. Die folgende Abfahrt bot wieder grandiose Trails, unten im Talboden setzte der Regen ein und mir setzte die Kälte zu. Meine Motivation war auch schon höher und als Oli noch die Dichtungen seiner Gabel bei einem Durchschlag ramponierte, mussten wir uns gut zureden. Oli konnte in der Service Station die Gabel behelfsmässig zügig reparieren und entlang den Suonen versuchten wir nicht auf Krawall zu fahren und Energie zu sparen. Es folge ein langes Flachstück entlang der Rhone, wir erwischten zum Glück eine Gruppe und in ICE Tempo ging es Richtung französisch sprechende Schweiz. Der Mann des führenden Mixed Teams schlug ein horrendes Tempo an und wir alle hatten hinten Mühe im Windschatten das Tempo zu halten- unglaublich. Nach der zweiten Verpflegung folgte der 1800 Hm Anstieg zum Croix de Coeur. Das untere Drittel war wieder extrem steil und in einzelnen Rampen musste man sich sogar konzentrieren auf dem Rad zu bleiben so steil war es. Meine Motivation heiterte aber auf und ich fühlte mich zunehmend besser. Zum Glück gab es zwischendurch einzelne flachere Passagen, denn 1800 Hm sind extrem lang. Als wir nach einer Ewigkeit die letzte Verpflegung erreichten hatten wir immer noch 700 Hm vor uns. Wir konnten ab da mit Lisi Osl und Anne Terpstra vom Ghost Team fahren und Lisi zog uns richtig den Berg hoch. Die lustigen Unterhaltungen lenkten zeitweise von der Qual ab. So erreichten wir doch in einem ansprechenden Zustand die Passhöhe. Oli konnte dann trotz ramponierter Gabel Olympiateilnehmerin Terpstra in der Abfahrt folgen. Ein fieser Gegenanstieg führte in die letzte Schlussabfahrt und wir freuten uns über Rang 27.

 

 

4. Etappe Verbier – Verbier 62 km 2600 Hm

 

Meine Beine erholten sich gut von der Königsetappe und wir standen wieder einigermassen frisch an der Startlinie in Verbier. Die Temperaturen hatten merklich abgekühlt und der Regen führte zu einem glitschigen Untergrund. Nach dem Startaufstieg konnten wir uns gut positionieren, in der tückischen Abfahrt blieben wir im Sattel und auch ausgerissene Esel konnten uns im Trail nicht bremsen. Im coupierten Zwischenstück schloss ich mit einem Kraftakt die Lücke zu Esther Süss und Hielke Elferink. So hiess unsere Lokomotive für den Hauptanstieg heute Esther Süss. Sie schlug eine sehr hohe Pace an und wir dahinter waren alle am Limit. Der Anstieg war endlos und sehr zäh. Im oberen Drittel war die Verpflegung und da musste Oli seine Gabel wieder aufpumpen. So verloren wir den Anschluss und fuhren alleine weiter. Auf dem Kulminationspunkt folgte ein sehr anspruchsvoller Trail mit giftigen Gegenanstiegen bei sehr ungemütlichen Wetterbedingungen. Wir fühlten uns aber gut und die Abfahrt gelang bis 500 m vor dem Talboden einwandfrei. Da erwischte es uns mit einem Hinterraddefekt bei Oli. Wir setzten einen Plug und waren schnell wieder unterwegs. Es wartete noch ein steiler Schlussaufstieg im Regen. Ich fühlte mich super und Oli biss sich an meinem Hinterrad fest. 1 km vor dem Ziel folgte noch eine richtig fiese Rampe ich konnte voll durchziehen und wartete oben auf Oli, wir harmonierten wieder super und erreichten trotz Defekt den 27. Rang.

 

5. Etappe Verbier – Verbier 38 km 1800 Hm

 

Es stand bereits die Schlussetappe auf dem Programm. Es regnete wieder und hatte noch einmal merklich abgekühlt. Wir fuhren aber super im ersten langen Aufstieg und konnten uns in die Gruppe von Jolanda Neff und dem führenden Masterteam vorarbeiten. Mit unseren Kollegen Sebi und Roli nahmen wir die Abfahrt in Angriff, dahinter drückte Jolanda und Alessandra mächtig. Nach der Verpflegung fühlte ich mich wieder sehr gut und die Beine drehten ordentlich. Wir konnten im langen Anstieg uns sogar vom führenden Damenteam absetzen. In der zweitletzten Abfahrt hatte ich meinen ersten Sturz, es passierte aber nichts so mahnte ich mich auch die letzten 10 km konzentriert in Angriff zu nehmen. Wir konnten noch einmal richtig pushen und die Downhillstrecke in Richtung Verbier geniessen. So erreichten wir den tollen 24. Tagesrang.

 

Mit diesen Resultaten konnten wir den ausgezeichneten 26. Rang in der Kategorie Men einfahren. Nimmt man das Team Micarna (Fahrerwechsel unter der Woche) noch aus der Wertung ist es ein Top 25 Resultat. Wir hätten nie gedacht so weit vorne zu landen, mit unserer Leistung waren wir das fünftbeste Amateurteam an einem der härtesten Etappenrennen. Ich war überglücklich und stolz es wieder als Finisher auf diesem Rang ins Ziel geschafft zu haben. Die ganze Woche fuhren wir einen einzigen Platten ein, dies spricht für unsere Bikes und unsere Fahrweise. Es war wieder ein geniales Rennen auf den tollsten Trails und in einer super Gemeinschaft. Mit diesem Rennen schliesse ich meine Rennsaison sehr erfreulich ab. Besten Dank an alle die uns unterstützt haben. Die Erlebnisse und Emotionen werden uns noch lange begleiten. Ride on- Benno

 

 

 

27.08.2016 Nationalpark Bike Marathon Langstrecke - Kategorienrang 6 - zufrieden :-)

 

Heute startete ich zum dritten Mal in Serie am legendären Nationalpark Bike Marathon in Scuol über die Langdistanz von 137km und 4000Hm. Ich freute mich sehr auf dieses Rennen, da es auch durch beeindruckende Landschaften führt. Die Ungewissheit nach meinem Formstand war aber gross. Die Magen-Darm Geschichte von Mitte August trug dazu bei. Es entpuppte sich als eine bakterielle Infektion, dadurch war ich gezwungen Antibiotika zu nehmen. Dies führte zu einer Woche Sportpause und die Zeit für den Aufbau zu diesem langen Marathonrennen war knapp. Mit kurzen intensiven Trainings tastete ich meinen Körper im Vorfeld wieder an den Rennmodus. Ich genoss es wieder, dass mein Körper wieder eine gute Leistung abrufen konnte, eigentlich ja keine Selbstverständlichkeit.

 

Am Renntag, welcher sich mit strahlendem Sonnenschein und perfekten Temperaturen ankündete, freute ich mich. Riesig freute mich auch das Bikerennen Debüt von Vera, welche von Papi begleitet wurde über die 47km Distanz, auch Ronja stellte sich an den Start und zwar über die 66km Strecke, welche den Chaschauna ebenfalls beinhaltet. Als um 7:15 Uhr der Start ertönte, ging es am Fusse der Steigung ins Val Scharl gleich richtig los. Vorne war alles was Rang und Namen hat am Start. Ich fuhr bewusst mein Tempo und schaute nicht auf die anderen. Die lange Renndistanz war mir ständig im Hinterkopf. Ich erwischte eine gute Gruppe und fuhr bis zum Costainas nie richtig lange am Limit und konnte so auch die imposante Morgenstimmung geniessen. Im Münstertal angekommen begann die Steigung zum Val Mora. Die Fahrt in der Gruppe war immer noch super und als ich kurz vor dem Döss Radond das Tempo erhöhte, hatten plötzlich einige Fahrer Mühe mitzuhalten. Ich war selber von mir überrascht und im Trailabschnitt durchs Val Mora erwischte ich ein super Hinterrad, ich musste nur seine Linie halten und war schnell und sicher unterwegs. Im Aufstieg zum Alpisella verpflegte ich mich gut und musste so ein paar Fahrer ziehen lassen. Dies machte mir nichts aus und ich freute mich Livigno zu erreichen mit dem Gefühl, noch nie so wenig Energie bis hierhin verbraucht zu haben. Die Rampen vor dem steilen Hauptaufstieg zum Chaschauna nahm ich ohne am Limit zu sein in Angriff. Als es in den Hauptaufstieg ging, war ich aber plötzlich gehörig am Wanken. Ich fühlte mich plötzlich kraftlos und leer. Schnell musste ich vom Bike und schieben. Armin stand aber mit Verpflegung und aufmunternden Worten genau richtig. So konnte ich zum Teil in den flacheren Passagen wieder fahren, doch es war von unten bis oben ein Krampf und ich fühlte mich schlecht. Noch nie gelang mir dieser Berg gut, heute war es aber definitiv am Schlimmsten. Oben angekommen wollte ich Zeit gut machen, doch schon bald lag ich in einer losen Kieskurve am Boden. Das verbogene Wechselauge verbesserte meine Laune auch nicht zusätzlich. Der Kampfwille war irgendwie weg und in der Abfahrt  war mein Tempo überhaupt nicht mehr Rennstyle. Das Ziel war nur noch das Ziel, ich tröstete mich, dass die Infektion noch nicht lange her war und ich dadurch nicht im Vollbesitze meiner Kräfte war. Die Flachpassagen nach Zernez bewältigte ich alle alleine, im Aufstieg zum Fernsehmasten konnte ich aber plötzlich wieder zügiger fahren und in der Folge fuhr ich in Aeroposition mit den Händen an dem Gabelholm in Richtung Susch. Ich bekam wieder Freude am Rennen fahren und genoss es. In den Aufstiegen nach Guarda und Ftan musste ich aber wieder mein eigenes Tempo fahren. Doch es war immer noch genügend schnell um auch zum dritten Mal in Serie unter der 7h- Marke zu bleiben. Ich erreichte das Ziel auf dem guten 6. Kategorienrang (Overall Rang 61 in einem sehr starken Feld). Damit war ich zufrieden. Der Leistungseinbruch ist sicher zu einem grossen Teil der Antibiotikakur durch die Infektion zu zuschieben. Ich nehme die starke erste Rennhälfte mit zum Swiss Epic, meinem nächsten grossen Abenteuer- ich freue mich darauf. Herzliche Gratulation an Vera, Papi und Ronja zu den tollen Resultaten und Erlebnisse, besten Dank an Armin für die Verpflegung und Allen die im Ziel waren. Es war schön im Engadin- weiter geht’s bald eine Woche durchs Wallis: Ride on- Benno

 

02.08.2016 Engadiner Bikecup St. Moritz - Rang 9 und danach #overandout mit Magen-Darm-Grippe...

 

Meine erste von zwei Sommerferienwochen verbrachten wir zuerst in St. Vigil und später in Corvara in den Dolomiten, auch später am Gardasee kamen unter anderem coole Biketouren zusammen. Mit dem Credo CCM29 FS mit absenkbarer Sattelstütze machen die Touren unheimlich Spass. Das Bike kann wirklich beinahe überall eingesetzt werden und ist auch darum mein ideales Swiss Epic Bike. Nach dieser Woche auf Achse ging es noch für eine Woche in das geliebte Engadin zu den Eltern von Ronja. Ich konnte mich erholen und die Aktivitäten in dieser schönen Gegend geniessen. Am Dienstagabend fuhr ich als intensives Training am Engadiner Bikecup mit. Nach einem coolen Tag im Klettersteig Pontresina assen wir noch kurz Pasta und machten uns auf den Weg per Bike zum Lej Marsch. Ich traf auf eine harte selektive Strecke mit einem längeren Aufstieg, sowie einer coolen technischen Abfahrt zum See. Da es einige Athleten zum Höhentraining ins Engadin zieht, war das Rennen doch gut besetzt. Schön gibt es solche innovative Leute, welche für uns diese coolen Abendrennen organisieren, für das Training gibt es nichts Besseres als eine solche Rennbelastung. Das Rennen dauerte über 5 Runden mit einer Einführrunde um den Lej Marsch. Ich konnte mich ideal positionieren und fuhr an fünfter Position in den ersten langen Aufstieg, die Position konnte ich halten bis zur Kuppe, da spürte ich meine sensible Lunge doch stark. Ich konnte aber ein flottes Tempo anschlagen und mit dem Fully ging es super bergab. In der zweiten Runde spürte ich jedoch meinen Magen und musste daher ein wenig Intensität raus nehmen, ich fühlte mich einfach nicht richtig wohl. Dies schob ich aber auf die Höhenlage sowie das späte Essen kurz vor dem Start. In der letzten Runde fühlte ich mich wieder besser und fuhr auf den soliden 9. Rang. Gefühlsmässig war ich nicht ganz zufrieden und haderte leicht mit mir. Doch einen Tag später bekam ich die Antwort auf die Magenprobleme sowie das ungute Gefühl. Mich warf ein Magen-Darm Infekt beinahe 4 Tage ins Bett. So konnte ich das Engadin und Davos noch vom Liegestuhl aus geniessen so gut es ging. Seit anfangs dieser Woche geht es mir wieder besser und ich hoffe die Substanz reicht, damit ich Ende Monat am Nationalpark Bikemarathon voll angreifen kann. Ride on- Benno

 

01.-03.07.2016 Engadin Bike Giro - Kategorienrang 8 (Overall Rang 60) - technisch, hart, schön :-)

 

Dieses Wochenende startete ich an der Erstaustragung des Engadin Bike Giros. Das Rennen besteht aus einem Prolog (Bergzeitfahren) und zwei Etappen mit je ca. 75 km und 2500 Hm. Ich freute mich sehr auf dieses Rennen, die wunderschöne Region und die angekündigten tollen Trails lassen den Puls schon beim Anblick in die Höhe treiben. Für mich war es auch eine Standortbestimmung im Marathon Bereich, da ich bis zu diesem Etappenrennen in dieser Saison noch kein Langstreckenrennen absolviert hatte.

 

Prolog

 

Am Freitagnachmittag wurde zum Bergzeitfahren gestartet. Der Start befand sich direkt in St. Moritz am See und das Ziel stand oben bei der Bergstation Corviglia. Es war sehr schön alle meine Marathonkollegen wieder zu treffen und interessante Gespräche zu führen. Das tolle Sommerwetter bescherte mir den ersten trockenen Renntag der Saison. Die Strecke mass 10 km mit ca. 750 Hm. Mein Ziel war ein dosierter Start, da man in dieser Höhe bei einem Überdrehen fast nicht mehr regenerieren kann. Im 15 Sekunden- Takt wurden wir auf die Strecke geschickt. Ich fuhr mit dem leichten Hardtail und fühlte mich beim Einfahren ziemlich gut. Der dosierte Start klappte zwar weniger, bereits nach einigen Minuten war ich am Limit. Das Asthma sowie die dünne Höhenluft erschwerten die Situation zusätzlich. Trotzdem pushte ich mich den Berg hoch und konnte ein anständiges Tempo fahren. Nach ca. 46 min kam ich ausgepumpt oben an und dies reichte Overall für den 77. Rang (Kategorie Platz 9). Der Overallrang zeigt gut die extrem starke Besetzung des Rennens, im Vergleich mit den Vorjahresleistungen bei den Marathons fiel ich keineswegs ab und trotzdem reichte es nicht in die Top 50. Enttäuscht war ich aber keineswegs. Die super Beherbergung bei der Familie Inauen Heim machten mich im Nu wieder ready für die zwei folgenden Renntage.  

 

Rang 9 Kategorie Fun Herren 1 (Overall Rang 77)

 

1. Etappe

 

Zum Start der ersten Etappe zeigte sich das Engadin von seiner rauhen Seite. Temperaturen im einstelligen Bereich und Regen begleiteten uns in den ersten anderthalb Rennstunden. Ich zog mich warm an und bereits nach dem Startschuss musste ich mich sprichwörtlich warm anziehen, denn das Tempo war sehr hoch und ich musste bereits ordentlich beissen. Bis Pontresina folgten immer wieder kleinere Anstiege und Abfahrten. Ich hatte Mühe in den ganz hohen Leistungsspitzen zu fahren, sodass ich nie in einer Gruppe das Tempo diktieren konnte. In den Abfahrten hatte ich aber mit dem Fully und einer erstmalig eingesetzten absenkbaren Sattelstütze mächtig Spass. Auch ins Morteratsch musste ich mehr investieren als mir lieb war. So kam es, dass ich im langen Anstieg nach Bever meinen eigenen Rhythmus suchen musste und die Gruppe mir davon fuhr. Oben bei der Alp Muntatsch wurde ich von Ronja und Christa verpflegt und versuchte mich weiter zu pushen auf dem Höhenweg Richtung Marguns. Doch genau in diesem Abschnitt zog es mir sprichwörtlich den Stecker, in den steileren Anstiegen hatte ich das Gefühl kleben zu bleiben. Andere kämpften aber auch und spätestens am steilen Anstieg nach Marguns zum Speichersee kämpfte jeder mit sich selber. Oben angekommen freute ich mich auf den kommenden Flowtrail und in diesem konnte ich zu den direkten Konkurrenten mächtig Zeit gut machen. Im nächsten Anstieg fühlte ich mich wieder besser und nach der längeren Laufpassage nach der Alp Suvretta folgte ein technisch anspruchsvoller verblockter Trail in Richtung Silvaplana. Dort schloss ich zu Kollege Luca auf und zusammen hatten wir mächtig Spass in der Abfahrt. Das Ziel erreichte ich Overall auf dem 69. Rang (Kategorie Rang 7). Es ging heute zäh und trotzdem kam ich ordentlich durch. Die Gewissheit, auch im Marathonbereich wieder einigermassen bei „meinen“ Leuten zu sein, liess mich beruhigt den Tag ausklingen. Auch wenn ich wusste, dass noch ein weiterer harter Tag folgte. Die Erfahrungen am Swiss Epic waren hier jedoch Gold wert. Ich wusste, dass ich solche Sachen gut verdauen kann und am nächsten Tag wieder einigermassen frisch starten kann.

 

Rang 7 Kategorie Fun Herren 1 (Overall Rang 69)

 

2. Etappe

 

Das Aufstehen an einem Sonntagmorgen ging auch schon flotter, doch das tolle Wetter liess einen perfekten Renntag erwarten. Ich startete in meinem Block eher hinten, da ich heute die Anfangsphase defensiv angehen wollte. Leider wurde der Weg schnell ziemlich eng, so dass es bereits ordentlich Stau gab. Ich liess mich jedoch nicht stressen und als er erste längere Anstieg kam, spürte ich richtig Power im ganzen Körper. Ich konnte viele Teilnehmer überholen und nach einer längeren Laufpassage fand ich die perfekte Gruppe. Im kommenden welligen Abschnitt Richtung Alp Staz fuhr ich stets aufmerksam in den vorderen Positionen und konnte zeitweise das Tempo diktieren. Ich fühlte mich im Vergleich zum Vortag viel stärker und hatte richtig Spass. Eingangs der technischen Abfahrt von der Alp Staz nach Pontresina reihte ich mich vorne in der Gruppe ein. Dank dem super Fully konnte ich es ordentlich krachen lassen und die Gruppe halbierte sich sofort nach dieser Abfahrt. Auch im folgenden Teil entlang des Flazes, welcher auch einige Rampen beinhaltete fühlte ich mich gut. In Bever ging es hoch zum Skilift oberhalb Samedan, ich konnte gut der Gruppe folgen und Ronja stand mit dem Bidon genau richtig. In der Folge kamen wieder einige giftige Rampen und beinahe zuoberst musste ich die zwei stärksten Fahrer der Gruppe ziehen lassen, hätte ich das Tempo durchgedrückt wäre der Parkschein schon beinahe bezogen worden. Hoch zur Alp Suvretta konnte ich noch einmal Kraftreserven mobilisieren und die Flowtrailabfahrt nach Champfer geniessen. Mit Vollgas ging es zurück nach Silvaplana wo ich im Tagesklassement mir den 49. Overallrang (6. Rang Kategorie) sichern konnte.

 

Rang 6 Kategorie Fun Herren 1 (Overall Rang 49)

 

Damit schloss ich das Rennen in der Gesamtwertung auf Platz 8 ab (Overall Rang 60 von ca. 450 Fahrern). Ich war zufrieden und der Sonntag gab mir mächtig Auftrieb für weitere Taten. Es war ein extrem cooles Rennen mit einem hohen Trailanteil. Genau solche Rennen werden mich noch länger in diesem Rennzirkus halten. Toll gibt es Leute, die den Mut haben so etwas auf die Beine zu stellen- ich komme nach dieser Premiere wieder. Vielen Dank der ganzen Familie Inauen Heim für die super Betreuung und Beherbergung des ganzen Wochenendes. Ride on- Benno

 

12.06.2016 EKZ Cup Gossau - was für ein Rennen - PODIUM :-)

 

Nach dem ersten Saisonrennen für mich, dem Swiss Bike Cup in Gränichen von letzter Woche, stand ich heute am EKZ Cup in Gossau am Start. Ich zog dieses Rennen dem Marathon in Estavayer vor, auch mit dem Gedanken nach dem Wettkampf weniger ausgelaugt zu sein als nach einem 3- stündigen Vollgasmarathon. Durch die Erlebnisse der vergangenen Monate will ich meinen Körper nicht sofort wieder überfordern, sondern behutsam mit ihm umgehen. Am Vortag des Rennens besuchte ich den Gigathlon in Erstfeld, die vielen tollen Gespräche mit Kollegen und die Atmosphäre des Wettkampfes lösten bei mir schöne Erinnerungen an das letzte Jahr hervor. Ich hatte Freude an diesem Nachmittag und fühlte mich, obwohl nur als Zuschauer dabei, wieder im „Rennzirkus“ integriert. In Gossau fand ich eine stark verschlammte Strecke vor, welche doch einige knifflige Passagen drin hatte, aber ziemlich viel Spass machte. Nach der Streckenbesichtigung begann es wieder zu regnen und ich setzte daher nur auf ein kurzes dafür knackiges Einfahren. Da ich mich nachmeldete, musste ich das Rennen aus der hintersten Reihe in Angriff nehmen. Die Stimmung am Start wurde vom Speaker und den Zuschauern super inszeniert und umgesetzt- ein grosses Lob an den RMC Gossau. Im ersten langen Asphaltaufstieg konnte ich mich mit einem gleichmässigen Tempo in der erweiterten Spitzengruppe festsetzen. In den Positionskämpfen blieb ich cool, im Vergleich zu Gränichen fühlte ich mich von Beginn an weniger verkrampft. Oben auf der Kuppe verlor ich trotzdem den Anschluss an die ersten 6 Fahrer und hielt mich in der Verfolgergruppe auf. Ich spürte aber, dass mich dieser Starteffort nicht mehr in den blitzeblauen Bereich katapultierte und so hatte ich doch ganz ordentlich Power im Körper und freute mich sehr über diese Umstände. In der ersten Runde machte ich in den schmierigen Passagen teilweise noch kleinere Fehler, so musste ich kleinere Löcher jeweils wieder schliessen. Nach der ersten Zieldurchfahrt lag ich auf Platz 8 und irgendwie gab ich mich mit diesem Rang im Kopf nicht zufrieden, da ich spürte heute liegt mehr drin. In der Folge fand ich immer besser in das Rennen und fuhr auch technisch immer sauberer. Die coole Strecke und der eingebaute Sprung machten mir zusätzlich Freude und so kam es, dass ich mich im Vorwärtsgang befand und laufend Positionen gut machen konnte. In der letzten Runde setzte ich im langen Aufstieg alles auf eine Karte und konnte mich von einem weiteren Konkurrenten lösen. Die Schlussrunde gelang mir super, bis ich ca. 200 m vor dem Ziel feststellen musste, dass mein Wechselauge durch den klebrigen Schlamm und die daraus folgende Spannung brach. Ich fand aber einen Gang der mich noch ins Ziel brachte. Erst danach realisierte ich, dass ich es als Dritter auf das Podium geschafft hatte. Ich freute mich extrem und mir fiel ein Stein vom Herzen. Wer mich kennt weiss, dass ich mich nicht nur anhand von Resultaten definiere und dass es im Leben wichtigere Dinge gibt als auf das Podest in einem Bikerennen zu fahren. Die nicht einfache Zeit über den Winter, die vielen Selbstzweifel und Fragen beschäftigten mich sehr, heute spürte ich wie dieser Sport meine grosse Leidenschaft und Passion ist. Heute zeigte sich, dass sich dranbleiben eben doch lohnt und dass es vielfach einen „Payback“ gibt. Mountainbikerennen faszinieren, der eigene Körper und der Kopf auch- schön durfte ich dies heute von der absoluten positiven Seite erleben. Die super Resultate am Gigathlon von Ronja und Flurina freuten mich ebenfalls riesig. Schön darf man solche Sachen erleben und teilen. Weiter geht es anfangs Juli mit dem Engadin Bike Giro: Neues Abenteuer, neue Herausforderung, weitere Emotionen – die Saison ist nun richtig lanciert. Ride on- Benno

 

04.06.2016 Swiss Bike Cup Gränichen - Rang 19 beim Wiedereinstieg :-)

 

Nach über 8 Monaten stand ich wieder an der Startlinie eines Bikerennens. In dieser Zeit passierte viel. Nach der unglaublichen Saison 2015 und dem Masterabschluss zeigte mir der Körper und der Kopf Ende des letzten Jahres auf, dass ich sprichwörtlich über meinen Verhältnissen gelebt habe. Die Muskelverletzung im linken Bein schleppte ich noch weit in den Winter hinein und mein Kopf zeigte mir auch auf, dass man als Mensch nicht unbedingt den Leistungsgedanken in den Vordergrund stellen sollte. Ich nahm die Signale meines Körpers bewusst wahr und handelte dementsprechend schnell und offen wie man es von mir gewohnt ist. In dieser Zeit war an ein geregeltes Training überhaupt nicht zu denken, sondern auf den Körper zu hören und den Sport, beziehungsweise den Leistungssport und das Mountainbiken in den Hintergrund zu stellen. Obwohl es eine harte Zeit war konnte ich viel von mir lernen und die hoffentlich richtigen Schlüsse daraus ziehen. Mountainbikesrennsport auf dem Niveau, welches ich die letzten zwei Saisons durchgezogen habe und ein anspruchsvoller Beruf mit Ambitionen miteinander zu verbinden ist eine Gratwanderung. 2015 lief ich mit traumwandlerischer Sicherheit auf dem schmalen Grat und fühlte mich dabei auf einer breiten Autobahn, so sicher, so überzeugt und so stark fühlte ich mich: Den Gigathlon im Couple absolviert, Europas härtestes Etappenrennen beinahe in den Top 20 gefinisht, die Swiss Bike Marathon Series auf dem 9. Gesamtrang in der Open Kategorie abgeschlossen dazu das Masterstudium abgeschlossen und den Job in einem der besten Wasserbaubüros der Schweiz erhalten- es lief einfach fast zu perfekt. Es waren auch die Resultate aus jahrelanger konsequenter Arbeit, welche aber auch mit Spass verbunden waren. Die Zeit um die Jahreswende ins Jahr 2016 zeigte mir aber auch mit der gleichen harten Konsequenz auf, dass ich nicht permanent das Gaspedal durchdrücken kann. In den vergangenen Monaten passierten aber auch ganz schöne Sachen und auch das Trainingslager in Gran Canaria machte mit den Jungs extrem viel Spass. Dies gab mir Selbstvertrauen und auch das Gefühl, dass der Radsport mir nach wie vor sehr zusagt und viel Freude bereitet. Der Gedanke an einen Wiedereinstieg in den Rennzirkus kamen aber erst in den letzten Wochen wieder auf und so stand ich heute am Start in Gränichen. Es schüttete wie aus Kübeln und das bei einem Rennen, welche eine Strecke beinhaltet die auch bei trockenen Bedingungen zu den anspruchsvollsten der Schweiz gehört. Ich mag die Runde aber, obwohl sie mir mit den kurzen steilen Anstiegen nicht unbedingt meinen Fähigkeiten entspricht. Das Hauptziel war Spass und Freude zu haben während dem Rennen, das Resultat war noch Nebensache. Von beinahe zuhinterst nahm ich den Wettkampf in Angriff, im Startaufstieg konnte ich ein paar Plätze gut machen spürte aber schnell dass die Atmung und die Kraft noch nicht den Vorjahreswerten entspricht. Doch ich drehte konstant die Runden und fuhr technisch mit dem Fully ansprechend, dabei hatte ich trotz Schlammpackungen grossen Spass. Ich beendete das Rennen im Mittelfeld auf dem 19. Rang. Klar liegen meine Ambitionen höher doch für den Moment passt das für mich. Ich freue mich auf weitere Rennen. Anfang Juli mit dem Engadin Bike Giro steht eine neue Herausforderung an- ich freue mich bereits auf weitere Rennemotionen. Besten Dank Andrea für die Verpflegung und Ronja fürs Fanen. Ride on- Benno

 

Saisonrückblick 2015
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27.09.2015 Iron Bike Race Einsiedeln Langstrecke - Platz 4 in der Kategorie - solider Saisonabschluss :-)

 

Mit dem Iron Bike in Einsiedeln stand bereits das letzte Rennen der Saison auf dem Programm. In der Woche nach dem Swiss Epic stand die Erholung im Vordergrund, dass der Körper nicht vollständig in den Ruhemodus schaltet habe ich doch zwei Trainings absolviert. Die Strapazen dieser Woche konnte ich aber nie ganz ausblenden, so war ich mir bewusst dass ich in Einsiedeln nicht mit einem vollen Tank an der Startline stehen werde. Zusätzlich war es auch schwierig den Fokus auf das Rennen in Einsiedeln zu finden, noch zu präsent war die geniale Woche im Wallis noch zu stark war ich in dieser Welt dort mit meinen Gedanken.
Um 8:20 Uhr erfolgte der Start auf dem Klosterplatz zur Langstrecke über 101 km mit 3600 Hm. Wie am Swiss Epic durfte ich von Credo Bikes wieder das neue CCM29FS Fully fahren. Auf einer mir bekannten Strecke wollte ich das Rennen nutzen um weitere Aufschlüsse über das Fahren mit einem vollgefederten Bike an einem Marathon zu gewinnen. Dies und die Lage des Rennens nahe von mir Zuhause gaben mir die nötige Motivation mich auf ein hartes cooles Rennen einzustellen. Die ersten 10 km führten flach entlang des Sihlsees bis nach Egg. Es war gewohnt hektisch, ich bin immer froh wenn dieser Abschnitt vorbei ist, viele Leute können nicht in einem kompakten Feld fahren, so kommt es immer zu brenzligen Situationen. Nach der Teufelsbrücke in Egg ging es dann richtig los, in der ersten Rampe wird bereits richtig hart gefahren. Ich fühlte mich ganz ordentlich und kam flott voran. Je länger der Aufstieg dauerte, desto schwieriger wurde es für mich die Pace zu halten. Die hohen Leistungsspitzen fehlten mir heute, eine Auswirkung des Etappenrennens. Die Beine drehten gut, doch der ganze Organismus hatte Mühe mit der Situation. So fuhr ich meinen eigenen Rhythmus weiter und erfreute mich über die Abfahrten welche ich mit dem Fully entspannt und doch schnell bewältigen konnte. In der anspruchsvollen Passage nach dem Büel oberhalb der Sattelegg fühlte ich mich trotz glitschigem Untergrund sehr sicher. Im Aufstieg zur Wisstannen kam mein Motor besser in Schwung. Leider musste ich im folgenden langen Flachstück um Studen alles alleine absolvieren, so wurde nichts mit Kräfte schonen für den Aufstieg zum Haupthindernis des Tages, dem Spirstock. Als es in diesen Aufstieg ging bemerkte ich eine grössere herannahende Gruppe von Fahrern. Mein Kopf liess es nicht zu, dass diese zu mir aufschliessen sollten. Im Wissen, dass mir die Endphasen bei den Renntagen im Wallis immer sehr zusagten und ich oftmals davor mehr zu kämpfen hatte, schlug ich ein für mich fast zu hohes Tempo an. Dies konnte ich aber gut halten und ich erreichte in einem guten Zustand den Spirstock. Ab da konnte ich mein Fully ausspielen. Die ruppigen Abfahrten Richtung Ibergeregg brachte ich ohne Probleme hinter mir. Vor der Holzegg stand mit Roger einer meiner besten Kollegen am Streckenrand und feuerte mich an, dies gab mir viel Mumm für die Endphase des Rennens. Die Abfahrten machten Spass und in den Aufstiegen vor Alpthal und „Eigen“ drehte mein Motor immer besser. So fuhr ich nach etwas über 5 Stunden auf dem guten 4. Kategorienrang ins Ziel. Damit war ich sehr zufrieden und stolz über meine kämpferische Leistung. Mit dieser holte ich mir den soliden 9. Rang in der Schlusswertung der Swiss Bike Marathon Series über die Langstrecke in der Kategorie Herren Open. Mit der heutigen Verfassung habe ich das Optimum aus der Situation heraus geholt. Das Fahren mit dem Fully machte viel Spass, ich bin um weitere Erkenntnisse reicher, es wird mit Bestimmtheit nicht das letzte Rennen mit einem Fully gewesen sein. Nun ist die Rennsaison leider bereits vorbei, mein Körper wird es mir aber danken- die vergangenen 2 Monate waren sehr intensiv. Ich brauche noch ein paar Tage bis ich alle Erlebnisse aus dieser Zeit im Kopf sortiert habe, es war superhart aber auch superschön. Nun freue ich mich auf ein paar coole Tourentage mit meinen Rennfahrerkollegen an den Oktoberwochenenden. Ride on- Benno

14.09.2015 - 19.09.2015 Swiss Epic Etappenrennen - der absolute Wahnsinn - Platz 21 GC Kat. Men :-)

 

Mit dem Swiss Epic stand mein ganz grosser Saisonhöhepunkt an. Zum ersten Mal ein Mehretappenrennen und dazu gemäss Ausschreibung das härteste in ganz Europa. Zu einer grossen Vorfreude mischte sich eine ganze Portion grosser Respekt vor diesem Abenteuer. Mit Oliver Schär hatte ich zudem einen erfahrenen Partner an der Seite welcher ich schon lange kenne und durch die vielen Trainingslager, Rennen und sonstige Anlässe eine gute Freundschaft aufbauen konnte. Für solche Etappenrennen ist dies wichtig, gerade in Stresssituationen muss man sich auf den Partner verlassen können.
Bei der Anreise ins Wallis lernten wir die ungemütliche Seite der schroffen und steilen Berglandschaft kennen- 5 Grad und Regen sind nicht unbedingt ideale Bedingungen für das Absolvieren eines der härtesten Mehretappenrennen. Doch wir hatten die ganze Woche Wetterglück und angenehme herbstliche Temperaturen.


Day 1: Prolog
Der erste Renntag wurde in Form eines Zeitfahrens auf einer 16 km langen Strecke um Verbier ausgetragen. Wir konnten schon früh in dieses Rennen starten und spätestens als wir uns auf der Rampe beim Scott- Truck bereit machten begann das Rennadrenalin zu fliessen. Wir fanden schnell einen guten Rhythmus bergauf und wurden nur kurz durch einen Sturz von Oli auf einem technischen Höhenweg gebremst. In den folgenden Abfahrten konnten wir unsere Fullys mit 120 mm Federweg richtig ausnützen und Zeit gut machen. Die Schlussabfahrt führte über eine Downhillstrecke welche mächtig Spass machte- wie in einem Rausch fuhren wir dort bergab und klassierten uns nach dem ersten Tag im guten 23. Rang. Da über 20 UCI Teams gemeldet waren, eine sehr starke Leistung.

Day 2: 1. Etappe
Die erste Etappe führte von Verbier nach Leukerbad über 95 km mit 3100 Hm. Ich fühlte mich im ersten langen Anstieg richtig gut und konnte in der Verfolgergruppe ein gutes Tempo vorgeben. Oli blieb dran und wir stachen gemeinsam in die erste lange Abfahrt. Die Abfahrt war schon richtig technisch anspruchsvoll aber unglaublich cool zu fahren. Nach der ersten Service Station führte die Strecke mehrere km durch die Weinberghänge sowie Trails entlang der Suonen. Diese kurzen Auf und Ab‘s zehrten bei mir an den Kräften, die super Abfahrten mit grandiosem Panorama entschädigten aber für diese Strapazen. Am Ende stand der Schlussaufstieg nach Leukerbad an. Dank guter Verpflegung durch Sponser Sport Food und einem geschickten Einteilen der Kräfte erreichten wir wiederum den 23. Rang in der Kategorie Men. Bereits nach diesem ersten langen Tag war mir klar, dass dies ein spezielles Rennen ist. Noch nie bin ich auf einer solchen Strecke ein Bikerennen gefahren. Die unzähligen Trails, die Aussicht, die schwierigen Passagen und die langen Anstiege sind wirklich Epic und mit dem Credo 2016er Racefully mit über 120 mm Federweg aber auch extrem spassig. Dank der guten Organisation genossen wir nach dem Duschen jeweils eine tolle Massage im Perskindol Zelt, anschliessend konnten wir bereits im Zielgelände essen und wichtige Kohlenhydrate zuführen. Nach der Pflege des Bikes begaben wir uns meistens ins Zimmer und versuchten uns zu erholen um neben den eigentlichen Etappen keine Energie zu verbrauchen. Nach dem Rennbreefing und dem Nachtessen hiess es den nächsten Tag vorbereiten und so viel wie möglich schlafen. So waren die Tage immer ausgefüllt und ich lernte das Etappenrennenfahren kennen.

Day 3: 2. Etappe
Die 2. Etappe führte über eine grosse Runde von Leukerbad Richtung Goppenstein und anschliessend wieder zurück nach Leukerbad. Mit 63 km und 3000 Hm war die Etappe eher kurz, dafür gab es viele Höhenmeter auf steilen Aufstiegen zu klettern. Im ersten langen Anstieg fühlte ich mich wiederum sehr gut und den folgenden Torrenttrail machte unglaublich Spass, die lange Abfahrt war wiederum Spitzenklasse. Im Mittelteil erlebte ich meine erste Krise, erholte mich aber gegen Ende der Etappe wieder. Auf dieser Etappe machte mir meine Sehnen im hinteren Oberschenkel zu schaffen, doch die Perskindol Physios machten einen super Job im Anschluss der Rennen. Wir beendeten die Etappe wiederum im sehr soliden 23. Rang.

Day 4: 3. Etappe
Die dritte Etappe führte von Leukerbad nach Grächen über 93 km mit 3100 Hm. Dabei galt es im Bereich Visperterminen einen Anstieg von 1600 Hm zu überwinden, hinzu kam ein 1000 Hm Schlussaufstieg nach Grächen. Mental hatte ich am Morgen dieser Etappe am meisten zu kämpfen, doch der super Trail durch den Leukerwald mit einer abschliessenden Serpentinenabfahrt hinter der Worldcupsiegerin Annika Langvad zauberte wieder ein Lächeln auf das Gesicht. Im Anschluss folgte eine sehr lange Flachpassage entlang der Rhone in Richtung Visp. Mit Mathias und Pascal sowie dem Specialized Women Team konnten wir uns in der Fläche mit der Führungsarbeit im Gegenwind aufteilen. Es kamen noch weitere UCI Teams, welche Defekte erlitten, hinzu und das Tempo war danach horrend. Während wir die Flaschen auffüllten in der ersten Service Station bekamen die UCI Teams Flaschen gereicht. Mit einem Kraftakt konnten wir die Lücke wieder schliessen. Danach begann der lange Anstieg und meine Sehnen machten sich bereits bemerkbar, wir mussten Tempo raus nehmen. Im oberen Teil des Anstieges bliess ein kräftiger Wind und wir beide mussten arg auf die Zähne beissen. Dazu kam, dass ich merkte wie mein Hinterbau des Bikes Spiel bekam. Wir mussten stoppen und es ging lange bis wir bemerkten, dass es nicht an den Lagern, sondern am lockeren Ausfallende lag. Es zogen einige Teams vorbei und nach ca. 5 weiteren Minuten zog es mit einem Knall auch Olis Luft aus seinem Hinterrad. Der Reifen war aufgeschlitzt und das Tubelessventil von der Dichtmilch „verhocked“. Herzlich Willkommen beim härtesten Etappenrennen Europas dachte ich zu diesem Zeitpunkt. Mit einem Kraftakt schafften wir es das Ventil raus zu drücken und einen Schlauch einzuziehen. Als Schutz legten wir einen Sponser High Energy Bar Riegel komplett in die Seitenwand des Pneus und nahmen die lange Abfahrt in Angriff. Ich traute meinen Augen kaum wie super diese Abfahrt wiederum war, nach einer gefühlten Ewigkeit brannten auch die Arme aber unsere Motivation kam zurück und im Schlussaufstieg konnten wir wieder viele Teams überholen. Die Aussage eines Deutschen „Transalp das ist Kindergeburtstag“ zeigte wie hart dieses Rennen wirklich ist. Alle waren an diesem Tag am Limit und wir zusätzlich froh nach diesen Defekten noch dabei zu sein. Mit dem 27. Rang im Etappenklassement konnten wir den Schaden einigermassen in Grenzen halten, rutschten aber auf Platz 24 in der Gesamtwertung ab.

Day 5: 4. Etappe
Die vierte Etappe führte uns von Grächen ins Saastal und wieder zurück nach Grächen. Mit 88 km und 3300 Hm die Königsetappe. Das Aufstehen fiel immer schwerer doch wir nahmen dies mit Humor, schliesslich geht es allen anderen Fahrern gleich. Nach einem kurzen steilen Aufstieg folgte eine technische Abfahrt welche sehr rutschig war. Bei einer Unachtsamkeit stürzte ich auf beide Knie, schnell war ich aber wieder im Sattel. Erst ganz unten merkte ich, dass sich mein Wechselauge verbogen hatte und ich nicht mehr richtig schalten konnte. Oli versuchte den Wechsler in Position zu biegen. Ab da hatte ich zwar nicht mehr alle Gänge auf der Kassette zur Verfügung, doch da ich eine Zweifachkurbel fuhr, konnte ich dies mehrheitlich ausgleichen. Von da an überlegte ich mir jeden Schaltvorgang damit nicht noch mehr Schaden angerichtet wird. An diesem Tag fühlte ich mich aber immer besser und konnte die Trails um Saas-Fee geniessen. Nach einer längeren Abfahrt konnte man sich auf Asphalt zum ersten Mal auch bergab erholen. Danach folgte der Schlussaufstieg nach Grächen welcher teilweise identisch zum Vortag war. Kurz zuoberst folgte eine längere Laufpassage bei welcher wir das Schwedische Team distanzieren konnten. Wir zeigten beide an diesem Tag eine sehr gute Leistung und schafften mit dem 21. Rang unser Bestresultat. In der Gesamtwertung machten wir zwei Plätze gut. Auch heute hatten wir ein paar brenzlige Minuten mit dem verbogenen Schaltauge, auch heute blieb vor allem Oli cool was ich sehr schätzte. Der 21. Rang im Gesamtklassement war nur noch 4 Minuten entfernt was unser Ziel für den Schlusstag war.

Day 6: 5. Etappe
Die 5. Etappe führte von Grächen ins Endziel nach Zermatt. Mit 60 km und 2400 Hm war sie die kürzeste aber sie durfte keineswegs unterschätzt werden. Wir beide konzentrierten uns noch einmal und zapften die letzten Reserven an. Im Startaufstieg fuhren wir bereits offensiv und konnten uns dem Leaderteam der Frauen Topeak mit Adelheid Morath und Sally Bigham anschliessen. Diese fuhren während der ganzen Woche extrem stark und das zeigte sich auch an diesem Tag. In der ersten langen Abfahrt konnte ich am Hinterrad von Morath eine super Linie fahren. Im coupierten Teil im Bereich Randa konnten wir mit ihnen eine gute Pace anschlagen und hinter uns war die Lücke zu den Verfolgern bereits sehr gross. Im Aufstieg zur Täschalp hatte Oli super Beine und ich musste beissen an seinem Hinterrad. Nach einer weiteren technischen Abfahrt kam ein kurzer Gegenanstieg und bei diesem zog es mir kurzzeitig den Stecker. Ich hatte das Gefühl die ganze Kraft zu verlieren; Oli stosste mich kurz und ich ass 2 rote Gels auf einmal. Das Leben kam zurück und ich war heilfroh. Vor allem Mental war diese Etappe sehr hart, man befand sich kurz vor dem Ziel nach unzähligen Rennstuden und wollte diese Ausgangslage nicht mehr vergeben. Ich beruhigte mich und wir fuhren weiterhin mit dem Team Topeak. Der nächste lange Anstieg führte hinauf zur Sunnegga. Dort erblickte man zum ersten Mal das Matterhorn – ein weiterer epischer Moment. Die grandiose Kulisse und das Wissen, dass das Rennen nicht mehr sehr lange dauerte setzten bei mir Kräfte frei. Die technische Abfahrt konnte ich geniessen und im Schlussaufstieg zur Hängebrücke fühlte ich mich im Gegensatz zu Oli wieder super. Wir meisterten auch die Schlussabfahrt problemlos und bogen nach über 27 Rennstunden überglücklich ins Ziel nach Zermatt ein. Mit diesem starken Renntag verbesserten wir uns noch auf Rang 21 in der Gesamtwertung. Blendet man die UCI Elite Team aus wäre es für uns ein 7. Rang. Damit waren wir beide hochzufrieden und extrem glücklich.
Es war sprichwörtlich eine epische harte Woche mit stundenlangen Aufstiegen welche mit den genialsten Trails die ich in meinem Leben gefahren bin entschädigt wurden. Die atemberaubende Kulisse mit den Walliser Alpen trug dazu bei. Vielen herzlichen Dank an alle die uns auf diesem Weg unterstützt haben. Ganz besonders danken möchte ich Marco Woecke von Credo Bikes für das sensationelle 2016er Fully, es war das perfekte Bike für dieses Rennen und hat den Test mehr als bestanden. Es machte unglaublich Spass mit diesem Bike zu fahren. Ein weiterer grosser Dank geht an Christian Amstutz von Sponser Sport Food, sein Ernährungskonzept welches er mit mir in der Vorwoche besprochen hatte ging voll auf. Ohne Benzin im Tank läuft an einem solchen Rennen nichts und die Nahrungsaufnahme / Energiezufuhr ist eminent wichtig.
Es war das mit Abstand grösste Erlebnis in meinem Leben; das Leiden, die super Abfahrten, die perfekte Organisation und die Kulisse machten es zu einer unvergesslichen Woche. Abgerundet wurde sie mit der Finisherparty in Zermatt – wo sich wieder zeigte wie cool der Bikezirkus wirklich ist- schön darf ich dazugehören ich schätze dies sehr. Danke Oli für diese super Woche.

 

 

Resultate Epic Kategorie Men (Lizenz + Fun) -> Team Credo Bikes - Röbis Velo-Shop

Prolog Verbier: 16 km 840 Hm                                 1:02:26.7                 Platz 23

Stage 1 Verbier – Leukerbad: 95 km 3100 Hm          5:40:16.7                  Platz 23

Stage 2 Leukerbad – Leukerbad: 63 km 3000 Hm     4:32:10.2                  Platz 23

Stage 3 Leukerbad – Grächen 93 km 3100 Hm         6:01:05.9                  Platz 27

Stage 4 Grächen – Grächen 88 km 3300 Hm            5:38:15.7                  Platz 21

Stage 5 Grächen – Zermatt 60 km 2400 Hm             4:14:37.3                  Platz 21

Gesamtwertung (415 km, 15‘740 Hm)                   27:08:52.5                Platz 21

(7. Rang bei den Nichtlizenzfahrern)

Highlight Clips

Prolog: https://www.youtube.com/watch?v=HRasSa3FmCA

Stage 1: https://www.youtube.com/watch?v=oZdcAcJAKLA

Stage 2: https://www.youtube.com/watch?v=uTPi-rfEKM0

Stage 3: https://www.youtube.com/watch?v=Cx3Rb182TAY

Stage 4: https://www.youtube.com/watch?v=_CxH36HUFOg

Stage 5: https://www.youtube.com/watch?v=flPHnVJg5E0

29.08.2015 Nationalpark Bike Marathon Langstrecke - geniale Kulisse - Rang 4 :-)

 

Mit dem Nationalpark Bike Marathon stand der nächste ganz grosse Klassiker auf dem Programm. Zum zweiten Mal absolvierte ich die Königsdistanz über 137 km mit 4026 Hm. Diese führt rund um den Schweizer Nationalpark in einer beeindruckenden Landschaft. Beeindruckend war am heutigen Tag auch das Wetter und damit das wunderschöne Panorama in der Engadiner Bergwelt bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen. Es schien so als wollte sich der Wettergott für die misslichen Bedingungen am Eiger Bike revanchieren.

Heute stand praktisch alles was Rang und Namen hat an der Startlinie im Engadin: Cape Epic Sieger Mennen, mehrfache Transalpsieger Käss und Kaufmann, dazu die starken Österreicher Pernsteiner und Hochenwarter, die stärksten Schweizer Buchli und Huber sowie die gesamte restliche Schweizer Marathonarmada und einzelne starke Deutsche. 
Der Start erfolgte um 7:15 Uhr im Dorfzentrum von Scuol, in der neutralisierten Startphase war es gewohnt nervös und hektisch, doch ich hielt mich schadlos aus den einzelnen brenzligen Situationen. Als am Fusse der Steigung zum Val S-charl der Start frei gegeben wurde, da wurde bereits ein sehr hohes Tempo angeschlagen. Der Spitzengruppe folgen konnte ich unmöglich, so reihte ich mich in der ersten Verfolgergruppe ein. Ich fühlte mich gut und verrichtete viel Führungsarbeit, die kurzzeitigen Blicke in die wunderschöne Landschaft brachten mir auch im Kopf ein gutes wohles Gefühl. Kurz nach dem Dorf S-charl zieht die Steigung an und ich büsste für meine aktive Fahrweise, die Gruppe splitterte sich und ich fand mich im hinteren Teil wieder, bis zum Pass Costainas musste ich sehr viel investieren und bereits einige Körner liegen lassen. In der Abfahrt konnte ich zu Kollege Pascal Nay aufschliessen und mit Sascha Fliri bekam ich Gesellschaft von einem direkten Konkurrenten. Bei der Durchfahrt von Fuldera bildete sich wieder eine Gruppe und wir fuhren den nächsten Anstieg nach Döss Radond. Im Trail durch das malerische Val Mora fuhr ich stets in den vorderen Positionen der Gruppe und prompt bildete sich dahinter eine Lücke, so konnte ich entspannt in den nächsten Anstieg zum Alpisella fahren. In meinem Lieblingsanstieg kam ich gut hoch und verpflegte mich auch ausreichend. Dies funktionierte heute viel besser wie am Eiger, von Magenkrämpfen blieb ich verschont und konnte so immer genug Energie zuführen. Wiederum stach ich mit Pascal in die Abfahrt Richtung Livigno. Dann kam ein erster Schreckmoment; in einer unübersichtlichen Kurve kam uns Petter Northug zu Fuss entgegen, einen Crash mit dem norwegischen Superstar konnte ich zum Glück vermeiden. In der Folge fuhr ich eher auf Sicherheit in dieser Abfahrt- die Italiener liessen die Wanderer trotz diesem Bikerennen auf dem Pfad laufen. In der Fläche von Livigno konnte man sich mental auf das Haupthindernis des Tages einstellen, den extrem steilen Chaschauna Pass. In den giftigen vorbereitenden Rampen fühlte ich mich noch sehr gut, doch als es in den Hauptanstieg ging da begann ich mehr mit mir zu kämpfen als mit meinen Gegner- es ging aber allen anderen gleich. Einen Teil bewältigte ich im Laufschritt, auch um meine hinteren Oberschenkelmuskeln leicht zu entlasten. Seit meiner Sehnenentzündung vor dem Gigathlon machen mir diese zu schaffen, der Schmerz ist nicht extrem aber unangenehm- im Rennen versuche ich dies zu verdrängen, was häufig klappt aber doch nicht sein sollte. In der ruppigen Abfahrt nach S-chanf riskierte ich nicht Kopf und Kragen und unten am Fusse bildete sich eine gute Vierergruppe mit Pascal und mir. In den giftigen Gegensteigungen musste ich beissen, doch der Windschatten in den schnellen Passagen zahlte sich für diese Bemühungen aus. Als es in Lavin in den letzten längeren Anstieg ging war mein Ziel einfach so lange an der Gruppe zu bleiben wie es ging, doch je länger desto besser fühlte ich mich. Schon bald konnte ich das Tempo mitbestimmen, Pascal und später auch Simeon fielen aus der Gruppe. Zu zweit donnerten wir Richtung Ftan, die Durchfahrt durch die schönen Engadiner Dörfer mit den vielen Zuschauer zauberte mir ein Lächeln auf das Gesicht- toll. In der Schlussabfahrt liess ich es krachen und konnte mich noch lösen und nach 6 h und 35 min auf dem 4. Kategorienrang finishen. In diesem Weltklassefeld reichte dies zu Overallrang 38. Das Kategorienpodium verpasste ich um 55 sec, doch wie schon am Eiger bin ich mit diesem 4. Rang mehr als zufrieden. Ich hatte im Ziel das Gefühl das Bestmögliche aus meiner Tagesform gemacht zu haben, wie ich nach 6 harten Rennstunden noch einmal richtig Gas geben konnte war cool. Diese positiven Erlebnisse nehme ich nun mit in mein erstes Etappenrennen in zwei Wochen, dem Swiss Epic. Ich freue mich darauf. Besten Dank an meinem Vater für den supertollen Support an der Strecke- heute war das Gold wert! Ride on- Benno

16.08.2015 Eiger Bike Challenge Langstrecke - Platz 4 und Overall Top 30 :-)


Mit dem Eiger Bike stand der erste ganz grosse Klassiker der Swiss Bike Marathon Serie auf dem Programm. Nach einer eher lockeren Woche nach den vielen Trainingsstunden im Bündnerland war ich gespannt wie es um meine Form steht. Pünktlich zu diesem Wochenende verabschiedete sich auch das schöne warme Sommerwetter. Die eindrückliche Kulisse um Grindelwald konnte man sich dieses Jahr nur ausmalen, alles war verhangen, nass, neblig und kalt. Ich stellte mich aber auf diese harten Bedingungen ein und freute mich auf meinen ersten Start auf der Langstrecke in Grindelwald.

Um 7.00 Uhr erfolgte der Start in Grindelwald Grund zu den harten 88 km mit 3900 Hm. Gleich nach dem Start folgte der lange Anstieg zur Grossen Scheidegg. Ich hatte schnell ein gutes Gefühl und konnte bis nach dem Hotel Wetterhorn mit der Spitze mithalten, das Tempo war schon kurz nach dem Start sehr hoch und die Spitzengruppe umfasste keine 30 Fahrer mehr. In der Folge fand ich einen guten Tritt und mein Trainingskollege aus dem Engadin- Pascal Nay. Zusammen fuhren wir auf die Grosse Scheidegg und Richtung First. Auf dem First nieselte es stark aus dem dichten Nebel und die Temperatur war knapp über 5 Grad- Komfortzone sieht anders aus. Die folgende technische Abfahrt war sehr schmierig und anspruchsvoll, ich riskierte nicht viel und kam dennoch mit einem kleinen Vorsprung auf die Gruppe in den immer steiler werdenden Anstieg zum Feld. Ich heftete mich an die Fersen eines einheimischen Lizenzfahrers, Pascal folgte mit einigen Metern Rückstand. In der Abfahrt vom Feld konnte ich mich wiederum lösen, verlor aber bei einer Abzweigung diesen Vorsprung wieder, da ich mir kurzzeitig nicht sicher war ob dies die richtige Streckenführung war. Nach der langen Abfahrt folgten einige kürzere Gegensteigungen, dabei fuhren wir auf die schnellsten Fahrer der Mittelstrecke auf welche den Aufstieg zum Feld nicht fahren mussten. Dass Pascal und ich diesen Fahrern beinahe folgen konnten erstaunte mich. Der steile Aufstieg zum Bort gelang mir sehr gut, als ich noch Mittelstrecke fuhr litt ich dort viel mehr. Im Anschluss versuchte ich mich auch zu verpflegen, die nasskalten Bedingungen zehrten doch auch am Energiehaushalt. Ich hatte aber Mühe mit meinem Magen und musste dosiert essen. Nach weiteren technischen Abfahrten und Gegensteigungen waren wir wieder zurück in Grindelwald und danach stand der nächste lange Anstieg zur kleinen Scheidegg an. Pascal und ich fuhren wiederum zusammen, der einheimische Fahrer drückte auf das Tempo und zog davon. Mir machte der Magen immer mehr zu schaffen im Wiegetritt bekam ich leichte Bauchkrämpfe und die äusseren Bedingungen sowie die vielen steilen Aufstiege forderten alles ab. Bis zur kleinen Scheidegg kam ich nochmals nahe an den späteren Drittplatzierten meiner Kategorie heran, doch danach entlang der Bahngeleise explodierte ich beinahe. Ich stach in die Abfahrt und innert kürzester Zeit fror ich stark, die zwei Gegensteigungen wurden extrem hart zusätzlich musste ich mich sehr konzentrieren da das Gefühl in den Händen immer mehr abnahm. Ich war heilfroh als ich endlich den Talboden von Grindelwald erreichte. Im Zielaufstieg fühlte ich mich wieder besser und erreichte das Ziel auf dem 4. Kategorienrang, Overall konnte ich wie schon in Estavayer einen Top 30 Platz ergattern. Damit war ich sehr zufrieden, ich hatte das Gefühl das Optimum aus meinem Körper raus gepresst zu haben- Ziel erreicht. Nun freue ich mich auf den nächsten Klassiker- dem Nationalpark Marathon in 2 Wochen. Danke Pascal dass ich wieder mit dir im Rennen fighten durfte. Ride on- Benno

09.08.2015 Radbergrennen Rennvelo Andeer - Juf - Platz 16 nach vielen schönen langen Trainingstagen :-)

 

Nach einer längeren Rennpause seit dem Gigathlon stand heute ein Abstecher in den Strassenradsport an. Mit dem Radbergrennen von Andeer bis nach Juf schloss ich einen sehr umfangreichen Trainingsblock ab. Ich verbrachte 10 Tage im Engadin, zuerst mit Kollege Sebi für 3 Tage in Silvaplana und anschliessend mit Pascal eine Woche im Morteratsch. Ich genoss diese Tage sehr und das Engadin, sowie das tolle Wetter führten zu super Trainingstagen auf dem Rennvelo und dem Bike. Das Highlight war die Pässefahrt über Ofenpass – Stelvio – Foscagno – Passo Eira – Livigno. Die Ruhe in der Natur im Morteratsch, ein super Trainingspartner, das gute Essen, viel Sonnenschein und die Berge machten die Tage wirklich perfekt. Anschliessend begab ich mich nach Davos und trainierte dort weiter bis zum heutigen Rennen. So kamen in den letzten 4 Wochen über 80 h Training zusammen, für mich auch das Fundament für mein Ziel im September, dem Swiss Epic.
Das heutige Rennen führte mit dem Rennvelo von Andeer nach Juf, das bedeutete 28 km mit 1150 Hm. Schon beim Einfahren zeigte sich, dass es sich nicht nur um ein kleines regionales Rennen handelt- es hatte sehr viele sehr starke Fahrer am Start. Ich liess mich davon nicht beirren, denn für mich stand der Trainingsgedanke im Vordergrund. Um 10:25 Uhr erfolgte der Start. Durch das Dorf konnte ich mich gut von der schlechten Startposition nach vorne kämpfen, denn mit dem Erreichen des Dorfausganges erfolgte sogleich die erste Steigung. Es wurde bereits ein ordentliches Tempo gefahren, ich fühlte mich besser als gedacht und konnte problemlos in der noch grossen Spitzengruppe mithalten. Ich versuchte mich im Feld zu verstecken und positionierte mich im vorderen Teil um dem „Handorgeleffekt“ aus dem Weg zu gehen. Nach dem ersten längeren Anstieg flachte die Steigung ab und ab da zeigte sich die ungewohnte Charakteristik der Strassenrennen: Immer wieder erfolgten Tempoverschärfungen und Attacken, nach deren Neutralisation fiel das Tempo jeweils wieder zusammen. Ungefähr bei Rennhälfte wurde das Tempo extrem gesteigert und ich konnte dem Feld ganz vorne nicht mehr folgen. Heute fehlten mir einfach die Leistungsspitzen, was aber nach dem vielen Training nicht verwunderlich ist. Die Beine drehten gut, doch der restliche Organismus hatte im tiefroten Pulsbereich Mühe mit der Situation. Doch in der folgenden Fläche schaffte ich den Anschluss wieder und konnte mich ein bisschen erholen. In den steilen Kehren bei Cröt startete das Ausscheidungsfahren, ich hielt lange gut mit, doch beinahe zuoberst in diesem Abschnitt explodierte dann auch ich. In der Folge musste ich Tempo raus nehmen, nach und nach fand ich einen guten Rhythmus. In der gebildeten Verfolgergruppe musste ich viel Tempoarbeit verrichten, die Strassenfahrer wollten sich auf den Sprint beschränken. Nach nicht ganz 70 min erreichte ich das Ziel in der Kategorie A (Lizenz + Fun bis 35 Jahren) auf dem 16. Platz. Damit war ich zufrieden, das viele harte Training zeigte Nachwirkung was mir aber immer bewusst war. Nun werde ich noch einige Tage in Davos bleiben und mich erholen. Nächsten Sonntag folgt das Eigerbike über die Langstrecke, ich freue mich darauf. Nun kann ich definitiv unbeschwert fahren, denn die Masterarbeit und somit das gesamte Studium habe ich bestanden, ein grosser Erfolg für mich. Ride on- Benno

10.-12.07.2015 Gigathlon im Couple - unglaubliches Feeling - mit viel Freude auf Platz 28 :-)


Untere Gastrocnemius Lateral und Ansatz unterer Biceps Femoris sind nicht gerade die Worte, welche ich knapp zwei Wochen vor dem Gigathlon von meinem Arzt hören wollte. Auf Deutsch hatte ich eine Sehnenentzündung in der linken Kniekehle, was sich mit dumpfen und stechenden Schmerzen bei den Bewegungen äusserte. Mit Physiotherapie und einer Behandlung mit abschwellenden und entzündungshemmenden Pflastern, sowie viel Pflege und Ruhe kriegte ich sprichwörtlich im letzten Moment die Kurve. Einzig an ein Joggen war nicht zu denken, Anne-Sophie erklärte sich sofort bereit, auch den Joggingpart vom Sonntag zu übernehmen- vielen Dank.
Zwei Tage vor dem Gigathlon beendete ich mein Masterstudium mit der Präsentation der Diplomarbeit, ein sehr grosser Erfolg für mich und der Kopf war danach wirklich nur noch bei diesem Gigathlon. Schon das ganze Jahr begleiteten mich diese Gedanken an den Anlass. Als ich 2013 im Team of 5 zum ersten Mal an diesem Anlass teilnahm, war ich richtiggehend geflasht und bewunderte die Single und Coupleathleten.

Am Freitagmorgen packten Stefanie Müller unsere Supporterin und ich den VW Bus mit dem ganzen Material und holten Anne-Sophie ab. Wir deponierten das Rennvelo in der Wechselzone in Windisch und bekamen den Schlüssel unserer Unterkunft in Lenzburg von Josianne und Beat. An Herzlichkeit waren diese beiden nicht zu überbieten und sie stellten uns ihre ganze Wohnung zur Verfügung- ganz herzlichen Dank! Beim Check- in im Bereich des Start-Ziel Geländes verfiel man sofort wieder in diesen Gigathlon- Virus. Eine tolle Stimmung und viele gleichgesinnte Leute- schön. Viele bekannte Gesichter traf man beim Abendessen und danach bereiteten wir uns noch logistisch auf den ersten Wettkampftag vor.

Am Discovery Saturday begann der Gigathlon mit dem Mountainbikeabschnitt über 39 km mit 1200 Hm welche bis zum höchsten Punkt des Kantons Aargau führte. Als wir Single und Couples am 6 Uhr zusammen mit dem Sonnenaufgang und dem Gigathlon Lied „Vivere“ auf die Strecke geschickt wurden, hatte ich und viele weitere Athleten Hühnerhaut. Das Tempo war im ersten langen Aufstieg sehr hoch und ich fuhr meinen Rhythmus, denn der Tag war noch lange, ich vertraute auf meine Stärken und fuhr sehr überlegt. Ich erreichte die Wechselzone als 9. Coupleathlet mit nur 5 min Rückstand. Doch dann kam der erste Schreck, Anne-Sophie war nirgends in dieser Wechselzone zu finden. Wir Biker fuhren viel schneller als die vorgegebene Richtzeit des schnellsten Athleten gemäss Marschtabelle. Ich nervte mich zwar kurz, doch sie tauchte auf und sprang sogleich in die Aare und schwamm für ihre Verhältnisse solide diese lange Strecke von 9km. Danach folgte meine Inline Rennpremiere. Anfangs hatte ich schwere Beine, doch schnell fand ich einen Rhythmus und konnte viele überholen und Plätze gut machen. Einen Singleathleten zog ich mit und ich hatte mächtig Spass. Etwa nach der halben Distanz dieser 31 km holte mich eine Inlinespezialistin ein. So konnten wir uns in der Führung abwechseln und hatten schnell weitere überholte Athleten in unserem Zug. Ein cooles Gefühl einen ganzen Zug anzuführen! Die Zeit verging wie im Fluge und ich traf in der Wechselzone Schloss Wildegg ein. Anne-Sophie begab sich auf die Laufstrecke mit 18 km und harten 670 Hm. Hier spielte sie ihre Stärken aus und lief ein super Rennen. In der malerischen Wechselzone in Windisch begab ich mich auf das Rennvelo. Die 95 km mit 2000 Hm stellten den Knackpunkt des ersten Tages dar. Die hüglige Strecke und die mittlerweile mörderische Hitze machten es hart. Ich fühlte mich aber auf den ersten 30 km erstaunlich frisch und überholte weitere Athleten. Kurz vor einer längeren Flachpassage schloss ich zur führenden Single Frau Nina Brenn auf- kurze Zeit später überholten wir namhafte Single Männer und ich war beeindruckt von der Performance dieser Frau. In den Aufstiegen fielen die anderen weg und fortan fuhren wir zu zweit. Bei den Verpflegungsposten hielt ich immer länger an und kühlte mich ausgiebig. Nina Brenn wie auch das Begleitmotorrad warteten jeweils wieder auf mich- auch das ist Gigathlon Spirit pur. In den letzten beiden steilen Aufstiegen musste ich dann richtig kämpfen, doch ich konnte dranbleiben und die Schlussabfahrt nach Aarau geniessen. So stand für unser Couple ein toller 20. Rang zu Buche und für mich ein Kompliment von Nina Brenn. Der Tag war sehr hart aber schön und sehr abwechslungsreich. Nach dem Duschen, einer kurzen Massage und dem Nachtessen fuhren wir wieder nach Lenzburg und besprachen die Logistik für den Sonntag.

Am Historic Sunday startete Anne-Sophie auf dem Rennveloabschnitt in ihren langen Tag. Die 52 flachen km bis zum Schloss Hallwyl gingen zügig vorbei. Anschliessend musste sie direkt ins Schwimmtenü und rund 2 km im Hallwylersee absolvieren. Die anschliessenden 61 km bewältigte sie wieder mit dem Rennrad und kam zurück nach Aarau. Für die Couple war dies eine Pflichtkombination, das war auch der Grund wieso ich nicht diese Rennvelostrecke fuhr. Im Mittelfeld der Couples kam Anne-Sophie in die Inlinewechselzone und ich gab sofort mächtig Gas entlang der Aare. Im längeren folgenden Aufstieg konnte ich viele überholen und hatte mächtig Spass. Auch die technischen Abfahrten gelangten mir gut und ich kam in einen Flow. So düste ich richtiggehend über diese Inlinestrecke, auch wenn ich praktisch alles alleine fahren musste. Es folgte im Schachen direkt der Wechsel auf das Mountainbike. Steff hatte alles super vorbereitet und der Wechsel klappte einwandfrei. Ich fand schnell einen guten Tritt und spulte das Programm ab. In der ersten Hälfte der Strecke fuhr ich noch dosiert, ab dem coolen Bikepark in Gränichen gab ich dann Vollgas, da dies meine letzte Strecke am Gigathlon war. In den letzten 10 flachen km konnte ich im Windschatten von zwei schnellen Teamathleten mitfahren und danach wieder an Anne-Sophie übergeben. Ihr Lauf begann mit einem Aufstieg zum Schloss Lenzburg. Nach ca. 4 km durfte sie von mir begleitet werden. Ich packte viel Wasser, Sportgetränke und Gels in mein Trikot und konnte sie danach fahrend bestens betreuen. Bei einer extremen Hitze zeigte sie ein sehr regelmässiges Rennen und konnte ihr Tempo voll durchziehen, was an diesem langen Tag für sie als Neo- Ausdauersportlerin nicht selbstverständlich ist. Es folgte ein toller Zieleinlauf zu Dritt, mit Schlussrang 28 sind wir super zufrieden und extrem stolz. Gleich bei unserer Couple Premiere am Gigathlon über zwei so lange Tage ohne grosse Einbrüche so gut abzuschneiden ist wirklich perfekt.

Vielen herzlichen Dank an Anne Sophie, vielen Dank an Steff für die riesen Arbeit als Supporterin, vielen Dank an Marco von Credo Bikes, an Christian von Sponser für das tolle Ernährungskonzept, grosser Dank an Fabienne meiner besten Inlinetrainerin für die vielen unterhaltsamen gemeinsamen Trainingsstunden im Vorfeld des Wettkampfes, vielen Dank an Josianne und Beat für die super Übernachtungsmöglichkeit, vielen Dank an alle die uns auf diesem Weg unterstützt haben, besten Dank meinen Eltern ohne sie hätte ich mich in den letzten Wochen nicht nur auf Masterarbeit und Gigathlonvorbereitung konzentrieren können.

Nun ist erst einmal Erholung angesagt, bevor es dann an die Vorbereitung geht für die grossen Marathonbikerennen im August, sowie dem nächsten grossen Ziel dem Swiss Epic im September.

 

Resultate Benno:

Day 1: Bike 9. Inline 35. Rennvelo 17.

Day 2: Inline 25. Bike 13.

26.06.2015 Lauerzerseelauf Running 10 km in 40:12 - Kategorienrang 13 :-)


Laufwettkampf statt Bikerennen stand heute auf dem Programm. Mit dem Lauf rund um den Lauerzersee bei mir Zuhause galt es 10 km zu bewältigen. Da ich intensive Joggingtrainings doch sehr selten absolviere, war ich gespannt was für eine Zeit möglich wäre. Ich rechnete mir eine Zeit um 42 min aus. In den letzten Tagen spürte ich zudem Schmerzen in der linken Kniekehle, ich wollte aber an diesem Heimrennen unbedingt starten und versuchte diese Probleme auszublenden.
Um 19 Uhr erfolgte der Start und da ich weit hinten im Feld startete, war ich auf dem ersten km nur mit Überholen beschäftigt. Das Rennfieber kam mit dem Startschuss doch stark auf, also kannte ich keine Schonung. Ich wollte vor allem auf den ersten km nicht allzu stark überdrehen, als ich jedoch auf meiner Uhr km- Schnitte unter 4 min sah und ich mich gut fühlte, probierte ich einfach diese Pace so lange zu halten. Im coupierten Mittelabschnitt war die Pace ein bisschen langsamer und auf dem letzten km musste ich doch noch ziemlich beissen. Da merkte ich, dass mir das Bike besser behagt. Ich erreichte das Ziel in 40:12 auf dem 13. Kategorienrang. Von total ca. 900 Teilnehmern erreichte ich Platz 80 – ganz ordentlich. Damit war ich sehr zufrieden und Spass hat es auch gemacht. Das anschliessende Bad im See, sowie das Pastaessen mit vielen bekannten Gesichtern setzte dem Freitagabend die Krone auf. Kurz vor dem Anlass konnte ich noch meine Masterarbeit abgeben, nun folgt am 8. Juli noch die Präsentation.
Bald heisst es Endspurt in der Gigathlonvorbereitung. Die Form stimmt und ich hoffe, dass sich die Probleme in der linken Kniekehle mit dem Physio noch lösen lassen, diese beunruhigen mich im Moment noch. Ride on- Benno

14.06.2015 Swiss Bike Marathon Serie Estavayer - Kategorienrang 3 - es läuft :-)


Der erste Lauf der Swiss Bike Marathon Serie in Estavayer bedeutete für mich auch der erste Start auf der Marathondistanz in dieser Saison. Das Rennen im französisch sprechenden Teil der Schweiz misst zwar „nur“ 60 km mit 1500 Hm, doch die Intensität ist dafür umso höher. Man kann es vergleichen mit einem knapp 3- stündigen Cross Country Rennen auf einer grossen Runde. Die Strecke weist viele kurze und knackige Aufstiege, viele Richtungswechsel und schnelle technische Trails auf. Entgegen den Prognosen zeigte sich das Wetter sommerlich warm mit angenehmen Temperaturen, von den Gewittern der Vortage war die Strecke im Wald jedoch an mehreren Orten äusserst schmierig und teilweise pflügte man sich durch tiefen Boden.

Um 12 Uhr erfolgte der Start für das ca. 50- köpfige Lizenzfeld, eine Minute später durften auch ich und die restlichen 500 Fahrer auf die Strecke. Der erste Kilometer wird neutralisiert gefahren, die Hektik im Feld war enorm hoch, ich konnte mich zum Glück ziemlich weit vorne einreihen. Am Ende der Neutralisierung wurde sofort auf das Tempo gedrückt als wäre es ein Cross-Country Start. Ich versuchte vorne dabei zu sein und gleichzeitig mich im Feld zu verstecken um Energie zu sparen. Letztes Jahr überdrehte ich hier am Start und fand anschliessend den Tritt beinahe nicht mehr. Kurz vor der ersten Rampe fuhren wir auf das Lizenzfeld auf und das Rennen begann richtig. Meine Beine fühlten sich gut, so gab ich Gas, das Selbstvertrauen aus dem Rennen von Gränichen trug zusätzlich dazu bei es nicht vorsichtig anzugehen. Ich reihte mich ein und fand einen schnellen Zug, als ich bis zum finnischen Fahrer Perttu Pärssinen vom Medilaser Team vorgefahren bin, wusste ich heute bin ich wirklich schnell. Ich konnte mich in der Folge einer guten Gruppe anschliessen welche das Tempo konstant hoch hielt. Bald gesellte sich auch mein Kollege Pascal Nay dazu was mich freute, denn mit Kollegen zusammen zu fighten und zusammen zu arbeiten macht Spass. Jede Rampe wurde zügig gefahren, nach jeder Richtungsänderung wurde beschleunigt was das Zeugs hält und in den flachen Abschnitten wurde Tempo gebolzt. Der Anfangseffort zahlte sich nun durch das Fahren in der Gruppe wirklich aus, als ich dann in der Gruppe nicht mehr in den vordersten Positionen fuhr spürte ich eine gewisse Müdigkeit in mir. Doch ich verpflegte mich gut und fuhr kleinere Löcher jeweils wieder zu. Ab ca. km 50 fühlte ich mich wieder besser und dann flogen die km nur so dahin. Kurz vor der Einfahrt in Estavayer waren wir immer noch zu viert, einer verpasste beinahe eine Abzweigung, das wir drei selbstverständlich kurz warteten (ca. 5 sec.) und nicht alleine weiterzogen zeigt wieder mal super den Spirit der Bikeszene- während dem Rennen schindet man sich gegenseitig aufs Äusserste doch die Fairness wird nie vergessen. Es kam dann zum Endspurt den wir praktisch alle auf der gleichen Höhe passierten, da mit Nettozeit gestartet wird hatte dies wenig Einfluss. Ich finishte das schnelle und harte Rennen auf dem tollen 3. Kategorienrang von über 150 Fahrern, Overall bedeutete dies Platz 30 in einem stark besetzten Feld mit zahlreichen Elitefahrern. Damit war ich super zufrieden, heute haute ich ein wirklich starkes Resultat heraus. Nun gilt die Konzentration dem Schlussspurt der Masterarbeit sowie der Gigathlonvorbereitung. Ride on- Benno

06.06.2015 BMC Racing Cup Gränichen - super Rennen auf toller Strecke mit Rang 4 :-)


Heute startete ich zum vierten Lauf des BMC Racing Cups in Gränichen. Zum ersten Mal in diesem Jahr war es heiss, die 31 Grad Aussentemperatur erforderten eine kluge Renneinteilung und eine gute Anpassung des Körpers. Seit beinahe einem Monat fuhr ich keine Rennen mehr, statt dessen widmete ich mich meiner Masterarbeit sowie dem umfangreichen Ausdauertraining im Hinblick auf den Gigathlon. So kamen bereits etliche Pässefahrten auf dem Rennvelo zusammen und letztes Wochenende besichtigte ich 3 Teilstrecken des Gigathlons. Obwohl der Gigathlon in diesem Jahr im Kanton Aargau stattfindet kommen etliche Höhenmeter auf den Strecken zusammen, unterschätzen darf man das nicht und auch darum habe ich viele lange Einheiten eingelegt.
Doch heute stand die Cross-Country Disziplin auf dem Programm, das heisst Vollgas, Action und Spektakel. An keinem anderen Ort in der Schweiz findet man dies besser als hier in Gränichen. Eine Strecke mit weltcupwürdigem Charakter, mit vielen technischen Elementen und hammerharten Aufstiegen. Obwohl ich nicht der gnadenlose Techniker bin gefällt mir diese Strecke sehr gut, man muss wirklich jede Sekunde extrem konzentriert fahren und darf sich keine Fehler erlauben, ansonsten zeigt die Runde ihren Charakter auf gnadenlose Art. Das Rennadrenalin pocht hier während der ganzen Runde durch die Adern.
Wir hatten vier grosse Runden auf dem Programm und während dem Start war es brütend heiss, zum Glück war nicht die gesamte Runde der prallen Sonne ausgesetzt. Ich wollte einen dosierten aber sehr schnellen Start hinlegen, da es nach dem ersten Aufstieg gleich in einen schmalen Singletrail ging. Dies gelang mir sehr gut und ich reihte mich an 6. Stelle ein. Die Abfahrten fuhr ich trotz massenweisem Laktat sicher und zügig, die Sprünge gelangen problemlos. Vom Starteffort erholte ich mich schnell und in der Folge konnte ich eine hohe Pace angehen. Das Pässetraining vom Donnerstag über Glaubenberg – Glaubenbielen merkte ich nicht- ein gutes Zeichen. Ich kam voll in den Flow und fuhr sehr überlegt und nicht mit dem absolutesten Risiko, dies zahlte sich aus denn es gab viele Stürze. Anfangs der letzten Runde konnte ich mich im langen Aufstieg von einem Konkurrenten distanzieren. Ich vermochte den Platz zu halten und finishte das Rennen auf dem starken 4. Platz. Damit war ich sehr zufrieden und glücklich. Denn intensive Intervalle habe ich in den letzten Wochen eher vernachlässigt, so war das Podest auch ausser Reichweite, was mich aber nicht weiter stört, denn das Rennen heute hat mir ein sehr gutes Gefühl gegeben für die weiteren Taten. Vielen Dank an Edi und Anita Waldis für die Betreuung, bei dieser Hitze extrem wichtig- 4 Wasserflaschen zum kühlen und 4 zum trinken sprechen da Bände. Nächste Woche steht der schnelle Marathon in Estavayer an. Ride on- Benno

10.05.2015 BMC Racing Cup Solothurn - solides Rennen auf Platz 8 :-)

 

Heute stand der dritte Lauf des BMC Racing Cups auf der schnellen Strecke in Solothurn auf dem Programm. Das Wetter zeigte sich sonnig und frühsommerlich warm. Die Integration des Rennens in die Bike Days (nationale Veloausstellung) werten die Atmosphäre auf und führte zu einer tollen Rennkulisse. Die Strecke ist eine Mischung zwischen Strassen- und Bikerennen. Vom Festgelände geht es auf Asphaltstrassen zum nahegelegenen Wald, dort warten kurze steile Anstiege, Singletrails und schnelle flowige Abfahrten. Anschliessend führt die Strecke wieder zurück ins Start- und Zielgelände. Die Taktik spielt bei diesem Rennen eine grosse Rolle, mit einer Gruppe rollt es deutlich leichter über die vielen Asphaltstrassen, dafür wird im Wald umso härter in die Pedale getreten.

Um 15:30 Uhr wurde zu 4 grossen Runden gestartet. Nach dem Defekt von Tesserete durfte ich im Feld der Herren und Masters an 19. Position einstehen. Ein guter Start ist hier in diesem Rennen enorm wichtig, da nach der Ausfahrt aus dem Schanzengraben eine erste Engstelle folgt. Ich kam gut weg und konnte ein paar Positionen gut machen, bei der Unterführung kam es aber doch zu einem kurzen Stau. Danach ging aber die Post so richtig ab und es wurde richtig schnell gestartet. Ich fand eine gute Linie und konnte mich vor den ersten Waldpassagen in den Top 10 einreihen. Ich fand eine gute Gruppe und konnte das Tempo gut mitgehen obwohl ich doch einige Löcher jeweils wieder schliessen musste. Die Top 5 zogen aber vorne davon, mit ihnen mitzuhalten ging einfach nicht. In diesen kurzen harten und hochintensiven Rennen fehlt mir im Moment der letzte Zacken Power und Kraft, auch die Atmung reagiert wie so oft bei mir sehr sensibel. Die Abfahrten fuhr ich nicht mit dem letzten Risiko, zügig und beinahe fehlerfrei war ich aber unterwegs und die Aufstiege gelangten auch ganz ordentlich. Zusammen mit Kollege Mathias Lauk konnten wir uns in der zweiten Rennhälfte richtig pushen und es machte trotz der Anstrengung mächtig Spass. So erreichte ich im Ziel den soliden 8. Schlussrang, auf das Podest fehlte lediglich etwas mehr als eine Minute. Auch in Anbetracht, dass ich im Moment meine Masterarbeit am schreiben bin, kann ich mit den bisherigen Resultaten ganz gut leben. Gigathlon und Swissepic werden gut kommen, ich freue mich auf den Sommer und statt Ruhetag heisst es heute Koppeltraining Inline / Joggen. Fullgaz- Ride on Benno

03.05.2015 Zugerberg Classic Zug - Kategoriensieg nach einer zähen Sache :-)


Heute stand mit der Zugerberg Classic ein kleines aber sehr feines und hartes Rennen auf dem Programm. Der Start erfolgt in Zug und das Ziel befindet sich auf dem Plateau des Zugerbergs. Die Strecke führ also mehrheitlich bergauf, kleinere technische Passagen, Flachstücke und rasante Abfahrten im mittleren Abschnitt runden die Strecke ab. Dabei gilt es 25 km mit 1000 Hm zu absolvieren. Der Regen begleitete uns auch an diesem Rennwochenende, die Temperaturen dazu waren aber im sehr angenehmen Bereich. Nach dem Defekt in Tesserete war meine Motivation auf ein gutes Resultat hoch und die widrigen äusseren Bedingungen machen mir sowieso nichts aus.
Beim Einfahren fühlte ich mich müde und ich vermisste die Spritzigkeit, doch das war hier auch schon letztes Jahr so und danach haute ich ein top Rennen aus den Beinen heraus, ich liess mich also nicht beunruhigen. Nach dem Startschuss befand ich mich immer in den ersten 5 Positionen und war wachsam. Richtig zur Sache ging es im Aufstieg zur Klink Oberwil, ich musste bereits abreissen lassen. Doch mit einem hohen Rhythmus schaffte ich den Anschluss oben auf der Kuppe problemlos wieder. In der Folge fiel das Tempo wieder zusammen und mehrere Fahrer schlossen von hinten auf. Dies gefiel mir nicht und ich drückte im untersten Teil des ersten Hauptanstieges auf das Tempo, danach legte aber jeder seine Karten offen und ab diesem Zeitpunkt spürte ich dass es heute ein richtig hartes Rennen für mich wird. Irgendwie lief es zäh und ich musste richtig beissen um einigermassen anständig vorwärts zu kommen. Doch Overall befand ich mich immer noch in den ersten 10 und hatte viele Fahrer in Sichtdistanz vor mir. In der Laufpassage konnte ich aber keinen Boden gut machen und so donnerte ich alleine über den Walchwilerberg. Im kurzen Aufstieg zum Buschenkappeli konnte ich mit einem Energieanfall das Loch zu einem direkten Konkurrenten schliessen. In den technischen Abschnitten fuhren wir zu einem weiteren Fahrer auf. Es musste also der steile Schlussaufstieg entscheiden. Ich fuhr ihn von vorne und drückte alles in die Pedalen was heute in meinen Beinen steckte. Im obersten Drittel war die Lücke endlich da, die 5 – 10 m Vorsprung musste ich nun verwalten. Beine sauer, Magen mehr als sauer und Lunge vollgas am Anschlag- irgendwie schaffte ich es mit meinem Willen diesen Vorsprung bis ins Ziel zu behalten. Es reichte so wie im letzten Jahr zum Kategoriensieg, Overall bedeutete es Platz 8. In der Analyse sah ich, dass mir für das Overallpodest nur ca. 50 sec. fehlten. So war ich doch zufrieden, heute war es sehr zäh, das Maximum aus dem Körper habe ich aber mehr als herausgeholt. Nun wird gut erholt und mit vollem Tank auf der taktischen Strecke von Solothurn angegriffen. Ride on- Benno

26.04.2015 BMC Racing Cup Tesserete tolles Gefühl bis der Sattel brach...

 

Bereits stand der zweite Lauf des BMC Racing Cups auf dem Programm. Die Sonnenstube der Schweiz, das Tessin, begrüsste uns mit Dauerregen und kühlen Temperaturen. Die Strecke präsentierte sich dementsprechend schlammig und die ohnehin schon bei trockenen Bedingungen sehr technische Strecke wurde so noch schwieriger zu befahren. Etwas mehr als die Hälfte der Runde wurde im Vergleich zu den vergangenen Jahren modifiziert. Ein flüssiger sehr steiler Aufstieg und weitere technische Elemente wurden eingebaut. Es galt sehr gefühlvoll zu fahren und die Kraft dosiert einzusetzen, denn die Strecke in Tesserete gehört definitiv zu den konditionell und fahrtechnisch anspruchsvollsten im CH- Rennzirkus. Mit gefiel die Strecke sehr und ich fühlte mich auch sicher bei der Streckenbesichtigung, ich wusste hier bei diesen Bedingungen kann ich mit meinem „Marathonmotor“ gegen Rennende noch einiges ausrichten. So startete ich nicht mit „Krawall“ ins Rennen und fand mich nach der Startrunde an ca. 10. Position wieder. In der Folge fuhr ich ruhig, überlegt und konzentriert. Dadurch dass mein Training diese Saison mehr auf die Marathons und den Gigathlon ausgerichtet ist fehlt mir die letzte Explosivität und Schnellkraft um in dieser Kategorie in dieser Disziplin ganz vorne mitzufahren. Doch mit einem hohen Rhythmus fuhr ich bis in die Mitte der dritten von vier grossen Runden auf Platz 7 nach vorne. Dabei sah ich bereits zwei weitere Gegner vor mir als ich plötzlich bemerkte, dass etwas mit der Sattelklemmung nicht mehr stimmte. Am höchsten Punkt stoppte ich und traute meinen Augen nicht, der Karbonsteg des Sattels war vierfach gebrochen ohne grössere Einwirkungen von aussen (Sturz, Schlag etc.). Ein erstes Fluchen gehörte dazu, vor allem merkte ich genau zu diesem Zeitpunkt dass ich auf dem Vormarsch war. So fuhr ich noch eine halbe Runde ohne Sattel, was auf dieser Strecke brutal hart war. In der technischen Zone hatte ein Kollege leider nur eine Stütze mit dem falschen Durchmesser, so war mein Rennen gelaufen, ich schwatzte entlang der Runde mit ein paar Zuschauer und wartete bis mich der Sieger überrundete und passierte mit Rundenrückstand das Ziel. Immerhin gab dies noch Punkte, so dass ich „nur“ auf Rang 10 in der Gesamtwertung zurückfiel. Heute wurde mir wieder mal bewusst wie hart der Rennsport sein kann, mein Emotionsausbruch im Tessiner Wald zeigte mir aber wie sehr ich diesen Sport liebe und da gehören Niederlagen dazu, ich darf nicht klagen fahre ich doch seit über 2 Jahren defektfrei Rennen. Heute hat es mich erwischt, besser hier als am Swiss Epic oder auf dem Chaschaunapass oder sonst wo im Nirgendwo. In einer Woche geht es weiter mit der Zugerbergclassic, die Motivation ist mit diesem Erlebnis nur noch gestiegen, ich bin gespannt was der Körper hergibt- ich werde bereit sein.

11.04.2015 BMC Racing Cup Schaan FL mit Platz 6 zurück im Renngeschehen :-)

 

Mit dem Auftaktsrennen zum BMC Racing Cup in Schaan startete auch ich in die Saison 2015. Die frühlingshaften Temperaturen steigerten die Motivation zusätzlich. Nach dem langen Wintertraining war ich gespannt wie ich im Vergleich zu meinen Konkurrenten und vor allem im Vergleich zu meiner tollen Saison 2014 stehe. Die vielen Einheiten auf den Langlaufskis, das wiederum hervorragende Trainingslager auf Cran Canaria sowie die unzähligen Skitage genoss ich sehr und baute mir zusammen mit den Krafteinheiten bei Athletic Performance in Zug mein Fundament für das Jahr 2015 auf. Da meine Ziele mit dem Gigathlon sowie dem Swiss Epic erst später in der Saison folgen werden, trainierte ich bis anhin auch kaum im wirklich hochintensiven Bereich. Ich freute mich aber auf das schnelle intensive Cross- Country Rennen auf der abwechslungsreichen Strecke in Schaan.
Mit der Startnummer 3 stand ich in der ersten Startreihe und der Start gelang mir hervorragend. Die erste Runde schloss ich auf Platz drei liegend ab und ich fühlte mich überraschenderweise wirklich sehr gut. Doch im Verlaufe der zweiten Runde wurde ich durch leichte Atemprobleme eingebremst, zusätzlich büsste ich ziemlich sicher für den sehr schnellen Start. Die folgenden zwei Runden musste ich extrem auf die Zähne beissen und leiden um einigermassen dran zu bleiben. Doch genau dies war auch mein Ziel für diesen Tag, den Motor in den tiefroten Bereich drehen und mich voll ausbelasten damit ich eine Rückmeldung zu meinem jetzigen Formstand erhalte. Das coole Rennfeeling war trotzdem da und ich genoss die coole Strecke so gut es ging. In der letzten Runde lösten sich meine Atemprobleme beinahe auf und ich drückte noch einmal kräftig in die Pedalen. So erreichte ich das Ziel auf dem soliden 6. Rang. Damit war ich zufrieden, meine Defizite im intensiven Bereich kann ich noch ausmerzen. Die Beine haben gebrannt, Blutgeschmack aus den Lungen war da, Spass war da und technisch bin ich anständig gefahren- Ziel erreicht. Weiter geht es in zwei Wochen mit dem Rennen in Tesserete.

27.10.2014 Saisonrückblick 2014
Rückblick auf die Saison

Weitere Artikel:
http://www.sportfood4you.ch/2014/11/saisonrueckblick-von-benno-heussi/#more-14668
http://www.sportfood4you.ch/2014/09/anne-sophie-und-benno-als-couple-am-inferno-2014/
Saisonrückblick 14.pdf
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28.09.2014 Iron Bike Einsiedeln Langstrecke - SIEG zum Saisonabschluss :-)

 

Bereits stand das letzte Rennen der Saison auf dem Programm, das Iron Bike in Einsiedeln. Bei strahlend schönem Herbstwetter wagte ich mich zum ersten Mal über die Langdistanz. Die letzten drei Wochen konnte ich nochmals gut trainieren und spürte eine körperliche und mentale Frische in mir, wie ich sie zu diesem Zeitpunkt der Saison noch nie hatte. Ich war also zuversichtlich diese 101 km mit happigen 3600 Hm ordentlich zu schaffen. Dass ich sogar die zweite Hälfte der langen Strecke im Training besichtigte zeigte meine Motivation für dieses Rennen auf. Einsiedeln ist auch Heimrennen für mich, nur schon dies hebt den Motivationspegel erheblich an.

Der Start erfolgte um 8:30 Uhr auf dem Klosterplatz, der Pater sprach vor dem Startschuss den Bikersegen- eine wunderschöne Geste. Die ersten 10 km führten flach dem Sihlsee entlang, das Tempo eher im Sonntagsausfahrtsmodus was mir jedoch egal war, das Fahren im Feld fordert genug Konzentration. Nach der Teufelsbrücke in Egg startete das Rennen aber richtig. Es wurde getreten was das Zeugs hält, es wird vorne genau gleich schnell gefahren wie über die Mitteldistanz- gestört. Ich versuchte einen Rhythmus zu finden und eine gute Gruppe zu erwischen, was mir auch halbwegs gelang. Die Beine drehten zwar noch nicht wie gewünscht, doch ich wollte hier schon ordentlich Gas geben und mich dann im Mittelteil der Strecke zurück halten, gefühlt musste ich doch mehr investieren als mir lieb war. Die Aufstiege Richtung Sattelegg und Wisstannen liefen für mich sehr gut und für die lange Fläche im Studen erwischte ich eine grosse Gruppe- perfekt. Mit dem Aufstieg zum Bergpreis auf dem Spirstock begann das Rennen nun wirklich richtig und wie. Die Aufstiege sind knüppelhart steil, durch das Besichtigen der Runde konnte ich mir den Aufstieg gut einteilen. Doch in der Laufpassage beim Adlerhorst war ich das erste Mal „blizeblau“. Oben musste ich mich kurz sammeln und durchatmen, danach flachte der Aufstieg zum Kulminationspunkt ab und ich fühlte mich wieder besser. Kurz vor dem Spirstock folgte eine zweite Laufpassage in Form einer langen Treppe- Krise Nr. 2 kam wie angeschossen, dank dem vielen Publikum mit Kuhglocken ausgerüstet trug es mich irgendwie dort hoch. Im stetigen Auf und Ab in Richtung Ibergeregg versuchte ich mich bestmöglich zu erholen. Die groben Abfahrten forderten jedoch alles ab, ich wählte mit meiner Bereifung eine Sicherheitsvariante, die vielen Defekte dort bestätigten mir meine Reifenwahl. Im Abschnitt zur Holzegg feuerten mich viele Leute an- beinahe zu Hause kennen mich viele, in einem Rennen nehme ich diese Leute leider nur akustisch wahr- Tunnelblick lässt grüssen. Im zweitletzten Anstieg vor Alpthal fühlte ich mich wieder besser, dass immer noch mehrere Elitefahrer um mich herum fuhren zeigte, dass ich zügig unterwegs sein musste. Am Fusse des letzten Anstiegs nahm ich mir mein heutiges Motto zu Herzen: „liveyourdream“ schrieb ich auf die Startnummer. Ich trank Cola, setzte den Vorbaublick auf und warf alles auf die Pedalen was noch im Körper war. Immer wieder sprach ich mir zu, dass es der letzte Anstieg der Saison sei, das letzte Mal über dem Limit, das letzte Mal die Komfortzone weit entfernt. Ich schaffe es mich von meinen Begleiter zu lösen und fuhr glücklich und von einsetzenden Krämpfen geplagt als Kategoriensieger ins Ziel (Overall Platz 25). Nie im Leben hätte ich gedacht heute noch einmal so eine Leistung zu zeigen, nie habe ich diese Saison in einem Rennen so gelitten und niemals werde ich solche Erlebnisse vergessen. Ich bin einfach dankbar darf ich das Erleben. Mit dem letzten Saisonrennen hiess es auch Abschied nehmen von der „Bikerfamilie“, spätestens nächsten Frühling werden wir uns wiedersehen- ich freue mich darauf. Ride on- Benno

07.09.2014 EKZ Cup Hinwil - Platz 4 und doch nicht ganz zufrieden :-)

 

Heute startete ich ziemlich kurzentschlossen am EKZ Cup in Hinwil. Das Wetter zeigte sich schön und warm. Endlich tolle Bedingungen ohne lange „Putzsessions“ von Kleidern, Schuhe und Bike nach einem Rennen…dachte ich. Nach der Besichtigungsrunde war meine Motivation ziemlich tief. Am Vorabend des Rennens ging genau dort ein örtlich starkes Gewitter nieder. Die vielen Wiesenabfahrten verwandelten sich in eine Schlammpiste. Die Strecke ist konditionell sehr anspruchsvoll, ein steiler Aufstieg gefolgt von einem Flachstück und einer Abfahrt in einer ehemaligen Naturbobbahn im Wald, sowie einer folgenden Wiesenabfahrt charakterisieren diese.  

Um 15:15 Uhr erfolgte der Startschuss zu einer Startrunde und 4 grossen Runden. Da ich mich nachmeldete, stand ich mit der Nr. 20 beinahe zuhinterst ein. Ein bisschen Rennspannung kam dann mit dem Startschuss trotzdem noch auf und ich versuchte das Beste daraus zu machen. Mit einem Kraftakt war ich schnell vorne und konnte mich nach der Startrunde auf Position 2 einreihen. Die Beine fühlten sich gut an, der Kopf eher weniger. Irgendwie kam die Lust zum richtig hart fighten nie ganz auf. Nach der ersten grossen Runde waren wir zuoberst 6 Fahrer an der Spitze des Rennens. In der schmierigen Abfahrt fuhr ich heute für meine Verhältnisse einfach schlecht. Ich fand die richtige Dosierung nicht und eine saubere Linie fand ich nie. Auch fehlte mir im Körper die richtige Anspannung und Kraft. In den Aufstiegen konnte ich aber mit meinem hohen Rhythmus das Loch jeweils immer wieder schliessen. Dieses Spiel wiederholte sich die folgenden Runden immer wieder. In der letzten Runde zersplitterte sich die Gruppe. Ich konnte noch zwei Fahrer überholen und das Rennen auf Platz 4 beenden. Obwohl das Resultat eigentlich gut ist, war ich nicht zufrieden. Mir fehlten heute die richtige Rennanspannung und die Freude, so war der Kopf auch nicht bereit das letzte aus dem Körper zu pressen. Die letzten grossen Rennen haben doch sehr viel Substanz gekostet, ich bin dort jedes Mal über mich hinausgewachsen. Heute wollte der Kopf dies nicht mehr. Das kann ich akzeptieren und gehört zum Lernprozess dazu, mit einer solchen Leistung noch 4. zu werden zeugt von meiner soliden hohen Basis in diesem Jahr. Nun stehen zwei rennfreie Wochen an, danach geht’s zum Saisonfinale noch ans Iron Bike in Einsiedeln. Darauf freue ich mich sehr. Mit der nötigen Frische werden dort auch wieder die Emotionen da sein, mit einem soliden Rennen will ich dort meine tolle Saison abschliessen. Ride on-Benno

30.08.2014 Nationalpark Bike Marathon Langstrecke - nächstes Highlite auf Kategorienrang 3 beendet :-)

 

Das nächste Saisonhighlite stand bereits bevor, der Nationalpark Bike Marathon. Bei meiner zweiten Teilnahme an diesem Rennen, wagte ich mich zum ersten Mal über die Langdistanz. Die Reise beginnt dabei in Scuol und in der Folge umrundet man den ganzen Schweizer Nationalpark, dies ergibt am Schluss 137 km mit 4020 Hm.

Um 7:15 Uhr erfolgte im Dorfzentrum von Scuol der Startschuss. Zu diesem Zeitpunkt zeigte sich das Wetter noch von der angenehmen Seite. Nach einer kurzen Neutralisationsphase ging es richtig los, hinein in den ersten Anstieg ins Val-Scharl. Die Spitzengruppe um die drei im Moment stärksten Marathonfahrer der Welt (Christoph Sauser, Urs Huber, Lukas Buchli) konnte ich kurze Zeit halten. Danach nahm ich leicht zurück und fand mich in der ersten grösseren Verfolgergruppe wieder. Das Tempo war nicht extrem hoch, was mir passte. Mein erstes Ziel bestand darin, den ersten Berg mit möglichst wenig Kraftaufwand zu bewältigen um Körner für die weiteren Aufstiege zu sparen. Im zweiten Teil des ersten Aufstieges begann es in der Folge zu regnen, ich war zwar gut ausgerüstet doch ein kurzzeitiges Fluchen über den wunderschönen Sommer 2014 musste doch sein. In der Gruppe fuhr ich immer weit vorne und hatte hier das Geschehen im Griff. Der Trail kurz vor dem Pass glückte mir gut, die folgende schnelle Abfahrt ebenfalls. Damit erreichte ich Fuldera mit einem guten Gefühl, Teilziel erfüllt. Im Aufstieg zum Döss Radond fand ich schnell einen guten Rhythmus und als sich die Gruppe stetig verkleinerte hatte ich immer noch Reserven. Oben im Hochtal stachen wir hinein ins malerische Val Mora. Doch die ungemütlichen äusseren Bedingungen hielten an, was mich aber nicht weiter störte. Im nächsten Aufstieg zum Alpisella- Pass konnte ich erneute eine hohe Pace fahren und mich zusammen mit einem Mitstreiter leicht von der Gruppe absetzen. In der Abfahrt Richtung Livigno kühlte ich leicht aus, ein weiteres Fluchen musste leider sein. Ich war froh um die Betreuung durch meinen Vater während dem ganzen Rennen, vor allem bei einer solchen Witterung ist dies ein grosser Vorteil. So steckte die Regenjacke für die Abfahrt vom Chaschauna hinten in meinem Trikot, um diese werde ich noch dankbar sein. Nach Livigno stand das Dach der Tour auf dem Programm, der Chaschauna- Pass auf 2700 m ü. M. Mit einer Dreiergruppe nahm ich das Haupthindernis in Angriff. Die ersten paar Kehren bewältigte ich noch auf dem Rad, danach war schieben und laufen angesagt, im Mittelteil fuhr ich nochmals eine kurze Zeit lang, doch meine läuferischen Fähigkeiten sind in der Bikeszene doch nicht so schlecht. Ich kam zügig berghoch und fand einen schnellen Laufschritt. Als ich die Hütte kurz vor dem Gipfel erreichte, war ich doch ziemlich am Leiden. Ich verpflegte mich gut, zog die Jacke an und dann stand die Abfahrt ins Engadin an. Die vielen Bachdurchquerungen kühlten mich wieder leicht aus, so hatte ich in S-chanf eine erste leichte Krise und musste einen Kontrahenten ziehen lassen. Zu Zweit bewältigten wir die schnellen Passagen in Richtung Susch. Ich fühlte mich wieder besser und konnte sein Hinterrad gut halten. Die tückische Steigung nach Guarda glückte gut, die Beine schmerzten zwar, der Magen war auch nicht mehr auf 100%- so kam der Koffeinshot für den letzten längeren Aufstieg nach Ftan gerade recht. So stachen wir zügig in die letzte Abfahrt. Das Ziel erreichte ich nach 6h und 46 min auf dem sehr guten 3. Kategorienrang (Overall Platz 32 von 580 Fahrern). Damit war ich sehr zufrieden, ich zeigte ein sehr solides konstantes Debüt auf der Langstrecke. Mein Körper machte das gut mit, ich bin gerüstet für weitere solche Taten. Die Form war zum richtigen Zeitpunkt da, meine Planung ging auf- mich freute das sehr. Den Zieleinlauf nach der Nationalparkumrundung genoss ich, schön darf ich solche Sachen erleben. Vielen Dank meinem Vater für die tolle Betreuung. Ride on-Benno

"Mister Inferno" und ich :-)
"Mister Inferno" und ich :-)

23.08.2014 Inferno Triathlon Couple - was für ein Rennen - Platz 4 unglaublich :-)

 

Vor X Jahren machte mir ein Beitrag über den Inferno Triathlon im Schweizer Fernsehen gewaltig Eindruck. Der Bericht über den „Mister Inferno“ Marc Pschebizin vergass ich nie ganz, doch ich widmete mich die letzten Jahre vornehmlich dem Mountainbikerennsport und der Gedanke an den Inferno war weit weg. Als ich letztes Jahr in einem Team of Five am Gigathlon teilnahm, da begann mich das Multisportfieber zu packen. Kurze Zeit später stand ich doch wirklich mit meiner Kollegin Anne-Sophie Morand an diesem Event an der Startline in der Couple Kategorie. Wir schlugen uns achtbar und erreichten eine Klassierung im ersten Ranglistendrittel, ich war geflahst von diesem Anlass und wollte unbedingt wiederkommen. Nach der Absage des diesjährigen Auslandsgigathlons in Holland war der Inferno schnell unser gemeinsames Saisonziel.

So reisten wir beide mit grosser Vorfreude, aber auch mit einer Portion Respekt, am Freitag ins Berner Oberland. Nicht umsonst gehört dieser Event für Einzelathleten zu den 10 härtesten auf der ganzen Welt. Als Supporterin unterstützte uns Kollegin Stefanie Müller aus Davos, als Olympiateilnehmerin in Sochi im Snowboard Alpin war sie für uns Antrieb und Inspiration gleichzeitig. Als Betreuerin an einem Ausdauerevent feierte sie ihre Premiere, welche sie mit Bravour bestand, es funktionierte und harmonierte perfekt. An diesem Tag erfuhren wir durch die Organisatoren auch die Absage der ersten Disziplin, das Schwimmen. Der Thunersee war schlicht zu kalt und daher bestand die erste Disziplin aus 3 km Laufen, eine kurze intensive Sache. Unsere Chancen auf eine gute Platzierung waren mit diesem Entscheid gestiegen, da Anne-Sophie im Laufen deutlich stärker ist als im Schwimmen.  Nach dem Startschuss gelang ihr ein guter Lauf, sie übergab mir den Chip an Position 26 der Couples. Danach startete meine Reise auf dem Rennrad über 97 km mit 2150 Hm über Oberhofen-Sigriswil-Beatenberg-Interlaken-Meiringen-Grosse Scheidegg-Grindelwald. Gleich nach dem Rennradstart erfolgte die erste lange Steigung in Richtung Beatenberg. Ich fuhr in diesem ersten Abschnitt sehr zügig und konnte so schon etliche Plätze gut machen. Ich fühlte mich gut und hatte mich unter Kontrolle. Für das lange Flachstück entlang des Brienzersees nach Meiringen, erwischte ich eine gute Vierergruppe. Obwohl ein Windschattenverbot verordnet ist und man ca. 10 m Abstand aufweisen sollte, kann man in einer solchen Gruppe Kräfte sparen. Das Tempo war genau richtig und so erreichte ich den Fuss der Steigung zur Grossen Scheidegg in einem sehr guten körperlichen Zustand.

In der Steigung selber fand ich schnell einen guten Rhythmus und konnte mich zügig von der Gruppe lösen. Ich fühlte mich immer noch ganz gut und achtete genau auf die Verpflegung. Das Verpflegungskonzept von unserem Partner „Sponser Sport Food“ funktionierte perfekt. Die extrem steilen Abschnitte nach der Rosenlaui forderten mich zwar, doch ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch deutlich mehr Reserven als letztes Jahr was mich motivierte. Noch mehr motivierte mich der Zuruf eines vor mir gestarteten Single Athleten, dass erst ca. 3 Couples vor mir passiert hätten. Ich lag also an 4. Stelle und konnte es kaum glauben. In den letzten steilen Kehren des Passes erblickte ich weit vorne Marc Pschebizin (10-facher Singlesieger des Infernos). Dieser bildete ein Couple mit Andrea Huser (Gigathlonsiegerin und ehemalige Mountainbikemarathon Profifahrerin). Ich musste also wirklich schnell sein. In der Abfahrt nach Grindelwald riskierte ich nicht Kopf und Kragen und kam so heil in der Wechselzone an. Nach dem Wechsel der Schuhe ging es für mich weiter auf dem Mountainbike. Es standen 30 km mit 1180 Hm an. Die Strecke führte hinauf zur Kleinen Scheidegg und danach über Wengen ins Lauterbrunnental nach Stechelberg. Wiederum schnell fand ich einen guten Tritt und schon bald erblickte ich wieder den Marc vor mir. Es dauerte dann noch einige Zeit, doch ca. in der Mitte des langen Anstieges war ich am Hinterrad von Mister Inferno. Ich konnte es kaum glauben. Ich traute mich beinahe nicht ihn zu überholen. Ich zog aber meine Pace weiter und fuhr schnell ein Loch von ca. 50 m heraus. Ab diesem Zeitpunkt waren wir das führende Couple Team- unglaublich. Ich blieb ruhig. Ich blieb konzentriert und verpflegte mich gut, ich war im Flow. Doch Marc biss sich fest und das Loch wurde nicht grösser. Nach einer Laufpassage kurz vor dem Gipfel hatte er mich beinahe wieder eingeholt. Ich erreichte aber den Kulminationspunkt als erstes Couple Team. Zusammen stachen wir in die schnelle Abfahrt. Im unteren technischen Teil musste ich ihn kurz ziehen lassen, da meine Vorderbremse kurzzeitig nicht mehr einwandfrei funktionierte. Danach fuhr ich mit einer gewissen Sicherheitsmarge bergab. Auf den letzten 6 flachen km im Lauterbrunnental konnte ich wieder zu Marc aufschliessen. Ich fuhr zu ihm heran und erzählte ihm kurz meine Geschichte, dass ich gestern zur Motivation ein Porträt über ihn schaute und heute ein so toller Fight mit ihm habe. Dieser Typ inspirierte mich so stark, dass ich wirklich über mich hinauswachsen konnte - wunderschön. Er zollte meiner Fahrweise am heutigen Tag grossen Respekt. So erreichten wir die Wechselzone zusammen auf den ersten beiden Plätzen (Abschnittsbestzeit auf dem Bike und 3. Platz auf dem Rennradabschnitt). Seit 12 Jahren fahre ich Mountainbikerennen, noch immer hatte ich meine Emotionen auf der Ziellinie im Griff- heute nicht. Meine Augen waren feucht, heute zeigte ich vermutlich meine beste Ausdauerleistung und das zusammen mit dem Mister Inferno zu erleben war ein gewaltiges Gefühl.

Ich übergab danach den Chip an Anne-Sophie für ihren Berglauf nach Mürren, der über 17 km mit beachtlichen 850 Hm führte. Ich beruhigte sie und teilte ihr mit, dass sie diese Ausgangslage einfach geniessen sollte. Ich fuhr zwar einen Vorsprung von über 15 min auf das dritte Team heraus, doch diese Couples hatten super Bergläuferinnen, so blieb ich realistisch. Anne-Sophie zeigte aber eine solide, gute Leistung und wir liefen auf dem grandiosen 4. Rang ins Ziel ein. Wir waren super happy damit und extrem stolz auf das Geleistete. Vielen herzlichen Dank an unsere Supporterin Stefanie, sie machte bei ihrer Premiere einen super Job. Ebenfalls einen ganz grossen Dank geht an unsere Sponsoren, die uns Studenten dieses kostspielige aber extrem schöne Erlebnis ermöglichten: Credo Bikes Oberaegeri, Schelbert AG Muotathal, BSS Architekten Schwyz, CES Bauingenieur AG Seewen und Sponser Sport Food Wollerau- vielen herzlichen Dank wir schätzen dies sehr.   

 

16.08.2014 BMC Racing Cup Muttenz - Platz 5 und Rang 6 in der Gesamtwertung :-)

 

Heute stand bereits das Finalrennen des BMC Racing Cups auf dem Programm. Traditionsgemäss findet dies in den letzten Jahren in Muttenz auf der Pferderennbahn Schänzli statt. Das Wetter zeigte sich einigermassen versöhnlich mit den Bikern, es regnete zwar nicht, doch die Strecke war durch die vielen Regenfälle der vergangenen Tage leicht rutschig und schmierig. Die Strecke in Muttenz ist sehr schnell, der erste Teil wird im Reitstadion absolviert, danach führt die Strecke flach über eine längere Asphaltstrasse gefolgt vom einzigen grösseren Aufstieg im Wald. Dieser hat es aber in sich und wird gegen oben immer steiler. Anschliessend folgt eine flowige Abfahrt mit vielen schnellen Kurven. Den Weg zurück ins Reitstadion bewältigt man auf einem schnellen Singletrail entlang der Birs. Wir durften eine Bahnrunde und 4 grosse Runden absolvieren.

Nach dem vielen Training in Davos im Hinblick auf die Ausdauerevents in nächster Zeit fühlte ich mich vor dem Start noch nicht so spritzig. Doch ich freute mich sehr auf das Rennen und wollte in der Gesamtwertung meinen guten 6. Zwischenrang auch nach dem Finalrennen behalten. Der Start glückte mir gut, die Bahnrunde war sehr hektisch und zum Teil auch gefährlich. Kurz vor der Ausfahrt aus dem Stadion verengte sich das Ganze und ich fand eine gute Lücke. Im flachen Teil der Runde probierte ich mich so gut wie möglich zu positionieren um im Aufstieg bereit zu sein. Als es in diese Steigung hinein ging, da ging es richtig zur Sache. Jeder drückte was er konnte und es wurde gefightet, Bikesport wie ich es liebe. Ich fand einen guten Rhythmus, musste jedoch die ersten zwei Fahrer ziehen lassen, ich gab wirklich alles. In der Folge fuhr ich in einer guten Gruppe um Rang 3 bis ca. 10. Nach dieser Steigung füllte sich die Gruppe zum Teil immer wieder auf. Muttenz ist dabei ein spezielles Rennen, Taktik ist hier sehr wichtig und entscheidend, auch da die Abstände im Ziel nicht so gross werden bedingt durch diese Streckenführung. Ich fühlte mich ganz anständig und als es das letzte Mal den Berg hinauf ging lag ich immer noch auf Position 4. So stach ich als erster der Gruppe in die Abfahrt und hatte somit freie Fahrt. Kurz vor dem Ziel kam es zum Sprint der ganzen Gruppe, ich hatte nicht die Kraft um von vorne das Ding durchzuziehen und erreichte das Ziel nur ca. 80 Sekunden hinter dem Sieger auf dem tollen 5. Platz. Damit war ich sehr zufrieden und freute mich über den tollen 6. Gesamtrang im Jahresklassement- ein toller Erfolg den ich mir mit einer sehr konstanten BMC Cup Saison erarbeitet habe. Ride on- Benno

26.07.2014 M3 Marathon Montafon - Platz 7 und cooles Gefühl :-)

 

Heute startete ich am Montafon Bike Marathon in Schruns über die Mittelstrecke von 65 km mit 2400 Hm. Bereits vor zwei Jahren nahm ich an diesem Event teil, mir gefiel die harte Strecke, die tolle Kulisse sowie die tolle Organisation und Gastfreundschaft bei diesem Rennen.

Der Start erfolgte um 9 Uhr mitten im Dorfzentrum, der Speaker tobte und der Sound sowie das Publikum lief heiss- so muss es sein. Dieses kleine aber sehr feine Rennen ist wirklich die Reise wert. Ca. 400 Fahrer nahmen die Mitteldistanz unter die Räder. Nach dem Start ging es auf einer leicht steigenden Asphaltstrasse hinein ins malerische Silbertal. Ich fühlte mich gut, konnte mich in der Spitzengruppe halten ohne ans Limit gehen zu müssen. Nach ca. 10 min schaute ich zurück und sah, dass die Gruppe nur noch ca. 25 Fahrer umfasste, das Tempo war also alles andere als gemächlich. Als die erste Rampe kam, sprintete vorne Daniel Federspiel los, was das heisst kann sich jeder Bikekenner ausrechnen. Wenn der Vizeweltmeister im Sprint angreift, dann wird es hart. Ich konnte und wollte dieses Tempo nicht halten und fiel aus der Gruppe und fand in einer Verfolgergruppe Unterschlupf. Kurzzeitig schafften wir nochmals den Anschluss nach vorne, doch als der erste richtig lange und steile Aufstieg begann, fielen wir wieder zurück. 10 Fahrer vorne weg und ich bildete mit ca. 6 Fahrern die erste Verfolgergruppe. Ich fand einen guten Rhythmus im Aufstieg und konnte mich gut in der Gruppe halten. Das Tempo war hoch, für mich aber gerade richtig, ich hatte alles unter Kontrolle und hatte Spass. Auf dem folgenden coupierten Abschnitt setzte der Regen und die Kälte immer mehr ein. Im letzten steilen Aufstieg zum höchsten Punkt musste ich dann kurzzeitig doch einiges investieren um mich vorne in der Gruppe zu halten. In der Abfahrt wurde es dann eiskalt und teilweise mit dem dichten Nebel gefährlich. Doch heute machte mir dies nichts aus, ich fühlte mich immer noch gut. Nach dem Erreichen des Talbodens folgte der nächste lange und steile Aufstieg zur Golm- Bahn. 2012 zog ich dort beinahe den Parkschein, dies sollte nicht wieder passieren. Also verpflegte ich mich gut, liess zwei Fahrer ziehen und suchte ein konstantes hohes Tempo. Mir gelang dies ziemlich gut und auf dem höchsten Punkt waren wir wieder zu viert unterwegs. In den zwei letzten Gegensteigungen wurde ordentlich aufs Pedal gedrückt, doch ich kam mit und malte mir schon eine Sprintentscheidung aus. Nach der schnellen Abfahrt folgte ein Flachstück. Kurz zum Ende dieses Teils entwischte uns ein Fahrer, der wirklich dieses Ding voll durchzog- ich unterschätzte ihn. Den Sprint konnte ich danach aber für mich entscheiden und klassierte mich zum Ende auf dem sehr guten 7. Rang in meiner Kategorie, dies bedeutete Overall Platz 14. Tolles Rennen unter harten  Bedingungen wie ich es liebe. Nun bin ich in Davos und bereite mich auf die nächsten Rennen vor. Ride on- Benno

12.07.2014 BMC Racing Cup Lenzerheide - Platz 8 nach Sturz :-)

 

Vor einer Woche fuhr ich den BMC Cup in der Lenzerheide. Nächstes Jahr findet auf dieser Strecke ein Weltcuprennen statt. Der BMC Cup war sozusagen die Hauptprobe für diesen kommenden Event. Die Strecke war durch die vielen Regenfälle der Vortage zum Teil stark aufgeweicht und die vielen Wurzelpassagen gestalteten sich anspruchsvoll. Ich fühlte mich im Vorfeld ganz gut, trotz Prüfungsstress wollte ich dieses Rennen fahren.

Ich startete aus der zweiten Reihe ins Rennen. Der Start gelang mir gut, nach dem Aufstieg zum höchsten Punkt lag ich auf Position 5 und war erstaunt, dass es so gut lief. Am Ende der ersten Runde bei einem Sprung passte ich kurz nicht auf und stürzte leider massiv. Nachdem ich wieder alles gerichtet hatte begann für mich das Rennen neu. Ich brauchte aber mehr als eine Runde, damit ich meinen Rhythmus wieder fand. Die letzte Runde passte dann wieder ganz ordentlich, so finishte ich auf Position 8. Damit war ich zufrieden, der Sturz jedoch war ärgerlich. Nun bin ich vor dem Finalrennen in der Gesamtwertung auf Position 6 was meine konstanten Leistungen in den letzten Rennen bestätigt.

Diese Woche verbrachte ich in Sursee in einem Business Blockmodul im Rahmen meines Masterstudiums. In einem interdisziplinären Team mussten wir eine Geschäftsidee entwickeln und den kompletten Business Plan erstellen. Die Woche war verbunden mit sehr viel Arbeit und wenig Schlaf, doch nach der Präsentation am Samstagmorgen kam ein bisschen Stolz auf das Geleistete auf, aber 70 Arbeitsstunden in 5 Tagen brauche ich in nächster Zeit nicht unbedingt…

Nun bin ich zurück auf dem Bike und werde mich in den nächsten Tagen wieder vermehrt meinem geliebten Hobby widmen können. Trainings in Davos und im Engadin stehen an, ich freue mich riesig. Die nächsten grossen Ziele für mich heissen BMC Finalrennen, Inferno und Hauptziel Nationalpark Bikemarathon. Ride on- Benno

14.06.2014 BMC Racing Cup Gränichen - Platz 10 auf der coolsten Strecke :-)

 

Heute stand der vierte Lauf des BMC Racing Cups in Gränichen an. Bei schönem und angenehmem Sommerwetter erwarteten uns perfekte Bedingungen. Perfekt war auch die Strecke: Eine tolle abwechslungsreiche moderne CC- Strecke zaubert der RC Gränichen jedes Jahr in diese Kiesgrube. Mit Rockgardens, Sprüngen, Wurzelpassagen, steilen kurzen Aufstiegen und weiteren technischen Sektionen lässt sie kaum Erholung zu, doch das Adrenalin hält hier während einer ganzen Runde an.

Ich startete mit verhaltenem Optimismus in dieses Rennen. In Estavayer ging vor allem in der ersten Rennhälfte nicht viel und während dieser Woche fühlte ich mich müde. Zudem stürzte ich während der Streckenbesichtigung in einer schnellen Kieskurve, als unter mir die Böschung weg brach. Doch ausser einem leicht verstauchtem Handgelenk und ein paar Schürfungen am Oberschenkel passierte nichts Gravierendes. Doch nach diesem Sturz war ich wach und somit bereit für das Rennen. Dies begann für mich aus der ersten Startreihe. Ich nahm mir vor nicht zu überziehen, was mir auch gelang. Trotzdem war ich auf dem höchsten Punkt übersäuert bis in die Arme, vor der ersten technischen Abfahrt erholte ich mich aber wieder ein bisschen. In der Folge reihe ich mich um Platz 7 ein und war damit mehr als zufrieden. Die Strecke machte grossen Spass, die anspruchsvollen Sprünge gelangen mir problemlos. Ich fuhr sogar bis Platz 6 nach vorne, ehe ich wieder ein bisschen raus nehmen musste. Im Vergleich zu meiner Topform in Solothurn oder am Zugerberg fehlten einfach ein paar Prozentpunkte zum noch mehr pushen, zum Attacken mitgehen zu können und lang über dem Limit zu fahren. Ob es am Asthma, an den Pollen oder am Kopf liegt, kann ich nicht genau sagen. Dass man seine Form nicht über einen sehr langen Zeitraum halten kann, ist aber normal. In der letzten Runde fuhr ich um Platz 9, der 10. Platzierte jedoch bald an meinem Hinterrad. Nach der letzten technischen Abfahrt war ich immer noch vorne. Kurz vor dem Start- Ziel Bereich musste man mit einer 90- Grad Rechtskurve durch ein Gebäude fahren. Mein Konkurrent fuhr einfach ohne Bremsen in diese Kurve und drückte mich mit seinem Lenker weg. Hätte ich dagegen geschlagen, wären beide am Boden gelegen, doch das mache ich nicht- ich fahre fair. Ich hatte nichts mehr entgegen zu setzen und beendete das Rennen auf Platz 10. Der welsche Fahrer, der mich checkte, machte sich nach dem Rennen gleich aus dem Staub- ich hoffe er hat seine Lektion gelernt, das macht man nicht. Mit meinem 10. Platz war ich zufrieden. Nun haben die Semesterprüfungen Priorität, danach beginne ich einen Aufbau für die zweite Saisonhälfte, wo ich zurück kommen will. Ride on- Benno.

08.06.2014 IXS Classic Estavayer - Platz 11 und zufrieden

 

Heute startete ich zum ersten Lauf der IXS Marathonserie in Estavayer. Zum ersten Mal fuhr ich über die Langstrecke, doch hier in Estavayer ist die Langstrecke nur 60km und 1800 Hm, dafür umso intensiver. Zum ersten Mal in diesem Jahr war es richtig Sommer- Temperaturen über 30 Grad und strahlender Sonnenschein machten das Rennen zusätzlich hart.

Für mich hatte dieses Rennen mehr Trainingscharakter. Letztes Wochenende warf mich ein Infekt beinahe 3 Tage ins Bett, doch Mitte Woche spürte ich wieder „Leben“ im Körper und so freute ich mich auf das Rennen. Die Strecke weist für einen Marathon ein hoher Trailanteil auf, was mir sehr gefiel. Doch das ständige Auf- und Ab ist nicht meine Stärke was meine gute Laune aber nicht trübte. Mit Teamkollege Oski machte ich mich auf in Richtung Westschweiz. Die Startnummerausgabe war ein einziges Chaos, die Startaufstellung sowie die gefährlichen ersten Rennkilometer ebenfalls. Die Organisatoren sollten sich einmal bei den Marathonevents im Schwarzwald umschauen, dort findet ein top organisierter Event statt- bei uns sind das nur Radrennen mehr nicht. Ich stand im 2. Block, der eine Minute nach den Lizenzfahrern, sowie den besten 60 Fun Fahrern der letzten Jahre, ins Rennen geschickt wurde. Ich kam gut weg und nach der Neutralisationsphase war ich an der Spitze. Ich hielt das Tempo hoch und warf mich in den Wind. Jedem Anfänger sollte klar sein, dass dies die falsche Taktik ist, doch ich wollte hier trainieren und für den kommenden BMC Cup einen schnellen Start fahren, ich bin Vollblutrennfahrer also macht man auch sowas, 2 Credo Trikots zuvorderst im Feld- toll. Kurz vor der ersten Rampe fuhr ich das Loch zur 1 min vor uns gestarteten Gruppe beinahe zu, obwohl die Lizenzfahrer eher locker losfuhren wusste ich mein Start war schnell und gut. Danach suchte ich einen Rhythmus, ich fand ihn auch, es reichte aber nicht um mit der Musik mitzuspielen. Nach etwa 15 km kochte ich unter der sengenden Hitze beinahe, die Beine leer, der Atem am Limit. In diesen Minuten fragt man sich doch ehrlich, wieso mache ich das- die Badi wäre doch das Richtige für heute. Doch ich bin Rennfahrer also Kette rechts und weiter. In der Folge erholte ich mich ein bisschen und verlor meine Gruppen nicht mehr, doch das Tempo bestimmen lag nicht drin, der Infekt war also noch nicht ganz abgeklungen. Einzelne Abschnitte fühlte ich mich sehr gut, dann ging ein paar Minuten wieder nichts, dies ging so bis ca. 20 km vor dem Ziel. Ab diesem Zeitpunkt war ich plötzlich vorne in den Gruppen, ab dann kam die Energie zurück und ab dann drückte ich aufs Gaspedal. Alleine fuhr ich der Gruppe davon und so erreichte ich das Ziel auf Platz 11 in der Kategorie (Overall Platz 69). Das Rennen war brutal stark besetzt, Weltmeister Sauser gewann es, ich war zufrieden, nach diesem Infekt durfte ich nicht mehr erwarten, 4 min schneller und ich wäre bei den Leuten gewesen. Ride on- Benno

18.05.2014 EKZ Cup Wetzikon - Platz 4 :-)

 

Heute startete ich zum zweiten Lauf des EKZ Cups im zürcherischen Wetzikon. Pünktlich zum Wochenende zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite, Sonnenschein und Temperaturen über der 20 Grad Marke erwarteten uns Rennfahrer. Ich freute mich besonders auf das Rennen, obwohl mir diese radquerähnliche Strecke mit wenig Höhenmeter eigentlich nicht liegt. Denn zum ersten Mal in meiner Karriere stand vorne auf meinem Lenker die Nr.1, dazu noch im blauen Leadertrikot eingekleidet, was für ein Gefühl. Ich besichtigte die schnelle Runde gut und stellte fest, dass der einzige Aufstieg im Wald sehr tief verschlammt war, doch am Rand gab es eine gute Linie die fahrbar war.

Hitsch, der BMC Cup Speaker war heute ebenfalls am EKZ Cup tätig und als er mich mit der Nr.1 zum Start aufrief und dazu noch mein Podestplatz vom letzten Wochenende erwähnte, kam doch ein bisschen Druck und Nervosität auf. Als es dann nach einer gefühlten Ewigkeit endlich los ging, erwischte ich den Start perfekt und führte das Feld über die leicht ansteigende Kiesstrasse hoch. Ich fuhr mit Taktik all in- mich so lange wie möglich in der Spitzengruppe halten, war mein Motto. Denn das Rennen heute war gut besetzt und mit Christian Berger war der Masters Sieger von Buchs und Tesserete dabei. Nach der ersten Zieldurchfahrt bildete sich eine 3-er Spitzengruppe mit Christan, Simon (2. in Schwändi) und mir. Wir hielten das Tempo hoch und konnten uns schnell einen Abstand verschaffen, doch auf dieser schnellen Strecke waren ein paar Sekunden so zu sagen nichts. Ich merkte zugleich, dass heute mir die letzte Spritzigkeit fehlte, zudem hatte ich Mühe mit meiner sensiblen Atmung. Die heisse Luft, sowie die Pollenbelastung schmerzten, doch Cross-Country heisst „the whole race on the limit“ und nichts anders also Kette rechts, Kopf nach unten und treten was die Beine hergeben. Immer wieder musste ich kleinere Löcher zufahren, was viel Kraft benötigte. Nach der vierten von acht Runden fuhr Christian davon, ich hatte keine Chance nachzusetzen. In den letzten zwei Runden musste ich immer mehr beissen und klammerte mich an Simon fest so lange wie es noch ging, dabei kam von hinten ein mir unbekannter Deutscher und so fuhren wir zu dritt um die letzten zwei Podestplätze. In der letzten Runde zog ich dann im Waldaufstieg endgültig den Parkschein und als das Podest davonzog, war auch die Spannung weg und ich finishte auf Position 4. Damit war ich im ersten Augenblick nicht zufrieden. Wenig später machte ich mir jedoch keine Vorwürfe mehr: ich probierte es, es ging nicht ganz auf und die Asthmaprobleme muss ich mit meinem sensiblen Lungensystem akzeptieren. Dazu kam, dass ich die letzten vier Wochen immer Rennen gefahren bin und darum heute eine gewisse Müdigkeit spürte. Ich betrachte es nun positiv, denn in den letzten vier Wochen fuhr ich doch 2 Siege, ein Podestplatz und ein 4. Platz ein- nicht im Traum hätte ich dies anfangs Saison erwartet, also weiterhin Kette rechts, Kopf nach unten und treten was die Beine hergeben. Ride on- Benno

11.05.2014 BMC Cup Solothurn - erstes BMC Cup Podium - Platz 3 :-)

 

Heute stand bereits der 3. Lauf des nationalen BMC Racing Cups in Solothurn auf dem Programm. Das Rennen ist in die Bikedays integriert, dies ist das nationale Velo-Festival mit vielen Ausstellern und massenhaft Zuschauern. Das Start-Ziel Gelände befindet sich im Schanzengraben direkt hinter der Stadtmauer beim Eingangstor zur Altstadt. Dies gibt der Strecke auch eine besondere Charakteristik: Nach dem Start-Ziel Gelände fährt man über eine Rampe und durch eine Unterführung auf ein langes flaches Asphaltstück in den nahegelegenen Wald. Dort folgen steile Wurzelaufstiege, flowige schnelle Singletrailabfahrten und längere Kiespassagen, bevor man sich über eine Wiesenpassage wieder dem Asphalt widmet und auf diesem Richtung Schanzengraben donnert.

Um 15.30 Uhr erfolge unser Start und pünktlich dazu begann es zu regnen. Mit der Nr. 5 konnte ich aus der zweiten Startreihe ins Rennen gehen. Ein guter Start ist in Solothurn eminent wichtig, so kann man dem Stau auf der Ausfahrtsrampe entgehen. Ich preschte also sofort voll los und konnte meinen Platz gut halten. Die Ausfahrt aus der Unterführung glückte perfekt und ich war im ersten Schnellzug vorne dabei. Danach blies uns ein böiger Wind entgegen, was dazu führte, dass niemand die Führungsarbeit übernehmen wollte. So fuhren wir in gemässigtem Tempo zum ersten Aufstieg im Wald. Ich blieb ruhig, versuchte mich vorne zu halten und hatte so eine ideale Position als das Rennen wirklich begann. In den folgenden Aufstiegen wurde vollgas gefahren und eine erste Selektion fand statt. Bei der Rückfahrt zum Schanzengraben füllte sich die Spitzengruppe wieder auf ca. 10 Fahrer auf. In der zweiten Runde fuhr der spätere Sieger im Waldaufstieg ein kleines Loch heraus, ich traute mich noch nicht ihm nachzusetzen, das Tempo war auch bei den Verfolgern sehr hoch. In den nächsten Runden wiederholten sich die Szenerien und mir war klar, dass die Schlussrunde in diesem taktisch geprägtem Rennen entscheiden wird. Ich fühlte mich sehr gut und wusste, dass ich im letzten Waldaufstieg einfach fahren muss was die Beine hergeben. Etwa zu fünft fuhren wir unten in die kurze Laufpassage, nach dieser heftete ich mich an Stefan Inauen fest. Den ganzen Aufstieg fuhr ich an seinem Hinterrad und probierte es zu halten, was mir gelang. Auf dem höchsten Punkt der Runde war das Loch zur Gruppe da. In der mittlerweile sehr glitschigen Abfahrt musste ich Stefan ziehen lassen, mir war sein Tempo zu riskant. So meisterte ich die Abfahrt gut und unten war die Gruppe noch nicht zu sehen. Nun hiess es sofort in den Zeitfahrmodus zu schalten und über die Fläche zu brettern was das Zeugs hielt- es lohnte sich und es reichte für mich zum ersten Podestplatz am BMC Racing Cup- ich wurde toller 3. Ich freute mich sehr, die Beine drehten wiederum super und taktisch fuhr ich klug. Besten Dank Oli für die super Verpflegung. Ride on- Benno.

04.05.2014 Zugerbergclassic - erneut zuoberst :-)

 

Heute startete ich an der Zugerberg Classic, einem Bergrennen über 25 km mit 1000 Hm. Das Wetter zeigte sich gnädig mit uns: Es regnete nicht, jedoch war es ziemlich frisch. Ich freute mich sehr auf das Rennen, es waren viele Teamkollegen am Start und praktisch unsere komplette Cran-Canaria Trainingslagertruppe war anwesend. So war bereits das Einfahren ein Gaudi, doch wir alle waren fokussiert auf das Rennen und die nötige Lockerheit war somit auch da. Meine Beine fühlten sich schlecht an beim Einwärmen, doch das taten sie bereits in Schwändi. Das ist mir immer ein Rätsel, jetzt fahre ich seit beinahe 11 Jahren MTB-Rennen und noch immer kann ich nach dem Einfahren nicht beurteilen, ob ich heute ein gutes Rennen zeigen kann oder nicht. Am Start reihte ich mich zuvorderst ein und mit dem Startschuss kam ich gut weg. In der Fläche versteckte ich mich gut im Windschatten und hielt mich so trotzdem weit vorne auf, da es auf der Quartierstrasse einzelne Engstellen gab. Im ersten kurzen Asphaltaufstieg hielt ich mich zurück und wollte nicht überdrehen, was mir gut gelang. Im nachfolgenden Flachstück fuhr ich das Loch zur Spitze wieder zu, von diesem Punkt an wusste ich, dass ich auch heute parat war. Im ersten längeren Aufstieg biss ich mich am Hinterrad vom Focus Fahrer und Kollege Ueli Schädler fest. Ich musste beissen, doch es lohnte sich- ich fuhr nun bereits in den ersten 5 Overall mit. Die zwei Elite Spitzenfahrer konnten wir nicht halten. Nach einer kurzen Abfahrt begann der steile Aufstieg über Betonrampen, auch da drehten meine Beine ganz ordentlich. In der Folge wechselten wir uns in der Führung ab und fuhren auf den Positionen 4-5. Nach einer Laufpassage musste ich kurzzeitig in den ganz tiefroten Bereich gehen um an Ueli dran zu bleiben. Doch ich erreichte mein Ziel, bis auf dem Hochplateau den Anschluss nicht zu verlieren. Das kurze Flachstück nutzte ich zur Erholung und von hinten schlossen 2 starke Marathonfahrer auf, wir seinerseits konnten den Overall 3. Platzierten einholen. Oben wurde es bitterkalt, somit gab es nur ein Rezept-> Kette rechts, Kopf nach unten und Vollekanone. Ueli und ich wechselten uns in der Führung ab und erreichten am Kopf der Gruppe die letzte technische Abfahrt. Ich hielt wiederum Ueli’s Rad und wir spielten unsere CC- Fähigkeiten voll aus, nach der Abfahrt war das Loch zur Gruppe da und wir schossen in die letzte Abfahrt und in den letzen Aufstieg rein. Wir beide nebeneinander, beide am Anschlag, beide im Vollgasrennmodus, beide mit dem Mageninhalt bedrohlich weit oben- das ist MTB Rennsport. Kurz vor dem Ziel einigten wir uns auf eine gemeinsame Zieleinfahrt, da wir beide nicht in der gleichen Kategorie fahren- doch die Zieleinfahrt war nur ein Fahrer breit. Ueli schob mich nach vorne – eine sehr nette Geste. So erreichte ich das Ziel als Overall 3. und überlegener Kategoriensieger. Wow Sieg Nr. 2 – perfekt. Ueli hat mir heute extrem geholfen und das schätze ich sehr, solche Rennfahrerkollegen sind einfach wunderbar. Ich hoffe, ich kann mich bei Gelegenheit revanchieren.

27.04.2014 EKZ Cup Schwändi - Sieg und Leadertrikot :-)

 

Das Cross-Country Rennen im glarnerischen Schwändi machte den Auftakt zur 8- teiligen Rennserie des EKZ Cups. Das Glarnerland begrüsste uns Biker mit leichtem Regenschauer und kühlen Temperaturen. Durch die starken Regenfälle in der Nacht sowie am Vormittag war die Strecke an vielen Orten stark aufgeweicht, rutschig und schlammig. Es waren Bedingungen anzutreffen wie wir sie in diesem sonnigen Frühjahr praktisch noch nie vorfanden. Mit den zwei guten Resultaten bei den ersten beiden Rennen des BMC Cups war mein Selbstvertrauen gross, doch die Woche vor dem Rennen ging ein bisschen zäh, was mich aber nicht gross störte. Ich wollte das Rennen so nehmen wie es kommt. Beim Einfahren fand ich eine Strecke vor, die vor allem in den Waldpassagen äussert schwierig zu befahren war, der Untergrund mit vielen glitschigen Steinen und Wurzeln war tückisch, aber mit dem nötigen Feingefühl doch ansprechend zu meistern.

Um 15:15 Uhr erfolge der Startschuss zu meiner Kategorie, das Rennen beinhaltete eine Startrunde und 3 grosse Runden. In der Vorwoche kam endlich mein neues Credo Bike und das Warten hat sich mehr als gelohnt- eine Waffe von Bike besitze ich jetzt und nur schon optisch ist es eine Gewalt. Bei der Startaufstellung durfte ich in der Mitte des ca. 30- köpfigen Teilnehmerfeldes einstehen, ich freute mich auf das Rennen und insgeheim träumte ich von einem Podestplatz. Wenn ich die Leistung von Buchs und Tesserete von mir betrachtete, lag dies im Bereich des Möglichen. Der Startschuss fiel und im Anstieg kam ich sogleich nach vorne, doch im Gegensatz zu Tesserete fuhr ich nicht mit der absoluten Brechstange los, sondern reihte mich in der Spitzengruppe ein und liess mich ein bisschen ziehen. Nach der Startrunde folgte wieder der längere Asphaltaufstieg und ich verschärfte das Tempo und oben hatte ich bereits ein kleines Loch zu meinen Konkurrenten. In den technischen Passagen konnte ein Konkurrent wieder aufschliessen. Die Abfahrten auf den rutschigen Steinen glichen einem Rodeoritt, ich fragte mich wo meine 10- jährige Wettkampferfahrung hin gegangen war, doch auch die Anderen hatten zum Teil grosse Mühe mit dem Untergrund. Ich sprach mir immer zu locker zu bleiben und das Hinterrad meines Konkurrenten zu halten. Es ging bei mir ein bisschen zäh, das Finden eines Rhythmus gelang irgendwie nicht, doch ich war vorne dabei und das zählte. Ich spürte, dass ich am Berg der Stärkere war. So blieben wir bis Mitte der letzten Runde zu zweit vorne bis ich einen kleinen Fahrfehler beging und ein paar Sekunden verlor. In der Laufpassage bekam ich leichte Krämpfe und vor der letzten Wiesenabfahrt lag ich zurück, bis vorne Simon Wäfler ebenfalls einen Fehler begann und stürzte. Ich war wieder dran und vor dem letzten Aufstieg blieb ich ruhig und griff danach mit letzter Kraft im oberen Drittel voll an. Ich warf alles in die Pedalen was in mir noch übrig war und tatsächlich zuoberst war das kleine Loch da. Im Wiesengelände des Start- Ziel Bereiches begab ich keinen Fehler mehr und so konnte ich die letzten Meter geniessen und meinen ersten Sieg heraus fahren. Was für ein Ding! Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet und war überglücklich. Nun hängt bei mir Zuhause das Leadertrikot des EKZ- Cups- Wahnsinn. Das gibt Mumm für die weiteren Einsätze und bestätigt mein gutes Training über den Winter- das rockt!

05.04.2014 BMC Cup Tesserete - wiederum solides Rennen auf Position 7 :-)

 

Heute stand bereits das zweite Rennen des BMC Racing Cups in Tesserete an. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und präsentierte sich mit Sonnenschein und Frühsommertemperaturen. Die Strecke im Tessin stellt eine moderne Cross- Country Strecke dar mit vielen kurzen technischen Anstiegen, anspruchsvollen Wurzelpassagen und fordernden Abfahrten. Meine Stärke sind zwar eher die langen gleichmässigen Aufstiege wie sie zum Beispiel in Buchs zu finden sind, doch die Strecke in Tesserete macht viel Spass und fordert sehr.

Um 16 Uhr erfolge der Startschuss für die Herren 1 und die Masters Fahrer. Mit dem starken 5. Platz in Buchs durfte ich das Rennen aus der zweiten Startreihe in Angriff nehmen- eine neue Erfahrung für mich, die mich beinahe zu einer Übermotivation leiten liess. Mit dem Startschuss preschte die Meute los und ich fühlte mich gut, so dass ich mich hinter Buchs Sieger Matthias Lauk an zweiter Position einreihte. In dieser Position nahm ich die erste von vier vollen Runden in Angriff. Der Effort lohnte sich und ich hatte freie Fahrt an den ersten technischen Stellen, die ich gut meisterte. Da mein Rahmen des neuen Rennbikes noch ein wenig auf sich warten lässt, durfte ich heute mit dem Prototypbike fahren, das bereits mit der 1x11- fach Schaltung ausgerüstet ist. Das Bike passte mir super und mit einer tollen Steifigkeit und Wendigkeit in den Trails machte es viel Spass. Auf dem höchsten Punkt nahm ich bewusst ein wenig Tempo raus und es überholten mich 2-3 Fahrer da alles noch nahe beisammen war. In der zweiten Runde hatte ich dann kurzzeitig enorm zu kämpfen, der Starteffort war für meine sensible Lunge doch ein bisschen zu viel und ich bekam Mühe mit dem Atmen, dadurch begann ich auch einzelne kleinere Fahrfehler zu machen. Die Strecke in Tesserete verzeiht dies nicht, da muss man von A-Z die höchste Konzentrationsstufe einschalten und einfach nur pushen, pushen und noch einmal pushen- genau diese Leistungsspitzen abzurufen fehlte mir in dieser Runde. Doch ich erholte mich ziemlich schnell und die letzten zwei Runden konnte ich den Vorwärtsgang wieder einlegen und konnte gut mit fighten. Dies reichte am Ende für Platz 7 von ca. 60 Fahrern. Damit war ich wiederum super zufrieden, so macht es Spass. Besten Dank der Familie Waldis für die tolle Betreuung. Ride on – Benno

BMC Cup Buchs 2014
BMC Cup Buchs 2014

22.03.2014 BMC Cup Buchs - ein geglückter Auftakt mit Platz 5 :-)

 

Die Saison begann heute mit dem Auftaktsrennen des BMC Cups in Buchs SG. Neu ist für mich, dass ich bei den Herren 1 Fun fahre und nicht mehr in der Kategorie Amateure Lizenz. Der Entscheid keine Lizenz mehr zu lösen fiel mir Anfangs schwer, doch neben intensivem Masterstudium ist es genau das Richtige. Diese Saison soll für mich auch eine Saison mit Blick in die Zukunft werden: mit einigen Multisportevents im Couple sowie Marathonbikerennen auf der Langdistanz gibt es einiges Neues zu entdecken, die Vorfreude ist gross und das Fahren ohne Lizenz erweitert hierfür die Freiheiten und Möglichkeiten.

Mit diesen neuen Zielen konnte ich mich super motivieren für das Wintertraining. Das perfekte Trainingslager in Cran Canaria bestätigte dies. Noch nie zweifelte ich so wenig an mir, noch nie fuhr ich so locker Rad, noch nie machte es so viel Spass. Ich fühlte mich also gut und neben dem Masterstudium liegt das Training auch noch drin, es erfordert zwar eine grosse Selbstdisziplin, doch ich bin bereit dies aufzunehmen, locken doch im Sommer längere Semesterferien und meine Hauptziele mit den Marathons und dem Gigathlon.

Heute stand jedoch Cross-Country auf dem Menüplan und das heisst 1-1.5 h einfach nur Vollgas was der Körper hergibt. Ich wollte Buchs auch als intensives Training für die nächsten Rennen nutzen, an einem besseren Ort als dort kann man das nicht tun: eine Runde etwas mehr über 4 km und mit über 200 Hm konditionell sehr fordernd. Mit coolen schnellen Abfahrten und dem legendären Hundschopf war die Strecke sehr attraktiv und selektiv. Der Start erfolgte um 16 Uhr und für mich begann es mit Startnummer 21 im Mittelfeld. Da die Masters Fahrer noch dazwischen geschoben wurden, stand ich ca. an Position 40 ein. Da es nach ca. 500 m in einen Trail ging, wusste ich dass ich schon am Start alles aus mir rausholen muss um nicht im Stau zu landen. Dies gelang mir auch ganz gut, ich fuhr mehr als über dem Limit, doch es nützte ich fand mich in den ersten 10 Positionen wieder. Nach der ersten Zieldurchfahrt war ich in der Verfolgergruppe des Führenden unterwegs, für den Starteffort musste ich zwar dann kurzzeitig büssen doch ich bildete in der Folge ein Zweiergrüppchen das um Position 4-5 fuhr. Erst Eingangs der Schlussrunde realisierte ich, dass ich auf diesem erweiterten Podestrang fuhr- ein cooles Gefühl das neu für mich ist. Mit dem stark einsetzenden Regen wurde der Untergrund sehr glitschig, dabei machte sich bemerkbar, dass meine Technik nach wenigen Biketrainings dieses Jahr noch nicht ganz top da steht. So konzentrierte ich mich auf die Verteidigung dieses Platzes und fuhr wenig später auf Platz 5 ins Ziel- wow das war ein starker Saisonauftakt, so gut hatte ich es überhaupt nicht erwartet. Das macht Lust auf mehr, ich freue mich bereits wenn es in zwei Wochen im Tessin weiter geht, dann hoffentlich mit dem neuen Bike J Ride on – Benno.

12.02.2014: Trainingslager Cran Canaria

 

10 perfekte Tage auf den Kanaren sind nun vorbei- mit einer tollen Truppe wurde es zu einer super Zeit

 

Gruess Benno

14.01.2014 Update

 

Hallo Zäme, es ist schon wieder einige Zeit vergangen seit ich mich zum letzten Mal hier gemeldet habe, hier ein paar Facts:

- mit viel Physiotherapie kam mein geschundenes Bein vom Halbmarathon wieder in Schwung, nach total 6 Wochen mit Einschränkungen läuft alles wieder problemlos

- Start mit der Arbeit am Institut für Bau und Umwelt an der HSR Rapperswil

- 2 Wochen Winterferien in Davos mit tollen Langlauf- und Skitrainings

- Aufbau Kraft / Athletik bei Athletic Performance in Zug

 

Ausblick:

- Anfangs Februar gehts für 11 Tage in das geliebte Cran Canaria zum Rennvelotrainingslager mit Schwerpunkt Verbesserung Ausdauer

- Mitte Februar starte ich das Masterstudium an der HSR im Bereich Wasserbau / Naturgefahren

- Schwerpunkte Saison 2014: Einige Cross-Country Rennen als Vorbereitung, danach Bikerennen auf der Marathonlangdistanz und Multisportevents im Couple

- Da ich den Arbeitsaufwand im Master noch nicht genau abschätzen kann, werde ich vorläufig bei den Bikerennen keine Lizenz lösen

- Im Sommer während den beinahe 2 Monaten Semesterferien werde ich mich gezielt auf den Gigathlon sowie die Marathonrennen vorbereiten und hoffe diese erfolgreich bestreiten zu dürfen- das wird eine tolle Zeit :-)

 

Wie ihr seht der Fahrplan für 2014 steht beinahe, langweilig wird es mir bestimmt nicht. Ich freue mich riesig auf die neuen Herausforderungen und bin sehr motiviert- Gigathlon nur schon bei diesem Wort schlägt mein Herz von alleine ein paar Schläge höher :-)

 

Saisonrückblick 2013 Benno Heussi
Saisonrückblick 13.pdf
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27.10.2013: Luzern Halbmarathon - Mission in 1h 34 min geschafft und danach in der Notaufnahme des Spitals abgerundet...

 

Nach einem Monat Vorbereitungszeit als Läufer erreichte ich am Luzern Halbmarathon den 137. Kategorienrang- Overall bedeutete dies Platz 642 (ca. 7'000 Teilnehmer) in einer Zeit von 1:34:44,7. Damit habe ich mein Ziel unter 1h 40 min zu finishen mehr als erreicht. Der Preis dazu war aber hoch: Nach dem Zieleinlauf bekam ich starke Schmerzen in den Oberschenkel-> Fazit: kleiner Muskelfaserriss, Sehnenscheidenentzündung und starke Überlastung der Oberschenkelmuskulatur. Im Moment gehe ich an Krücken und hoffe, dass es bald wieder bessert. Dass ich mit meinen Radfahrerbeinen einen Muskelkater einfangen werde war ja klar, aber gleich so etwas...unglaublich.

29.09.2013: Argoviacup Hochdorf - super Quali und danach Halbfinale verzockt - Rang 8

 

Heute stand das letzte Rennen der Saison 2013 an, das Finale des Argoviacups in Hochdorf. Das Wetter zeigte sich herbstlich mit frischen Temperaturen und leichtem Nieselregen aus dem Hochnebel. Ich freute mich sehr auf das Rennen in Hochdorf. Es wurde als Eliminatorsprintrennen ausgetragen. Das heisst, dass jeder Athlet zuerst im Stile eines Einzelzeitfahrens die Runde absolviert. Danach geht es im Eliminatorverfahren weiter, 3-4 Athleten treten gegeneinander an und die besten zwei kommen eine Runde weiter bis ins grosse Finale. Dort wird dann der Sieger ausgemacht. Ich fuhr schon letztes Jahr dieses Rennen mit dem Format in Hochdorf und schnitt dort ganz akzeptabel ab, darum war ich umso motivierter. Nach dem Marathonrennen in Einsiedeln konnte ich mich relativ schnell und gut erholen. Zudem durfte ich das 2014er Hardtail von Credo unter der Woche testen, somit war meine Motivation eh hoch. Spezifisch bereitete ich mich nicht auf dieses Sprintrennen vor. Mein Ziel war einfach ein solides Resultat und das Verschiessen der letzten Körner im Tank, der nach einer langen und intensiven Saison immer mehr nach Pause und Wiederauffüllen ruft.
Die Runde führte zuerst eine volle Runde auf der Leichtathletikbahn, danach ging es hinaus ins Gelände. Dieses war gespickt mit einem längeren Aufstieg, vielen Richtungswechseln und tollen Trails im Wald. Etwas mehr als 3 Minuten war man pro Runde im Vollgasmodus unterwegs. Als vierter Amateur wurde ich auf die Qualirunde geschickt. Die ersten 400 m auf der Bahn fuhr ich noch nicht am absoluten Limit, da 3 Minuten doch zu lange sind um Vollgas durch zu sprinten. In der Folge fuhr ich technisch sauber, im einzigen langen Aufstieg dann am Limit und in der Schlussphase mit einer guten Endschnelligkeit zufriedenstellend. Vom Gefühl her passte das ganz gut, ich war erstaunt über meine Spritzigkeit in diesem Lauf. Noch mehr erstaunt war ich als ich erfuhr, dass dies die drittschnellste Zeit in der Qualifikation bedeutete- wow. So war ich optimistisch für die weiteren Läufe mit der Konkurrenz. Uns wurde zudem mitgeteilt, dass die ersten 3 keinen Viertelfinal fahren mussten, sondern direkt für das Halbfinale qualifiziert waren. In der Folge zog sich der Event leider etwas in die Länge und es begann ebenfalls zu regnen. Als wir dann endlich die Halbfinals austragen konnten freute ich mich sehr. Zu Viert platzierten wir uns auf der Startrampe. Ich richtete das Rennen dann auf den für mich stärksten Fahrer (Rico von Burg vom Thömus Team) aus. Die anderen zwei Konkurrenten hatte ich diese Saison meistens im Griff, daher war ich zuversichtlich. Doch leider passierte Rico ein Missgeschick, er stürzte in der Wiesenabfahrt und ich wurde aufgehalten. In der Folge fuhr ich an dritter Stelle weiter, als es in den engen Trail ging war ich immer noch Dritter- der Fahrer vor mir fuhr technisch leider nicht ganz auf meinem Niveau und die Zielgerade war danach zu kurz um ihn zu überholen. So war das grosse Finale weg und ich bitter enttäuscht. Das kleine Finale fand danach nur ca. 3 min später statt als mein Lauf, so konnte ich das Laktat nicht ganz abbauen und kämpfte mich über die Runden. In der Endabrechnung stand nun Platz 8. Nach der starken Qualifikation erhoffte ich mir natürlich mehr. Doch dies ist Eliminatorsprint, da gelten manchmal andere Gesetze, das Glück spielt hier eine Hauptrolle. Heute war dies nicht auf meiner Seite. In der Gesamtwertung bedeutete dies auch Platz 8. Damit ging eine solide Saison für mich zu Ende mit der ich zufrieden bin. In den Cross- Country Rennen war ich viel sehr nahe dran und zeigte gute Ansätze, das Wahnsinnsrennen blieb aber aus. Dafür sprangen Gigathlon, Black Forest und Inferno ein, über die Emotionen in diesen Rennen muss ich gar nicht reden- da erlebte ich Momente die das ganze harte und zeitintensive Training mehr als wett machen- das ich das erleben darf ist für mich grossartig.

 

22.09.2013: IXS Classic Einsiedeln 77km - Platz 24 Lizenz Herren - 50 km grandios dann der Einbruch des Jahres...

 

Heute startete ich in Einsiedeln zum letzten Marathon in dieser Saison bei wunderschönstem Herbstwetter. Im Vorfeld liebäugelte ich mit einem erstmaligen Start über die Langdistanz. Doch die lange Saison zehrte an meinen Kräften so empfahl mir mein Verstand einen Start über die Mitteldistanz, die immer noch 77km mit 2300 Hm aufweist. Die zwei Wochen nach dem Argoviacup in Langendorf liefen trainingstechnisch doch nicht ideal, die Müdigkeit ist da und die Motivation auch nicht gerade auf dem höchsten Punkt. Ich drosselte die Trainingsstunden, versuchte mich gut zu erholen und baute Alternativtrainings ein. Die Trailrunningläufe im Mythengebiet sowie ein Abstecher in den Pumptrack mit dem Bike taten mir gut. So spürte ich Mitte dieser Woche doch einen Aufwärtstrend. Dieser bestätigte sich im Einfahren am Vortag vor dem Rennen in Einsiedeln. Ich fühlte mich spritzig, wach und motiviert. So schaute ich optimistisch Richtung Marathonrennen am Iron Bike.
Das Starterfeld bei den lizenzierten Herren war auch über die Mitteldistanz erstklassig besetzt. Viele Cracks nutzten dieses Rennen auch als Saisonabschluss, so waren auch viele starke Cross- Country Fahrer am Start. Der Start gelang mir ideal und auf den ersten flachen Kilometer entlang des Sihlsees blieb das Feld zusammen, das Tempo war auch nicht sonderlich hoch. Im Feld zu fahren war sehr hektisch mit dem gemächlichen Tempo drückten von hinten viele Funfahrer nach vorne, es war extrem nervös, doch ich kam in keine brenzlige Situation. Im Dörfchen Egg bei der Teufelsbrücke ging das Rennen dann richtig los. Es folgte gleich eine kurze steile Asphaltrampe, da ging die Post gleich ab und ich sprintete den Berg hinauf. Erstaunlicherweise fühle ich mich sehr gut und bildete dann schnell ein gutes Zweiergrüppchen mit dem Thömusfahrer Pascal Nay. Wir waren die ersten Verfolger, der ca. 15 Fahrer starken Spitzengruppe. Ich hatte richtig Kraft in den Beinen und war auch im Kopf bereit zu leiden. Nach dem ersten Berg schafften wir beinahe nochmals den Weg zurück in die Spitzengruppe, doch vernünftigerweise liessen wir dies sein. Nach der ersten Verpflegung folgte der zweite Berg zur Alp Grueb. Es gesellte sich zu uns ein weiterer Fahrer und wir nahmen diesen Aufstieg zu dritt in Angriff. In Willerzell begann der Aufstieg zur Sattelegg und wir konnten ein schönes gleichmässiges Tempo bergauf fahren. Die steile Rampe zum Büel glückte mir gut, die Nasse Abfahrt über die Holzschwellen ebenfalls. Ich staunte ein bisschen selber über mich, waren doch zu diesem Zeitpunkt immer noch namhafte Fahrer hinter mir und ich immer noch in den ersten 20-25 Overall. Doch Mitte Aufstieg zum Bergpreis Wisstannen staunte ich über was anderes, denn plötzlich war meine Kraft weg und ich am Leiden. Ich musste runterschalten und beissen. Ich ärgerte mich massiv, im Flowzustand ass ich zu wenig und kontrollierte mich zu wenig so fuhr ich in ein riesen Loch. Die Fläche im Studen musste ich alleine absolvieren und so verlor ich massiv Zeit und Ränge. Der letzte Aufstieg war ein einziges Quälen, oben bei der Verpflegung warf ich alles hinein was ich konnte. So gelang mir doch noch ein ansprechender Schluss. Dies reichte im starken Lizenzfeld zu Platz 24. Damit war ich im Ziel nicht unzufrieden, ich habe es probiert, habe über 2.5 Rennstunden eine tolle Leistung gezeigt, der Einbruch kam dann halt, doch daraus werde ich lernen. Der Leitspruch „wer nichts wagt- gewinnt nichts“ nahm ich mir zu Herzen. Heute hat es nicht funktioniert, ein anders Mal wird es funktionieren. Nächste Woche steht das letzte Saisonrennen an, das Argoviafinale in Hochdorf. Das Rennen findet als Eliminatorsprint statt. Ich werde noch einmal alles aus mir rauspressen. Ride on- Benno.

 

08.09.2013: Argoviacup Langendorf - Platz 11 meine Batterie muss langsam zur Ladestation...

 

Heute startete ich zum vorletzten Lauf des Argoviacups in Langendorf. Da der Herbst nun langsam Einzug hält, zeigte sich das Wetter nicht von seiner besten Seite: Es regnete zeitweise und die Strecke war dementsprechend aufgeweicht und leicht schlammig. Auf der abwechslungsreichen und schnellen Strecke von Langendorf durften wir eine Startrunde und 7 grosse Runden absolvieren. Die Strecke beinhaltet viele schnelle Flachpassagen auf Asphalt und auf Waldstrassen, dazu bietet sie jedoch auch schöne Wurzelabfahrten und technische Aufstiege. Die Charakteristik der Strecke zeigt schön eine moderne, schnelle und attraktive Cross- Country Strecke. Da das Rennen als C2 Rennen ausgeschrieben war, zog es viele starke Fahrer nach Langendorf: unter anderem war der Viertplatzierte des letzten Weltcuprennens Ralph Näf am Start. Wir Amateure duften somit mit den Elitefahrern starten, wurden jedoch separat gewertet.
Die letzte Woche lief es bei mir im Training nicht immer rund: Am Dienstag hatte ich super Beine und ein tolles Gefühl, doch gegen Ende der Woche harzte es extrem, ich hatte das Gefühl kaum vom Fleck zu kommen. Die lange und harte Rennsaison zehrt doch langsam an den Reserven. Doch mir ist natürlich bewusst, dass eine gute Form nicht ewig anhält. So reiste ich am Sonntagmorgen doch einigermassen optimistisch nach Langendorf. Beim Einfahren merkte ich bereits, dass die Beine nicht optimal drehen am heutigen Tag, doch die schlammigen Abfahrten machten Spass und ich hoffte dass mein Körper den sechsten Gang für das Rennen finden wird. So stand ich um 13 Uhr an der Startlinie und stürzte mich in das Rennen. Die Profis drückten in der Startrunde bereits mächtig auf die Tube und ich hatte bereits Mühe das hohe Tempo im Feld mitzuhalten. Doch ich reihte mich irgendwie ein und suchte einen guten Tritt. Ich fand diesen jedoch auch auf der ersten grossen Runde nicht und musste somit viel alleine fahren, was auf dieser Strecke eher ein Nachteil ist. Im Kopf stimmte es auch nicht ganz und nach vorne war bereits ein beträchtliches Loch und nach hinten hatte ich die Konkurrenz im Griff. Ich konnte irgendwie nur ein schnelleres Marathontempo fahren und fand so auch keinen wirklichen Flow wie in den letzten Rennen. Die schmierigen Abfahrten meisterte ich jedoch gut, was mich doch ein wenig aufstellte. Nach der dritten grossen Runde kam der erste Junior von hinten und ich konnte ihm zu meinem Erstaunen dann doch bis kurz vor seiner Zieleinfahrt folgen und da kamen dann doch noch die Rennemotionen. Die letzten zwei Runden fuhr ich wieder alleine und fiel wieder in meinen Trott, so kam es dass ich kurz vor dem Start- Ziel Gelände Ende Runde 6 vom ehemaligen Sprint Weltmeister Näf überrundet wurde und somit war mein Rennen beendet. Dies reichte zu Platz 11 bei den Amateuren. Damit war ich nicht zufrieden. Doch wie schon angesprochen, seit Ende Mai hatte ich ein tolles Gefühl auf dem Rad und eine gute Form, dass diese nicht ewig anhält ist menschlich und logisch. Nun schaue ich gut auf die Erholung so werden die letzten zwei Saisonrennen sicher noch gut klappen, ich freue mich darauf. Ride on- Benno

 

Interview von mir über Arbeit und Leistungssport (runterscrollen):

 

http://www.athletic-performance.ch/testimonials/15/breitensportler

 

24.08.2013: BMC Racing Cup - Platz 33 und Platz 39 in Gesamtwertung

 

Heute startete ich zum Finallauf des BMC Racing Cup in Muttenz. Nach den vielen Wochenenden mit tollem Sommerwetter begrüsste uns Basel heute mit Regen und kälteren Temperaturen. Das Start- Ziel Gelände liegt auf einer Pferderennbahn und die Strecke besteht zu einem grossen Teil aus Flachpassagen. Ein einziger längerer Anstieg führt zum höchsten Punkt der Strecke, der Rest gliedert sich aus schnellen Trailpassagen entlang der Birs, technischen Elementen im Reitstadion sowie schnellen Passagen auf Asphalt und Sand. Bis Mitte Woche steckte mir der Inferno noch in den Beinen, doch die Trainings liefen ganz ordentlich. Gespannt war ich auf die Umstellung von den langen Rennen wieder hin zu den kurzen intensiven CC- Rennen. In letzter Zeit trainierte ich für den Inferno mehrheitlich Ausdauer und liess darum die Intervalle eher auf der Seite. So war mir bewusst, dass mir im Maximalbereich ein paar Prozente im Stehvermögen fehlen werden. Doch ich freute mich sehr auf das Rennen und das regnerische Wetter machte mir nichts aus.
Bei der Streckenbesichtigung traf ich eine schmierige Runde an. Die lange Abfahrt vom höchsten Punkt der Strecke glich mehr einer eisigen Bobbahn als einer Bikeabfahrt. Man musste mit sehr viel Gefühl bergab fahren. Sonst gefiel mir die Runde eigentlich ganz gut, obwohl sie für mich und meine Stärken doch zu wenig Höhenmeter aufweist. Wir Amateure / Masters durften eine Bahnrunde und 5 grosse Runden absolvieren. Der Start gelang mir gut ich reihte mich im Mittelfeld des ca. 65 Fahrer starken Feldes ein und fühlte mich gut. Die Bahnrunde wurde sehr hektisch gefahren, 2-3 Mal hatten wir viel Glück, dass es nicht zu einem Massensturz kam. Beim Ausgang aus dem Stadion kam die erste Engstelle und prompt knallte es rechts neben mir. Doch ich konnte gut ausweichen und mich einreihen. Geschlossen fuhren wir an einer Perlenkette aufgereiht in den ersten Anstieg hinein. Dieser war durch die Regenfälle parktisch unfahrbar geworden. So musste man das Bike praktisch immer bergauf schieben oder tragen. Die Abfahrt wurde dann mehr zu einem Rodeo- Ritt, doch ich hielt mich auf dem Bike und stürzte nicht. In der zweiten Runde spürte ich die fehlenden 1-2% im Stehvermögen, die mich in der guten Gruppe gehalten hätten, ich konnte sie leider nicht halten und fuhr in der Folge viel alleine auf der Strecke, was bei dieser Runde eher ein Nachteil ist. Doch ich wehrte mich gut gegen die herannahende hintere Gruppe und konnte wenig später meinen Marathonmotor zünden und ein hohes Tempo fahren. So flogen die 1.5 Rennstunden nur so vorüber und ich erreichte das Ziel auf Platz 33. Mit meiner Leistung war ich zufrieden, mit dem Rang nicht ganz. Klar ist es neben dem Weltcup die stärkste Rennserie in Europa, klar hatte die Runde für mich zu wenig Anstiege, klar ist das Niveau auch bei den Amateuren in der stärksten Bikenation der Welt sehr hoch, doch mit meiner jetzigen Form sollte da noch mehr drin liegen. Ich bleibe weiter dran und freue mich auf den letzten Rennmonat der Saison. Ich bin auch nach 20 Renntagen in den Beinen immer noch top motiviert und habe gerade jetzt enorm Spass bei der ganzen Sache und das ist doch das was zählt. Ride on- Benno

 

17.08.2013: Inferno Triathlon Team Trophy Couple - Platz 22 und ein gigantisches Erlebnis :-)

 

Heute startete ich am Inferno Triathlon in der Kategorie Couple mit Anne-Sophie. Dass es eigentlich dazu kam, dass wir diesen Wettkampf zusammen im Couple bestreiten, haben wir beide dem Gigathlon zu verdanken. Beim Anstehen für die Massage im DUL-X Zelt sassen wir zufälligerweise nebeneinander und kamen ins Gespräch. Wir verstanden uns auf Anhieb prächtig und so kam es nun, dass wir kaum einen Monat später zum ersten Mal zusammen einen Wettkampf im Couple bestritten. Anne-Sophie spielte bis vor kurzem Fussball in der NLA und hat nun den Triathlonsport für sich entdeckt.
Am Freitagnachmittag starteten wir unser Abenteuer Inferno mit der Anreise zu unserer Unterkunft in Interlaken. Mein Vater begleitete uns zwei als Supporter, mit seiner grossen Erfahrung im Ausdauerbereich war er die perfekte Person für diesen Job. Am Samstagmorgen um 6.30 Uhr erfolgte der Start im Sonnenaufgang. Anne-Sophie übernahm den Schwimmpart und schwamm solide die 3.1 km von Thun nach Oberhofen. Wenn man bedenkt, dass sie erst seit Februar dieses Jahres das Schwimmen trainiert, ist das eine riesen Leistung. Sie übergab mir den Chip an 56. Position und ich machte mich mit dem Rennvelo auf in Richtung Grindelwald. Die Strecke führte von Oberhofen hinauf nach Beatenberg, danach ging es rasant bergab nach Interlaken. Von dort ging es dann mehrheitlich flach nach Meiringen und zum Abschluss wartete die Grosse Scheidegg auf mich. Der Schlussteil der Radstrecke führte danach runter zur Wechselzone Grindelwald. Ich kam schnell in einen zügigen Rhythmus und meisterte die steile Auffahrt nach Beatenberg gut. In diesem Aufstieg konnte ich bereits erste Plätze gut machen. Die Fläche von Interlaken nach Meiringen entlang des malerischen Brienzersees war nicht gerade auf mich zugeschnitten, doch ich fuhr auch da solide und gab mein Bestes. Es folgte danach mein Teilstück, der Aufstieg zur Grossen Scheidegg. Dabei mussten über 1300 Hm vernichtet werden. Die Auffahrt ist generell schon sehr steil und zusätzlich beinhaltet es Rampen von teilweise über 15 Steigungsprozent. Die Beine drehten in der prächtigen Alpenkulisse sehr gut und ich war permanent am Überholen. Doch in den letzten Serpentinen plagten mich plötzlich grössere Magenbeschwerden. Ich musste mich zurücknehmen, sonst wurde mir jeweils übel. In der Abfahrt versuchte ich mich ein bisschen zu erholen. In Grindelwald wechselte ich auf das Bike, trank eine halbe Cola in der Hoffnung mein Magen beruhige sich mit diesem Saft und begab mich in den nächsten Aufstieg zur Kleinen Scheidegg mit der berühmten Jungfraubahnstation. Der Magen beruhigte sich tatsächlich was mich freute. Doch nun langsam merkte ich die Strapazen des langen Tages. Die Steigung auf Schotterstrasse war steil und flache Abschnitte suchte man vergebens, doch das Alpenpanorama mit dem Blick zur Eigernordwand zauberte mir trotzdem häufig ein Lächeln ins Gesicht. Irgendwann war aber auch die Eigernordwand Nebensache und ich musste mich konzentrieren irgendwie diese Bahnstation zu erreichen. In letzter Zeit las ich das Buch von Dopingsünder Tyler Hamilton, er beschrieb darin eine harte Alpenetappe gegen Lance Armstrong und Co. bildlich so, dass der Rennfahrer eine gewisse Anzahl Streichhölzer besitze, die er für harte Abschnitte abbrennen kann. Mir kam genau in diesem Abschnitt das in den Sinn. Ich musste schmunzeln denn gefühlt war ich nun im Minutentakt am Streichhölzer abfackeln. Doch ich erreichte diese Kleine Scheidegg doch anständig und begab mich auf die rasante Abfahrt in Richtung Lauterbrunnen. Das leicht ansteigende Stück nach Stechelberg klappte gut und ich übergab in der Wechselzone an Anne-Sophie für den Laufpart hinauf nach Mürren. Sie zeigte eine famose Leistung und so erreichten wir nach einem emotionalen Zieleinlauf den tollen 22. Rang bei den Couples. Damit waren wir beide extrem zufrieden und haben unsere Feuertaufe mit Bravour bestanden. Später erfuhr ich noch, dass ich auf dem Bikesplit die 8. Zeit gefahren bin trotz dem Leiden auf die Kleine Scheidegg, das freute mich natürlich sehr. Für die gesamthaft 150 km und harten 4200 Hm benötigten wir nach vier Disziplinen 8h und 50 min. Toll hat alles so gut geklappt, dieser Tag wird mir noch lange in Erinnerung bleiben, er zählt zu den Highlites in meinem Sportlerleben. Der Ausdauersport ist faszinierend man spürt seine Grenzen, leidet und erlebt schönste Glücksmomente- genau das durfte ich an diesem Tag erleben dazu kam die wohl imposanteste Kulisse der Alpen. Vielen Dank Anne-Sophie und meinem Vater für die tolle Zeit. Ride on- Benno.

04.08.2013: BMC Racing Cup Davos - Platz 29 nach einer harten Trainingswoche :-)

 

Heute startete ich zum BMC Racing Cup in Davos. Das tolle Sommerwetter zeigte sich in seiner vollsten Pracht mit strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Die ganze Woche schon war ich in Davos in den Ferien. Dabei trainierte ich viel auf dem Rennrad sowie dem Bike und genoss das herrliche Wetter. Erst gegen Ende der Woche fixierte ich mich auf dieses Rennen. Mir war jedoch bewusst, dass ich mit diesem vielen Training vermutlich nicht top erholt an der Startlinie stehen werde. Die Rennpause nach dem Gigathlon habe ich genutzt um mich vom 6- Tage Event kurz zu erholen, danach trainierte ich viel Ausdauer für die letzten zwei Rennmonate und schuf mir noch einmal ein gutes Fundament. Das Training machte grossen Spass und meine Erholungsfähigkeit war wirklich gut, somit stand ich sehr motiviert auf der Startlinie heute am BMC Cup. Die Strecke kannte ich aus den Trainings der letzten Tage praktisch in- und auswendig. Für uns Amateure + Masters galt es 6 grosse Runden a 5 km in Richtung Flüelatal zu absolvieren. Die Strecke wurde im Vergleich zum letzten Jahr massiv aufgewertet und attraktiver gestaltet. Einen grossen Teil absolvierte man jedoch auch auf der Weltcuplanglaufstrecke inklusive dem steilen Cologna Stutz. Viele technische Abfahrten und Aufstiege im Wald rundeten die wirklich abwechslungsreiche Strecke ab. Der einzige Negativpunkt war der Start: Nach einem kurzen Kiesaufstieg ging es direkt in einen schmalen Trail. Ich startete mit der Nr. 38 im hinteren Mittelfeld ins Rennen. So kam es gleich bei dieser schmalen Traileinfahrt zu einem grossen Stau. Ich blieb jedoch ruhig und konnte meinen Rang halten. In der Folge konnte ich mich in den Aufstiegen leicht nach vorne arbeiten und fühlte mich gut, obwohl ich dauernd am Limit fuhr. Die nächsten Runden fuhr ich in einer guten Gruppe, die zwischen Rang 28 und 32 sich bewegte. Es freute mich, dass ich das Cross Country Tempo in der Gruppe gut mitgehen konnte, ebenfalls die Abfahrten bewältigte ich sicher. Das viele Training spürte ich nur wenig in den Beinen- es machte Spass obwohl richtig hart gefahren wurde. Zwei Runden vor Schluss setzte ich mir nun zum Ziel endlich in die Top 30 zu fahren. Ich fühlte mich in der letzten Runde noch stark und konnte mich in den Aufstiegen Richtung Flüelatal von zwei Konkurrenten lösen. Das Polster war aber nicht sehr gross und meine Energiereserven waren langsam doch aufgebracht. So kam es, dass ich in der zweitletzten Abfahrt nach einer Unachtsamkeit stürzte. Die zwei Gegner konnten fast aufschliessen, doch ich biss auf die Zähne und im technischen Zick- Zack Aufstieg konnte ich mich wieder lösen. So erreichte ich das Ziel auf Platz 29 und war dementsprechend sehr zufrieden. Heute hat es trotz grosser Anstrengungen viel Spass gemacht und viele Leute haben mich mächtig angefeuert- Vielen Dank! Ein grosser Dank geht auch an meine Eltern für die tolle Betreuung. Nächstes Wochenende werde ich nochmals gut trainieren, denn in zwei Wochen steht die Inferno Team Trophy an. Ich starte in der Kategorie Couple und übernehme die Rennvelo- und Bikestrecke. Es warten die Grosse und Kleine Scheidegg auf mich, langweilig wird es mir dabei garantiert nicht, ich freue mich auf die Challenge. Ride on- Benno

07.- 13.07.2013: Gigathlon Team of Five - Platz 16

 

Zum ersten Mal nahm ich am Gigathlon teil. Eine Teilnahme an diesem Multisportevent reizte mich schon lange und als im Frühjahr Bikekollege Sämi Blättler mich anfragte in seinem Team of Five mitzumachen, zögerte ich keine Minute und sagte sofort zu. Zudem wollte ich auch mich selber testen, wie mein Körper auf mehrere Renntage am Stück reagiert.

Nun bin ich zurück von diesem wirklich gigantischen Event mit vielen prägenden Eindrücken, Erlebnissen, Emotionen, Geschichten und einem tollen Teamerlebnis. Dass am Ende für unser Team Raiffeisen Emmen der sensationelle 16. Rang herausschaute, war eigentlich unglaublich. Im Vorfeld rechneten wir uns einen Top 40 Platz im ca. 270 Team of Five Feld aus. Mit einer ausgeglichenen Teamleistung, starken Einzelresultaten und einer perfekten Woche ohne Stürze oder Defekte konnten wir über uns hinauswachsen. Ich durfte in diesen 6 Tagen 3x die Bikestrecke und 3x die Rennvelostrecke absolvieren:

Day 1: Chur-Chur

Ich bekam die Ehre den Gigathlon auf der Rennvelostrecke zu eröffnen. Auf dem Plan standen 85 km mit 1750 Hm von Chur über Flims und Illanz zur wunderschönen Rheinschlucht und zum Ende die Fahrt durch das Domleschg hinauf zur Lenzerheide. Das Feld war sehr stark besetzt, unter anderem mit zwei Strassenprofis aus dem IAM Cycling Team. So wurde schon hinauf nach Flims extrem schnell gefahren und ich musste mehrmals ans Limit gehen, obwohl ich eigentlich den roten Bereich vermeiden wollte. Doch es lohnte sich, ich erwischte eine gute Gruppe in den Flachpassagen und im Schlussaufstieg zur Lenzerheide fuhr ich einen guten Rhythmus. So konnte ich der Schwimmerin auf Position 23 übergeben.

Day 2: Chur-Ennetbürgen

Heute durfte ich die Bikestrecke von Lachen nach Ennetbürgen absolvieren. Es war die letzte Disziplin des Tages und führte über 60 km mit 1200 Hm. Die Strecke führte zuerst hinauf zum Etzel danach in Richtung Einsiedeln und Alpthal zur Haggenegg. Es folge die Abfahrt durch den heimischen Mythenwald in Richtung Gersau. Dort durften wir zeitneutralisiert den Nauen nach Beckenried benützen. Die letzten flachen km führten dann ins Camp Ennetbürgen. Ich fand an diesem heissen Tag schnell einen guten Tritt und fuhr sehr konstant. Dabei achtete ich gut auf den Puls um nicht zu überdrehen. In den heimischen Trails konnte ich meine Kenntnisse voll ausspielen und mir die 17. Bikezeit sichern, was mich sehr freute.

Day 3: Ennetbürgen-Ennetbürgen

Die Königsetappe stand an, auch für mich. Das heisst mit dem Rennvelo über den Allwegpass, den Brünigpass und den Sustenpass von Ennetbürgen nach Erstfeld zu fahren. Die Schwimmerin übergab mir an diesem Tag an 124. Stelle. In den ersten flachen Passagen konnte ich mich einer guten Gruppe anschliessen und wir machten mächtig Dampf nach vorne. So kamen wir flott zum Brünigpass, nach einer sehr steilen Rampe spürte ich, dass ich sehr gute Beine hatte. Doch da die Etappe mit 125 km und 2750 Hm sehr lang war, hatte ich einen grossen Respekt. In den oberen Kehren des Brünigpasses forcierte ich das Tempo und die Gruppe wurde kompakter. Der 30 km Anstieg zum Sustenpass konnte ich mit einer super harmonierenden 3-er Gruppe fahren und so überholten wir ständig weitere Fahrer. 2 km vor der Passhöhe begann aber auch ich sehr zu leiden. Die Abfahrt ins Tal nach Erstfeld entschädigte aber die Strapazen und ich erreichte mit dieser Leistung den guten 35. Rang im stark besetzen Rennvelofeld.

Day 4: Ennetbürgen-Bern

Nach der Königsetappe stand die Überfahrt in Richtung Bern an. Ich übernahm an 116. Stelle den Zeitmesschip in Stansstad und begab mich mit dem Bike in Richtung Dallenwil auf die 42 km lange und mit 1000 Hm gespickte Etappe. Es folge der steile Aufstieg zum Ächerlipass. Danach folge eine schöne technische Abfahrt mit mehreren kleineren Gegensteigungen in Richtung Übergabeort Ennetbürgen. Im steilen ersten Teil des Ächerlipasses schaute ich wieder gut auf den Puls und überdrehte nicht, so fand ich einen guten Tritt und spürte viel Kraft in den Beinen. Diese Kraft brachte mich zur 14. besten Bikezeit. Damit war ich wiederum super zufrieden.

Day 5: Bern-Bern

Heute stand der City- Gigathlon um die Bundeshauptstadt Bern an. Der Start erfolge im Zeitfahrmodus: Alle 15 sec. wurde ein Team auf die Strecke geschickt. Da wir nach dem 4. Tag auf dem sensationellen 15. Zwischenrang lagen, wurden wir sehr spät ins Rennen geschickt. Ich fuhr die Bikestrecke welche über 27 km und 800 Hm ein Cross Country Profil beinhaltete. Es war wiederum sehr heiss doch schon nach einer Viertelstunde fand ich einen guten Rhythmus und holte Team um Team ein. In der zweiten Streckenhälfte wurde dies immer schwieriger da es zum Teil sehr enge Trails waren und ein Überholen manchmal nicht erlaubte. So war es eine sehr stressige aber wiederum schöne Etappe und obendrauf gab dies die 16. beste Bikezeit.

Day 6: Bern-Lausanne

Auf der letzten Etappe des Gigathlons fuhr ich wieder die Rennvelostrecke. Sie startete in Chamblon und führte über 70 km und 900 Hm nach Lausanne. An diesem Tag musste ich sehr viel alleine fahren, da die Zeitabstände nach der 3. Disziplin schon recht gross waren. Ich fuhr in einem guten und zügigen Tempo auf den Pass. In der schnellen Abfahrt riskierte ich wenig und fuhr auf Sicherheit. Die letzten 25 km gingen mehrheitlich geradeaus oder leicht abwärts. Da ich nicht unbedingt der Rollertyp bin, sondern eher der Bergfahrer, hatte ich meine liebe Mühe damit. Ich gab nochmals alles und mit der 35. Abschnittszeit auf dem Rennvelo übergab ich an unseren Schlussläufer.

Fazit:

Der 16. Rang in der Kategorie Team of Five ist super, alle Teammitglieder zeigten tolle Leistungen. Ich darf mit meinen Resultaten sehr zufrieden sein und dass ich während der Woche eher stärker wurde zeigt meine gute Ausdauerkapazität, dies freute mich sehr.
Das ganze Erlebnis Gigathlon packte mich richtiggehend, viele nette Leute kennen zu lernen und von einer top Organisation zu profitieren runden diese Woche ab. Ich werde sicher wieder teilnehmen, auch eine Teilnahme als Couple würde mich extrem reizen.

Vielen Dank meinen Teamkollegen des Teams Raiffeisen Emmen für diese unvergessliche Woche.

 

30.06.2013: Argoviacup Lostorf - Platz 11

 

Heute startete ich zum dritten Lauf des Argoviacups in Lostorf. Das Wetter zeigte sich am Sonntag mit leichtem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen sehr ideal. Durch die starken Regenfälle vom Vortag waren die Passagen im Wald zum Teil sehr schlammig und glitschig. Die Strecke war wiederum sehr attraktiv: Nach der flachen Startpassage auf Wiese folge der lange Anstieg auf Asphalt und Kies zum höchsten Punkt, von da an ging es in den Wald. Mit coolen technischen Abfahrten und kurzen Aufstiegen war dies sehr interessant. Nach einer schnellen Wiesenabfahrt gefolgt von einem Sprung erreichte man über eine lange Gerade wieder den Start- Ziel Bereich.

Da es ein UCI C2 Rennen war, durften wir mit den Elitefahrern starten, wurden aber separat gewertet. Das Feld der Elite war unglaublich stark besetzt, mit Ralph Näf, Lukas Flückiger und Stephane Tempier waren Top Ten Weltcupfahrer am Start. Ich finde das schön für den Argoviacup, dass diese Stars die wirklich attraktive Rennserie besuchen. Die Organisatoren dieses Cups machen wirklich ausgezeichnete Arbeit und präsentieren sehr attraktive Strecken. Auch das Feld der Amateure war sehr gut besetzt und ich freute mich auf das Rennen. Doch das harte Marathonrennen von der Vorwoche steckte mir sicher bis Mitte Woche in den Knochen, für mich ein Zeichen, dass ich mich wirklich voll ausbelasten konnte. Ich war gespannt wie ich den Umstieg auf das CC- Renntempo schaffte.
Der Start glückte mir gut und ich konnte mich gut positionieren und fühlte mich erstaunlich gut. Der längere Aufstieg im Wald musste man infolge des Schlammes laufen, was mich leicht aus dem Rhythmus brachte. Doch die ersten zwei Runden schlug ich mich achtbar, dennoch war mir im Hinterkopf die lange Renndauer präsent. Das Rennen wurde auf 9 grosse Runden angesetzt, für ein CC- Rennen eher an der oberen Grenze. Ab der dritten Runde verlor ich irgendwie den Drive und auch im Kopf wurde es hart. Ich hatte Mühe mich bis zum Äussersten zu quälen obwohl ich gute Beine hatte, kam ich nicht wie gewünscht vorwärts. Gegen Ende des Rennens trocknete die Strecke immer mehr ab und man konnte nun alles fahrend bewältigen, so kam auch der Drive zurück. Ich fuhr in der letzten Runde zu einem Konkurrenten auf und biss mich an ihm fest. In der Zielkurve rutschte ich leider aus dem Pedal und verlor so den Sprint. Es resultierte am Ende Platz 11. Ein solides Ergebnis, nicht mehr, nicht weniger. Während dem Rennen war der Gigathlon zeitweise im Hinterkopf, vielleicht hat mich das leicht gehemmt mich voll auszubelasten, denn der Respekt vor einer Woche Rennenfahren ist gross, doch ich freue mich riesig auf dieses Erlebnis. Nun werde ich mich gut erholen und dann werde ich bereit sein. Nur schon das getunte Credo Rennvelo CCS01 mit den FFWD Carbonfelgen ist ein Grund hochmotiviert die Woche in Angriff zu nehmen.


23.06.2013: Black Forest Marathon 77km Kirchzarten DE- Platz 9 (Overall Platz 13 von 1600) :-)

 

Heute startete ich zu meinem ersten Marathon in dieser Saison im deutschen Kirchzarten im idyllischen Schwarzwald. Am Samstagmittag machte ich mich zusammen mit Silvio Büsser und Betreuerin Mirjam auf den Weg nach Kirchzarten. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein besichtigten wir den Schlussaufstieg und die letzte Abfahrt ins Sportstadion Kirchzarten. Ich prägte mir die tückischen Stellen dieser Abfahrt gut ein und blickte zuversichtlich auf den morgigen Renntag. Im Hotel traf ich unter anderem Teamkollege Oski und nach einem gemütlichen und lustigen Abendessen sowie einer erholsamen Nacht stand ich um 8.15 Uhr bereit an der Startlinie im Dorfzentrum des malerischen Städtchens. Wie in den letzten Jahren entschied ich mich für die 77 km Strecke mit 2000 Hm. Aus Startblock 1 konnte ich mein Rennen in Angriff nehmen, hinter mir über 1500 Mountainbiker- ein cooles Gefühl. Der Start verlief eher gemächlich, auf den ersten fünf flachen Kilometern wollte noch niemand die Karten auf den Tisch legen. Das Tempo verschärfte sich erst, als es in den ersten 800 Hm Anstieg ging. Ich positionierte mich immer sehr weit vorne im Feld, so konnte ich dem „Handorgel- Effekt“ aus dem Weg gehen. Im ersten Teil des Anstieges war das Tempo noch nicht enorm hoch, so konnte ich mich gut in der Spitzengruppe halten. Als es in der Mitte des Anstieges in eine kurze Trailabfahrt ging, befand ich mich eher im hinteren Teil der Gruppe und dies wurde mir zu Verhängnis: Ein eingeholter Fahrer der Ultra- Strecke stürzte vor mir und ich musste kurz anhalten. Unten hatte ich so ca. 15 sec. Rückstand auf die Spitze und da ich heute ja alle Körner verschiessen wollte, probierte ich mich wieder in die Führungsgruppe zu kämpfen. Ich kämpfte wie verbissen und als ich bis auf ca. 5 Meter dran war, explodierte ich beinahe. So gab ich das Unterfangen auf und fand in der zweiten Verfolgergruppe Unterschlupf. In der Folge versuchte ich mich von diesem Effort am Ende der Gruppe zu erholen. Irgendwie verlor ich den Drive, doch ich blieb dran und kämpfte mich zurück. Nach dem Titisee, ca. bei Rennhälfte, fand ich den Tritt wieder und in der Folge fuhr ich immer stärker. Zuerst hielt ich mich noch schön zurück, im obersten Teil des zweitletzen Anstiegs konnte ich von vorne die Gruppe sprengen und holte beinahe alle Fahrer der ersten Verfolgergruppe wieder ein. Ich konnte immer alle Angriffe parieren und meistens als erster in die Abfahrten stechen. Durch meine guten Streckenkenntnissen und der CC- Fahrtechnik konnte ich auch dort Zeit gut machen. Am Fusse der letzten Steigung stand Mirjam mit der Cola bereit und so biss ich auf die Zähne und drückte den eingelegten Gang von zuunterst bis zuoberst einfach durch und trieb mich an zu leiden. So sammelte ich zwei weitere Fahrer ein, oben am Flachstück blieb ich wieder im Windschatten und so stachen wir zu viert in die Schlussabfahrt. Bald waren wir nur noch zu Dritt und 500 m vor dem Ziel noch zu Zweit- ich gegen Markus Bauer, denn CC- Vizemeister von 2011 aus Deutschland, was für ein Gefühl. Doch seine Beine waren im Schlussspurt stärker. So erreichte ich das Ziel auf Platz 9 was Overall Rang 13 von beinahe 1600 Fahrern bedeutete. Damit war ich natürlich überglücklich, wie ich mich nach der Hälfte der Distanz wieder ins Rennen zurück gekämpft habe macht mich stolz und zuversichtlich. Heute passte einfach alles: Die Form, die Taktik, das Bike, die Strecke, die tolle Kulisse- so macht Rennenfahren Spass.


16.06.2013: Argoviacup Oftringen - Platz 11 bei brütender Hitze :-)

 

Heute startete ich zum zweiten Lauf des Argoviacups in Oftringen. Das Wetter war sehr schön und die Temperatur beim Rennstart beinahe 30 Grad. Ich war gespannt auf die Strecke in Oftringen, da dort noch nie ein Rennen stattgefunden hat. Doch die Macher des Argoviacups enttäuschten uns Fahrer überhaupt nicht. Wir fanden eine tolle Strecke vor mit kurzen steilen Wiesenaufstiegen, technischen Passagen im Wald, schnellen Geraden und sogar einem schönen Sprung. Sie gefiel mir sehr gut und ich war motiviert.

Die Woche nach dem Rennen in Gränichen verlief eher harzig ich fand den Tritt im Training einfach nicht. Auch beim Einfahren vor dem Rennen fühlte ich mich eigentlich überhaupt nicht gut, doch mental war ich locker drauf und somit doch zuversichtlich. Wir durften 8 Runden absolvieren mit einer totalen Renndistanz von über 30 km und 800 Hm.

Das Rennen durfte ich aus der ersten Reihe in Angriff nehmen. Ich wollte heute nicht zu schnell starten und dann eine gute Gruppe erwischen, dies war in meinen Augen eminent wichtig, auf den vielen langen Geraden kann man sonst alleine viel Zeit verlieren, diese Taktik soll mir zu einem besseren Resultat als in Gränichen verhelfen. Der Start gelang mir dann ziemlich gut ich konnte mich schnell einreihen im Schnellzug und doch zündete ich das Feuerwerk nur auf Halbmast. Das war auch gut so, vor allem bei diesen heissen Temperaturen erholt man sich bei einem allfälligen Überdrehen überhaupt nicht mehr. Die Taktik passte ich erwischte eine gute Vierergruppe und fühlte mich erstaunlich gut. So konnte ich die Attacken gut mitgehen und meistens vorne in die Abfahrt stechen, was ebenfalls sehr hilfreich war. Die Hitze wurde immer extremer, doch mit meinem Gigathlonteamchef Sämi als Betreuer hatte ich immer Wasser zum Kühlen in der Feedzone. Sein Job war heute mehr als Gold wert. Die letzten zwei Runden wurden dann doch noch sehr hart. In der letzten Schleife fiel die Gruppe auseinander. Den zwei Vordersten konnte ich nicht folgen. So erreichte ich das Ziel zufrieden auf Platz 11. Der Zeitrückstand zu Platz 8 war wiederum sehr klein, was mich freute. Ebenfalls konnte ich heute toll in einer Gruppe mitfahren, die Taktik ging also auf, das Gefühl war gut. Dank einer geschickten Fahrweise konnte ich auch noch ein paar wenige Körner aufsparen für nächstes Wochenende. Dann starte ich zum Black Forest Marathon im deutschen Schwarzwald. An dieses Rennen habe ich sehr gute Erinnerungen. Dort werde ich für ein gutes Resultat sicher alle Körner verpulvern. Ich freue mich auf das Rennen und bin gespannt wie ich mich über die Marathondistanz schlagen werde. Ride on- Benno.


09.06.2013: BMC Cup Gränichen - Platz 39 auf der coolsten Strecke

 

Heute stand das vierte Saisonrennen des BMC Cups im aargauischen Gränichen an. Das Wetter zeigte sich beinahe von der besten Seite, es war angenehm warm und sonnig. Mit der Familie Waldis reiste ich bereits am Vortag nach Gränichen. So blieb am Samstag genügend Zeit die coole Strecke zu inspizieren und die optimale Linienwahl zu finden. Das Rennen wurde als HC- Rennen ausgeschrieben, das ist eine Stufe unterhalb des Weltcups. So präsentierte sich auch die Strecke, die mit einem Wort zu beschreiben ist-> Phänomenal. Was die Verantwortlichen des organisierenden RC Gränichen jeweils um und in diese Kiesgrube zaubern ist schlicht und einfach eine grossartige, abwechslungsreiche und zuschauerfreundliche Strecke. Die Runde verläuft zum Teil auf dem Bikelehrpfad, einem Vita Parcours für Mountainbiker sozusagen. Viele technische Elemente prägen die technisch anspruchsvolle Runde, die praktisch auf jedem Meter absolute Konzentration erfordert.

Nachdem ich am Samstag 3 Runden auf der Strecke trainiert hatte, war ich bereit für den Showdown vom Sonntagmorgen. Die Motivation war gross, nur der viele Blütenstaub machte mir, besonders der Lunge, ein bisschen Sorge. Im Hinblick auf den Gigathlon konnte ich dank dem angenehmen Wetter noch einmal längere Einheiten trainieren, so stand ich nicht ganz frisch aber doch ready for the Race auf der Startlinie. Mit der Nr. 31 stand ich im Mittelfeld der Startaufstellung. Nach dem Startschuss folgte ein Asphaltaufstieg von ca. 500 m. Dieser wurde von allen aus dem Sattel hinauf gesprintet als wäre oben das Ziel, das Niveau im BMC Cup bei den Amateuren war meines Erachtens noch nie so hoch wie dieses Jahr. Doch ich finde das cool darf ich mit diesen Jungs mit fighten. Ich erwischte den Start gut, kam nach vorne und meine Devise „all in“ funktionierte gut. Oben auf der Flachpassage kam ich gut mit, trotz einzelnen Staus im ersten technischen Trail kam ich gut runter und konnte mich sogar kurz erholen. Im zweiten Teil der Runde verlor ich nur ganz wenige Plätze und hatte einen schönen Zug auf der Kette und der Flow war da. Doch in der Mitte der zweiten Runde verlor ich einige Plätze. Ich ging vermutlich das Ganze zu schnell an, doch wer nichts wagt gewinnt auch nicht. Leider hechelte ich in meinem Rhythmus in der Folge immer einer kleinen Gruppe hinterher und kam einfach nicht näher. Mehr als das Limit ging nicht. In den technischen Passagen fuhr ich sauber, doch in einer Gruppe fährt es sich einfach leichter- diese fand ich heute nicht. So beendete ich das Rennen auf Position 39. Damit war ich eigentlich zufrieden, insgeheim habe ich mich jedoch um Position 30 gesehen. Was mich freute sind die konstanten Rundenzeiten, ausser die erste Runde bin ich alle Rundenzeiten innerhalb von 15 sec gefahren. Die Konstanz ist also da, die Ausdauer stimmt nur muss ich den Turbobooster für Runde 2-6 noch finden. Ich bin optimistisch, dass es gut kommt. Vielen Dank der Familie Waldis für die perfekte Betreuung durch das gesamte Wochenende.


26.05.2013: Argoviacup Seon - Platz 13 - da geht noch mehr

 

Heute startete ich zum ersten Lauf des Argoviacups in Seon. Als ich am Sonntagmorgen das Auto packte, war meine Tasche wiederum voll mit warmen Trikots. Das Wetter mit 5 Grad und Dauerregen wieder mal überhaupt nicht sommerlich. Doch ich freute mich auf das Rennen und die Freude wurde noch grösser als ich in Seon erstaunlicherweise auf trockene Strassen und leichter Sonnenschein traf. Mit Oli besichtigte ich die neue Strecke von Seon: Sie ist geprägt durch technische Waldpassagen, kurze knackige Aufstiege, vielen Richtungsänderungen und spektakulären Abfahrten. Wir mussten zwei Startrunden und 6 grosse Runden absolvieren, dies ergab eine Distanz von 25 km.

Diese Woche legte ich eine ruhigere Woche ein mit dem Training, dies jedoch nicht nur witterungsbedingt. So fühlte ich mich zwar gut erholt, jedoch auch nicht ganz im Tritt. Doch dies war mir bewusst, es folgen in nächster Zeit bis und mit dem Gigathlon viele Rennen so macht es Sinn die Sache auch einmal ruhiger angehen zu lassen und die vergangenen Trainings wirken zu lassen. Da der erste Lauf des Argoviacups gleichzeitig zur Aargauer Kantonalmeisterschaft zählte, starteten die Elite und Amateure/Masters Fahrer gleichzeitig ins Rennen. Als ich zudem am Start den BMC Profi und Radquerschweizermeister Julien Taramarcaz erblickte, wusste ich dass es gleich vom ersten Meter an richtig zur Sache gehen wird. Ich erwischte nicht den optimalsten Start und wurde leicht eingeklemmt. Danach versuchte ich meine Position zu verbessern. Das Tempo in diesen zwei Startrunden war sehr hoch, doch ich spürte dass meine Beine Zug auf die Kette brachten. Als es zum ersten Mal in den schmierigen Waldaufstieg ging, musste man immer wieder vom Bike. Ich liess mich nicht beunruhigen und versuchte locker zu bleiben, was mir nur halbwegs gelang. Die schnelle Startphase mit der Aufholjagt hatte doch einige Körner gekostet. So kam es, dass ich in der zweiten Runde Tempo raus nehmen musste, so verlor ich ein paar Plätze- ich konnte nicht schneller. In der Folge fand ich immer mehr meinen Rhythmus und fuhr eine gute Pace in einer Dreiergruppe. In den Aufstiegen fühlte ich mich gut, doch diese waren zu kurz um nach vorne genügend Zeit gut zu machen. In der Schlussrunde konnte ich dank einer sauberen und konzentrierten Fahrweise noch einen Platz gut machen und das Rennen auf Platz 13 beenden. Damit war ich nicht ganz zufrieden, doch der Zeitabstand nach vorne war auch nicht sehr hoch. Nächstes Mal muss ich mich noch konsequenter am Schnellzug festbeissen. Ride on- Benno


19.05.2013: Bikecup Ostschweiz Walenstadt - Platz 11 :-)

 

Heute startete ich am Bikecup Ostschweiz in Walenstadt zu einem weiteren Cross- Country Rennen. Ich nahm dieses Rennen als weiteres hartes Training im Hinblick auf die Renneinsätze in den nächsten Wochen. Bereits unter der Woche absolvierte ich einige intensive Einheiten, somit war mir schon bewusst, dass ich nicht in absoluter Frische am Start stehen werde. So packte ich am Sonntagmorgen meine Sachen und begab mich nach Walenstadt. Als ich ankam regnete es noch, doch die Sonne begann immer mehr die Oberhand zu gewinnen. Die Streckenbesichtigung absolvierte ich mit Trainingslagerkollege Sebi Ostertag noch bei sehr nassen und rutschigen Verhältnissen. Die Strecke bestand aus einem Kiesweg, der in den steilen Aufstieg führte. Je länger dieser Aufstieg dauerte, desto steiler wurde er. Danach folgte eine Wiesenabfahrt mit vielen Richtungsänderungen. Ein zweiter steiler Aufstieg führte zum höchsten Punkt der Strecke. Nach einer kurzen Gerade bog man in ein weiteres tückisches Wiesenstück ein. Die rasante Abfahrt führte zurück ins Start- Ziel Gelände, das mit pumptrackähnlichen Sektionen ausgestattet worden ist. Zusammengefasst eine konditionell harte, aber coole Strecke.

Beim Einfahren fühlte ich mich nicht so super, die Atmungsprobleme sind noch immer da, doch sie bessern sich. Da ich noch nie ein Bikecup Ostschweiz gefahren bin, musste ich das Rennen von zuhinterst in Angriff nehmen. Mit uns Herren 1 starteten auch die Masters Fahrer. So stand ich am Start ca. auf Position 40. Ich freute mich auf den Kampf und gab Vollgas nach der Devise „all in“. So war ich in der ersten Runde damit beschäftigt laufend Fahrer zu überholen. Dies war sehr kräfteraubend, doch mit meinem Amateur Rennkollegen Pascal Nay hatte ich einen super Partner. Wir konnten uns gegenseitig nach vorne pushen. In der zweiten Runde versuchte ich einfach sein Rad zu halten um mich auch ein wenig zu erholen. Die intensive Trainingswoche merkte ich vor allem im Kopf, doch ich trieb mich an mich zu quälen, denn die Beine fühlten sich gut an. In den heiklen Wiesenabfahrten konnte ich zum Teil wieder Löcher zufahren. Die rutschigen Passagen konnte ich mit viel Gefühl und dem tollen Credo Bike gut bewältigen. In der letzten Runde donnerte Pascal vollgas in den Anstieg rein, ich biss mich fest und beinahe zuoberst fuhren wir Rad an Rad am Limit. Kurz vor dem höchsten Punkt riss ich ein kleines Loch auf und dank einer tollen Schlussabfahrt konnte ich mir somit Platz 11 sichern. Damit war ich sehr zufrieden, das Rennen hat grossen Spass bereitet und trainiert habe ich somit auch super- Mission erfüllt. Es freute mich, dass ich konstante Rundenzeiten gefahren bin und der Abstand nach vorne war gering- 30 sec. schneller und ich wäre auf Platz 8, darauf lässt sich aufbauen. Ride on- Benno


04.05.2013: BMC Racing Cup Solothurn - Platz 35 - es geht aufwärts :-)

 

Heute startete ich zum dritten Lauf des BMC Racing Cups in Solothurn. Das Rennen ist integriert in das nationale Velo- Festival „Bike Days“. Somit hatte es viele Aussteller aus der Bikebranche vor Ort und dementsprechend auch eine ansehnliche Zuschauerkulisse im Start- Ziel Bereich. Das Wetter zeigte sich wieder einmal von seiner typischen 2013 Edition: Regen und kühle 10 Grad. Die Strecke beinhaltete nach dem Start- Ziel Bereich eine lange Asphaltstrecke zum Waldstück. Dieses ist gespickt mit längeren technischen Aufstiegen, Kiesaufstiegen und flowige Abfahrten. Danach führt die Strecke wieder mehrheitlich retour auf Asphalt ins Start- Ziel Gelände.

Am Mittwoch vor dem Rennen war ich noch weit entfernt von einem Renneinsatz am Wochenende. Das Intervalltraining lief überhaupt nicht und ich kam ziemlich geknickt vom abendlichen Training retour. Ich verstand die Welt nicht mehr, habe ich doch über den Winter so gut trainiert und nun lief überhaupt nichts mehr. Am Donnerstag hatte ich einen Termin bei meinem Sportarzt in Schwyz. Nach einer Blutentnahme, einem Lungenfunktionstest und einem kurzen körperlichen Check diagnostizierte er bei mir eine akute Pollenallergie, die sich durch mein „normales“ Asthma noch verstärkte. Somit muss ich nun regelmässig inhalieren, dass diese Entzündung in den Bronchien wieder abklingt. Das Training nach dem Arztbesuch ging schon viel besser, mental konnte ich den Hebel umschalten und die Blockade lösen. Somit packte ich doch meine Sachen und startete in Solothurn. Mit der Nr. 37 befand ich mich nach dem Start im hinteren Mittelfeld. Durch eine geschickte Linienwahl im tief verschlammten Start- Ziel Bereich konnte ich mich leicht nach vorne arbeiten. Doch die Engstellen bei der Rampe und der Personenunterführung verhinderten es, weitere Positionen gut zu machen. Ich erwischte jedoch eine gute Gruppe um Platz 30 bis 40 und fühlte mich gut. Ich war konzentriert bei der Sache, meisterte die Abfahrten sauber und konnte in der Gruppe das Renngeschehen mitbestimmen. Das Gefühl war wieder da, das Cross- Country Feeling- ich hatte mächtig Freude daran. Ich blieb in diesem schnellen Rennen immer konzentriert. In den Flachpassagen versuchte ich Kräfte zu sparen im Windschatten der guten Gruppe, alleine nach vorne zu fahren bringt auf dieser Runde eh nichts. Im Aufstieg im Waldstück wurde jeweils vollgas reingebrettert, am höchsten Punkt gab es immer einen Sprint wer zuerst in die Abfahrt darf. In der letzten Runde spürte ich die kräftezehrende Strecke im Schlamm und Regen doch, in der Schlussabfahrt musste ich extrem vorsichtig fahren, da ich vorne keine Bremsbeläge mehr hatte. Doch ich konnte mich gegen eine gefährlich nahekommende Dreiergruppe wehren und mir den 35. Rang bei über 60 Fahrern sichern. Damit war ich sehr zufrieden und dieses Rennen zeigte mir wieder wie sehr ich diesen Sport liebe. Die Rennemotionen sind wieder da nun hoffe ich, dass ich mich noch weiter steigern kann. Zu den Top 20 fehlten mir in diesem Rennen nur 3 Minuten, das lässt doch hoffen. Ride on- Benno


14.04.2013: BMC Racing Cup Tesserete TI- Platz 45

 

 

Heute startete ich zum zweiten Lauf des BMC Racing Cups in Tesserete. Das Tessin, die Sonnenstube der Schweiz, präsentierte sich in sonnigem und warmem Frühlingswetter. Vor einer Woche in Schaan schlotterten wir bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und heute im Tessin stiegen die Temperaturen auf über 20 Grad- unglaublich.

Ich freute mich sehr auf das Rennen in Tesserete. Die Strecke ist eine richtige Cross-Country Strecke mit kurzen knackigen Aufstiegen, vielen technischen Passagen über Wurzeln, Steinen und Stufen und flowigen Einheiten. Rundum eine moderne CC-Strecke, die von den Fahrern in Sachen Kondition und Konzentration alles abverlangt. Für mich zählt sie zu den coolsten Kursen, die ich je gefahren bin, obwohl meine Stärken eher bei gleichmässigen rhythmischen Kursen liegen. Wir durften eine Startschlaufe und 4 grosse Runden absolvieren. Eine Runde beinhaltete 6km mit 200 Hm.

Das Rennen von Schaan konnte ich einigermassen gut wegstecken, obwohl ich mir in letzter Zeit viele Gedanken mache, wieso es im Rennen noch nicht rund läuft. Auch in den Trainings harzt es vielfach noch ein bisschen. Ich muss noch lernen meine Ungeduld besser zu zügeln, vielfach will ich im Moment im Training zu oft meine Form testen, so dass ein lockeres Training doch wieder zu einer halbintensiven Einheit wird etc. Doch das Einfahren am Tag vor dem heutigen Rennen gab mir Selbstvertrauen zurück, es fühlte sich gut an. Auch das Warmup vor dem Rennen zeigte mir ein besseres Gefühl als vor einer Woche. Gleich nach dem Startschuss im 65-köpfigen Feld konnte ich meine Ausgangslage verbessern. In der ersten Runde konnte ich mich bis ca. Platz 35 vorarbeiten. Die Beine fühlten sich gut an und in den technischen Passagen fühlte ich mich sicher. Doch bald flachte dieses Gefühl schlagartig ab: Ich bekam Mühe mit der Atmung und musste mein Tempo drosseln. Bis ich mich wieder fangen konnte verlor ich etliche Plätze. Der gute Zug war weg und der Flow im Kopf ebenfalls. In der Folge fuhr ich meinen Rhythmus, freute mich an den coolen Trails auf der Strecke, doch obwohl ich kämpfte fand ich den „Renngang“ irgendwie nicht. So fand ich mich am Ende auf Position 45 wieder. Nicht unbedingt schlecht, aber auch nicht das was ich eigentlich will und kann. Von der Vergangenheit weiss ich, dass ich meistens einen kompletten Rennmonat brauche um mit der Atmung (Asthma) richtig in den Schwung zu kommen. Ich bin mir sicher, dass es bald aufwärts geht und die guten Ansätze zu einem fertigen Puzzle geformt werden können. Um eine weitere Erkenntnis bin ich ebenfalls reicher: Das Credo CCM29 fährt sich super durch die härtesten Rennstrecken der Schweiz und lässt mich überhaupt nicht im Stich- Danke Thomas und Marco von Credo für das ausgezeichnete Material. Ride on-Benno


07.04.2013: BMC Racing Cup Schaan FL- Platz 49

 

Heute startete ich zum Auftaktrennen des BMC Racing Cups im liechtensteinischen Schaan. Als wir am Morgen in Schaan ankamen, begrüsste uns das Fürstentum mit bedecktem Wetter, Temperaturen um die 3 Grad sowie einer eisige Bise. Die schnelle und technisch eher einfache Strecke besichtigte ich zwei Runden lang. Sie war sehr gut zu fahren, nur einige glitschige Wurzelpassagen musste man mit viel Gefühl überqueren.

Die lizenzierten Amateure+ Masters mussten 6 grosse Runden a je 4 km mit 150 Hm absolvieren. Trotz des kalten Wetters konnte ich die letzten Tage gut trainieren, über die Ostern absolvierte ich nochmals längere Grundlageausdauereinheiten. Am letzten Sonntag, als es wieder mal schneite bei uns, machte ich mich mit meinem Gigathlon Captain Sämi auf den Weg ins Tessin. Wieder einmal Rennvelofahren ohne Mütze unter dem Helm machte doch sehr viel Spass. Dazu bin ich bei Athletic Performance im Endspurt mit dem Krafttraining. Dieses werde ich nun noch eine Woche durchziehen und danach mit einem Erhaltungsprogramm weiterfahren. Von dem her war es mir bewusst, dass mir heute die Spritzigkeit fehlen wird- meine Saisonziele beginnen im Mai, daher nahm ich dies bewusst in Kauf.

Um 9.35 Uhr wurden wir ins Rennen geschickt. Ich musste mit Startnummer 61 das Rennen von beinahe zuhinterst in Angriff nehmen. Da ich letztes Jahr infolge einer Semesterprüfung das BMC Cup Finale in Muttenz nic